Home

Archiv für die Kategorie » Franken Beutekunst «

61. Beutekunst Beitrag Nr.3 – kontra faire und unfaire Presse

Samstag, 3. Juli 2010 | Autor:

Frankenlied

 


 

 

 

11714 Unterschriften als Munition für unsere Petition
– gelungener FB-Auftritt im Landtag –
von Joachim Kalb

Bekanntlich geben wir vom Fränkischen Bund nicht so schnell auf und kämpfen ausschließlich mit den Mitteln die uns der demokratische Staat zur Verfügung stellt. So haben wir uns für die 4. Petition in Sachen Rückführung unserer fränkischen Kulturgüter etwas Besonderes einfallen lassen. Im Morgengrauen des 26. März 2009 sind wir von Bayreuth, Kulmbach und Würzburg aus gestartet und haben in einer alten Munitionskiste 11714 Unterschriften samt Petition nach geordneter Voranmeldung in das Büro der Landtagspräsidentin Barbara Stamm geschleppt.

Weil sich das Büro schnell mit Medienvertretern und Abgeordneten aller Fraktionen füllte, war die Sekretärin etwas nervös. Die Abgeordneten Frau Stahl, Frau Fischer-Brendl, Herr Dr. Rabenstein, Herr Hacker, Herr Freller und unser Mitglied Wolfgang Hoderlein unterstützten gewissermaßen durch ihre Anwesenheit unser Anliegen.

Dies ermutigte mich dann auch gleich zu der „leichten Drohung“: Wenn es dieses mal wieder nichts werden sollte, kommen wir im nächsten Jahr wieder.

Das Medienecho war groß. Einzig der sog. „Fränkische Tag“ Bamberg verriet seinen Lesern nichts von den Unterschriften, obwohl es ja maßgeblich um den Bamberger Domschatz ging und kürte die FDP gleich zur Domschatzpartei. Man konnte nicht erkennen, dass diese Zeitung ihrer Informationspflicht nachgekommen wäre. Nun, der Petitionsausschuss erhörte unser Flehen wohl unter dem Eindruck des Volkswillens in Form von Unterschriften und entschied bereits am 8. Juli 2009 relativ wohlwollend über den weiteren Weg unseres Anliegens.

Also auf zur nächsten Runde im Landtag!
Bericht über die Behandlung unserer Eingabe „Rückführung fränkischer
Kulturgüter“ am 8. Juli 2009 im Kulturausschuss des Bayerischen Landtags
Rudolf Bernd Kondler war in München dabei.
Die Herren Abgeordneten Dr. Rabenstein (SPD) und Freller (CSU) waren vom Ausschuss mit der Berichterstattung betraut. Beide betonten die Bedeutung der Eingabe für Franken und befürworteten sie im Prinzip. Die immer wieder gleichen Bedenken des zuständigen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Zustand, Transportfähigkeit, Eigentumsrechte, Ausstellungsmöglichkeiten in Franken und dass es eben sehr wichtig wäre, in der Landeshauptstadt wichtige Kulturgüter aus ganz Bayern zu präsentieren) wurden von beiden Abgeordneten als zum Teil vorgegebene Argumente bewertet. Mit gutem Willen sei es durchaus möglich, dass dem Wunsch großer Teile der fränkischen Bevölkerung nachgegangen werden könne, um fränkische Kulturgüter an ihre fränkischen Ursprungsorte zurückzugeben. Namentlich genannt wurden der Bamberger Domschatz, das Würzburger Herzogsschwert und von Herrn Freller auch die „Apostel“ von Dürer. (Originalton Freller: „Ich möchte es noch persönlich erleben, die „Apostel“ wieder in Nürnberg zu sehen“).

Von Beiden wurde aber der Begriff „Beutekunst“ kritisiert und als unglücklich bezeichnet. Auch der in der Eingabe genannte Rückgabetermin (bis 31.12.2009) wurde als unrealistisch betrachtet.

Sepp Dürr: Diese Eingabe ist ein absurder Schmarrn
Sepp Dürr (Bündnis 90/Die Grünen) fand den Antrag im Prinzip dahingehend richtig, dass Kultur in allen Regionen gleichwertig präsentiert wird. Sonst befand er, dass unsere Eingabe ein absurder Schmarrn wäre, obwohl er gleichzeitig betonte, dass er alles, was die Wittelsbacher besitzen für Beutekunst hält. Wie er einen solchen Antrag formuliert hätte, sagte er allerdings nicht. Dafür sprach er noch abfällig über die Franken, die erst durch Bayern zu einem fränkischen Bewusstsein gekommen wären. Vor dem „Anschluss“ an Bayern hätten die Franken garnicht gewusst, dass es sie gibt!
Mein Kommentar zu Dürr: Das sind genau die Aussagen, die zum Ergebnis führen könnten, dass eine Trennung von Bayern für Franken der beste Weg wäre.

Als große Bedenkenträger erwiesen sich die Herren Goppel und Nadler (Bayreuth) (beide CSU). Bei Goppel überwogen die oben genannten sachlichen Argumente des Ministeriums, bei Nadler hingegen spürte man die tiefe Verachtung für diesen Antrag des FB. Zudem stellte er noch das Zustande kommen der vielen Unterschriften in Frage, indem er sagte: „Wie kamen eigentlich die Unterschriften zustande und wussten die Leute eigentlich, was sie da unterschrieben?“

Mein Kommentar: Unterste Schublade!


Zwischenbemerkung von mir: Das sind fränkische Abgeordnete, die unsere Belange in München vertreten solle. Franken wacht auf!


Der FW-Abgeordnete Fahn sprach sich deutlich für unsere Position aus. Als er versehentlich vom Frankenbund anstatt vom FB sprach, fiel ihm „Nadler“ sofort ins Wort, um ihn auf seinen Fehler hinzuweisen. „Der Frankenbund hätte natürlich diesen Antrag nie gestellt!“ Goppel wunderte sich noch, dass sich die vom Kunstraub betroffenen Städte nicht selbst beim zuständigen Ministerium melden würden. Hat er natürlich zum Teil Recht – nicht aber beim Bamberger Domschatz.

Rabenstein, Freller und auch Goppel unterstützen die Eingabe insoweit, dass jetzt bis Ende des Jahres eine Auflistung der betroffenen Kulturgüter gemacht werden sollte. Weiter soll der derzeitige Zustand überprüft werden und es sollen die Eigentumsverhältnisse festgestellt werden, da auch die Eigentümer einer Verlegung zustimmen sollten.

Frau Dr. Bulfon (FDP) unterstützt im Prinzip ebenfalls unsere Eingabe und sagte – für mich sehr beeindruckend – wörtlich: „Ich bin weder Fränkin noch Bayerin, sondern eine Zugezogene. Aber ich spüre, dass dieser Antrag auf Rückführung der fränkischen Kulturgüter aus der innersten Seele der Franken kommt. Es müsse alles getan werden, dass der Wunsch der Franken so weit wie möglich umgesetzt wird – zum Wohle von ganz Bayern!“

Die Petition wurde letztendlich bei der Abstimmung ohne Gegenstimme „gewürdigt“, um mit den genannten Maßgaben weiter verfolgt zu werden. Eine Würdigung ist ein Teilerfolg. Es ist das zweitbeste Ergebnis, das bei einer Eingabe erzielt werden kann. Die Abgeordneten Rabenstein, Freller, Jörg (CSU) und Fahn – alle aus Franken – werden unsere Eingabe weiter zielstrebig begleiten und verfolgen und hoffen, dass aus dem Teilerfolg ein Gesamterfolg wird.

Herr Oberamtsrat Heigl vom Bayerischen Landtag wird uns in einigen Tagen das Ergebnis der Ausschusssitzung schriftlich übermitteln. Auch die anwesende Presse sprach von einem guten bis wenigstens“nicht schlechten“ Ergebnis für Franken – aber man müsse ganz genau verfolgen, wie es nun weitergeht. Ich äußerte der Presse gegenüber, dass ich mit der Würdigung schon sehr zufrieden wäre und froh sei, dass diese Eingabe nicht wieder abgelehnt wurde. Die emotionale Aussprache macht zudem Mut, dass diesmal wirklich fränkische Gefühle in hohem Maße berücksichtigt werden.

Rudolf Bernd Kondler

Kommentar von Jürgen Umlauft vom Nordbayerischen Kurier (Bayreuth) vom 9.7.09:

Abgesehen vom Redebeitrag des Grünen Sepp Dürr, der meinte, den arroganten oberbayerischen Chauvi herausstreichen zu müssen, war die Debatte um die Zukunft der fränkischen „Beutekunst“ von erfreulicher Sachlichkeit. Es ging nicht um landsmannschaftliche Konfrontation und historische Sünden, sondern darum, wie dem berechtigten Wunsch vieler Franken nach einer Würdigung ihrer Kulturschätze besser nachgekommen werden kann. Klar ist, dass nicht jede Marienfigur und jede historische Handschrift fränkischer Provenienz „heimgeholt“ werden kann, nur weil sie einmal in fränkischem Besitz war. Legte man diesen Maßstab an, würde ein internationaler Kunstrückgabetourismus einsetzen. Manches Kulturgut ist eben objektiv in München besser aufgehoben, weil es dort in einem kulturhistorischen Zusammenhang mit anderen Exponaten ausgestellt ist.

Anders ist es bei jenen „identitätsstiftenden“ Werken wie dem Bamberger Domschatz, dem Altar der Hofer Stadtkirche oder dem Würzburger Herzogsschwert, die nur an ihrem ursprünglichen Standort ihre besondere Aura entfalten können. Wenn es gelingt, an den jeweiligen ‚Heimatorten‘ ein schlüssiges Ausstellungskonzept zu entwickeln, dann wird es für die Bedenkenträger in München schwer, dagegen zu argumentieren. Mit dem Landtagsbeschluss ist ein erster Schritt getan. Jetzt ist es an den Franken, mit guten Ideen den Boden für die Rückkehr einzigartiger Kulturgüter in ihr historisches Umfeld zu bereiten.

Weitere Meinungen zu unserer Petition:
Henry Stern aus Mainpost vom 9.7.2009:
Mehr als fünf Jahre ist es her, dass in München zuletzt über die Rückgabe fränkischer Kulturgüter gestritten wurde. Emotional war der Streit damals, mitunter hanebüchen die Abwehrhaltung der Münchner Ministerialbürokratie. Als Ergebnis konnte 2004 immerhin das Herzogsschwert für kurze Zeit zum Stadtjubiläum nach Würzburg gelotst werden.

Hier wollte ich das fränkische Herzogschwert abbilden, was aber nicht erlaubt ist. Man muss sich dies einmal mit ganz normalen Menschenverstand vorstellen. Da werden Kunstschätze aus Franken entwendet – mit Hilfe eines Kriegers Napoleon – und wir FRanken dürfen nicht einmal unser Eigentum bildlich darstellen. Ist so etwas noch normal bzw. hat so ein Vorgehen noch etwas mit Demokratie zu tun? Das sind bayerische Verhältnisse im 21.Jahrhundert.


Nun gibt es dank einer von rund 12 000 Franken unterstützten Petition des Fränkischen Bundes einen neuen Anlauf, die Frage der „Beutekunst“ grundsätzlich zu klären. Und festzustellen ist, dass sich – anders als beim letzten Mal – bisher alle Seiten sehr um Sachlichkeit bemühen. Die Rückgabe-Forderungen aus Franken wurden zumindest im zuständigen Landtags-Ausschuss auch von den Altbayern nicht ins Lächerliche gezogen. Die Franken wiederum bemühten sich um griffige Argumente, anstatt mit plumpen Pauschalattacken die Türen selbst zuzuschlagen. Bleibt zu hoffen, dass auch Staatsregierung und Haus Wittelsbach auf diese Tonart einschwenken. Denn dann besteht vielleicht eine kleine Chance, ein uraltes Streitthema endlich zu lösen.

Frankenpost vom 9.7.2009:
…. Kein Verständnis für die aus der Historie rührenden fränkischen Befindlichkeiten brachte Sepp Dürr (Grüne) auf. Bis zur Angliederung an Bayern seien die Franken „disparat“ gewesen, erst die von Napoleon durchgesetzte Zwangsvereinigung der vielen kleinen Gebietskörperschaften habe die Franken zu richtigen Franken gemacht. Die Franken seien von Napoleon folglich „zwangsbeglückt“ worden.

Zwischenbemerkung:

Herr Dürr hat seine Meinung über die Franken und Franken inzwischen um 180 Grad geändert. Schön wenn Politiker bereit sind dazu zulernen.

Auch vor diesem Hintergrund halte er Formulierungen wie „Rückgabe von Beutekunst“ für absurd, die Debatte darüber hanebüchen. Geklärt werden müsse in Bayern ganz allgemein, wo es kulturell berechtigte Ansprüche auf historische Kunstgegenstände gebe und wie sich einzelne Regionen kulturell stärken ließen.
„Damit müssen wir uns auseinander setzen, nicht mit so einem Schmarrn“, sagte Dürr, stimmte dem Beschlussvorschlag der CSU aber dennoch zu.

Quelle nicht mehr ganz klar:
Bewegung im Beutekunst-Streit – In den Streit um die Rückgabe fränkischer Kunstschätze aus den Münchner Museen an ihre Ursprungsorte ist Bewegung gekommen. Der Hochschulausschuss des Landtags lehnte am Mittwoch zwar eine Petition des Fränkischen Bundes ab, bis Jahresende sämtliche Werke fränkischer „Beutekunst“ zurückzugeben. Die Abgeordneten erteilten aber dem Wissenschaftsministerium den Auftrag, eine Liste der wichtigsten fränkischen Kulturschätze zu erstellen und mögliche Rückgabeoptionen zu prüfen.

Stellungnahme vom FB:

Danke für die sachlichen Berichte! Das Wort „Beutekunst“ hat die Presse erfunden, nicht der FB! Der Termin für die Rückgabe wurde deshalb so kurz gewählt, damit uns bei einer strikten Ablehnung eine neue Eingabe möglich ist.

JK Dezember 2008 – Fränkischer Bund e.V. – Postfach 10 0345 – 95403 Bayreuth

Interview mit dem Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Herrn Andreas Starke

von Joachim Kalb

Haben sie zunächst herzlichen Dank für die Bereitschaft, unserer „kleinen“ (aber wirksamen) Vereinszeitschrift „Wir in Franken“ ein Interview zu geben. Seit dem Jahre 1998 kämpft der Fränkische Bund e.V. verstärkt mit allen demokratischen Mitteln, die widerrechtlich nach München verschleppten fränkischen Kulturgüter wie den Bamberger Domschatz in ihre angestammte Heimat zurückzuführen. In Petitionen vom März 1998 sowie Juli 2002, die maßgeblich von der SPD (MdL Odenbach) mitgetragen wurden, sowie der Sammelpetition vom Nov. 2007, vom Bezirk Oberfranken mit unterstützt, führten bis jetzt nicht zum Ziel.

Nun, wir geben bekanntlich nie auf. In der Zwischenzeit haben wir 12.000 Unterschriften gesammelt, die wir in einer neugefassten Petition auf den Weg bringen wollen, sobald sich der neue Landtag sortiert hat.

Die Unterstützung der SPD und Bündnis 90/Die Grünen ist gewiss. Die FDP hat sich im Wahlkampf in Bamberg auch deutlich für die Rückführung ausgesprochen, ebenso Frau Pauli usw. von den Freien Wählern. Herr Herrmann von der CSU hat im Jahre 2004 versprochen, den Domschatz zurückzuführen. Einziges Hindernis scheint demnach nur die Wittelsbacher Stiftung zu sein. In diesem Zusammenhang legen wir vom Fränkischen Bund e.V. keinen besonderen Wert darauf, dass der Besitzer wechselt, sondern nur der Standort.

Wir möchten deshalb, bevor wir einen neuen Anlauf nehmen unsere Kulturgüter heimzuholen, jemandem wie Sie, Herr Starke, der sich in der Vergangenheit mächtig für die Rückführung ins Zeug gelegt hat, einige Fragen stellen:

1. Wie schätzen Sie den Erfolg der bisherigen Versuche der Stadt Bamberg und ihrer Bürgerschaft ein, die Rückgabe des Bamberger Domschatzes zu erreichen?

Die Stadt Bamberg, die Bürgerschaft, ich ganz persönlich und viele Fränkische Abgeordnete haben im Frühjahr 2007 rund 14.000 Unterschriften für die Rückführung des Domschatzes gesammelt, zwei Petitionen eingereicht und mit dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber persönliche Verhandlungen geführt. Herr Stoiber hat sich damals intensiv für unser Ansinnen eingesetzt und immerhin bewirkt, dass zum Bistumsjubiläum mehrere Stücke nach Bamberg kamen die uns vorher verweigert wurden.

2. Streben Sie mit Ihrer Stadtratsfraktion auch künftig die Rückführung an? Wenn ja, mit welchen Maßnahmen?

Derzeit sind keine Maßnahmen geplant. Ich bin aber überzeugt davon, dass das letzte Wort zum Domschatz noch nicht gesprochen wurde.

3. Die Stadt Halberstadt hat ihren Domschatz wieder vollständig ausgestellt. Die Besucherzahlen haben sich vervielfacht. Wie wird sich nach Ihrer Meinung die Präsentation des vollständigen Domschatzes langfristig auf Bamberg auswirken?

Eine Komplettierung des Domschatzes – denn große Teile des Domschatzes befinden sich längst in Bamberg – in Bamberg durch einige der herausragenden Stücke wäre sicherlich einen Sensation, die auch noch zusätzliche Besucherströme in die Museen am Dom ziehen würde. Doch auch eine stärkere Präsenz vielleicht in virtueller Form wäre sicherlich für Besucher sehr spannend.

4. Wie es sich gegenwärtig darstellt, wollen alle im neuen Landtag vertretenen Parteien – außer dem altbayerischen Teil der CSU – die Rückführung. Welche Hindernisse sind demnach aus Ihrer Sicht noch zu überwinden?

Sicherlich die konservatorischen Hindernisse. Es liegen drei internationale Gutachten vor, an deren Qualität nicht zu rütteln ist. Ich habe mich auch selbst vom Zustand der Exponate überzeugt und kann ihnen bestätigen, zumindest die Heinrichskrone und das Kreuzreliquiar erscheinen mir höchst fragil. Wenn überhaupt könnten diese Dinge nur noch ein einziges Mal transportiert werden. Doch bevor man das angeht müssen dringend Finanzierung, Aufstellung und Sicherung in Bamberg geklärt sein.

5. Welche Lösungen schlagen Sie vor? Wie kann die Sache zum endgültigen Erfolg geführt werden?

Dazu kann ich derzeit noch keine Aussage treffen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass auch die Stadt Bamberg nicht untätig war seit 2007.

Vielen Dank Herr Starke

! Letzte Meldung:

Beim Schloss Neuschwanstein rieseln ein paar Sandkörnchen aus der Mauerfuge! Dafür wird eine Luxussanierung für 2 Mio. Euro eingeleitet!

Die Burg Pottenstein in der Fränkischen Schweiz fällt bald auf die Straße! Der Felsen, auf dem sie steht, ist mürbe geworden und müsste verhärtet werden. Kosten: Ca. 2,5 Mio. Euro. Das Weltgericht an der Sebalduskirche ist renovierungsbedürftig. Aber für Franken ist kein Geld vorhanden!


Vergangenheit

Petition abgelehnt, klare Verhältnisse, jetzt erscht recht!

Ein Kommentar aus fränkischer Sicht von Joachim Kalb

Nun, wie nicht anders zu erwarten, wurde unsere „Massenpetition“ vom 22.10.07, gestützt von 833 Unterschriften, erst am 23.1.08, ohne uns vorher zu benachrichtigen, verhandelt und aufgrund einer Stellungnahme des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Thomas Goppel) für erledigt erklärt. Hauptgrund für die Ablehnung war natürlich die unvermeidliche Tatsache, dass unsere Petition am 22.10.07 eingereicht wurde, der Domschatz unter Geheimhaltung nach dem Ausstellungsende am 4.11.07 wieder nach München zurück ging, während man sich mit der Bearbeitung unserer Petition bis Ende Januar 2008 Zeit ließ.

Auffallend war, dass man so tat, als ob ich alleine die Petition eingereicht hätte. Kein Wort von den 822 Mitunterzeichnern, darunter auch MdL’s usw.! Sehr seltsam! Bezeichnend auch die neue Argumentation von Minister Goppel. Neben den üblichen Hinweisen auf bestehende Verträge und Besitzverhältnisse listet er in seiner vierseitigen Stellungnahme auf, welche Teile und Teilchen schon aus München ihren Weg nach Franken gefunden haben. Insbesondere habe das Bayerische Nationalmuseum fränkische Kulturgüter vor dem Untergang gerettet und zurückgeführt (Pelzig würde sagen: „Ville herzliche Dang!“)

Sehr aufschlussreich ist auch das Sitzungsprotokoll! MdL Nadler (CSU) sprach von Vertragstreue und zitierte den Kunstreferent vom Bamberger Domberg: „Die Idee, die Kunstwerke für Oberfranken zu sichern, sei utopisch.“ (Im Klartext, wir sind zu blöd dazu!)

Dr. Rabenstein (SPD) hat die Idee mit dem Verbleib scheinbar nicht durchschaut, verwies auf das schlechte Gewissen von Goppel und stellte fest, dass nur die fränkischen Kulturgüter herausgerückt werden, die in Münchner Depots keinen Platz mehr haben!

Am eindeutigsten äußerte sich MdL Ulrike Gote von Bündnis 90/Die Grünen: Das FB-Votum sei rechtlich korrekt, die Transportproblematik sei kein Argument gegen die Überlassung der Kulturgüter. Ein nochmaliger Transport zum Verbleib wäre sehr wohl möglich! Dass der Verbleib in Oberfranken utopisch sei, ist zurückzuweisen; es fehle dazu nur der Wille! Dem ist von Seiten des FB nichts hinzuzufügen!

Nun, außerordentlich schlimm war die Tatsache, dass der sog. „Fränkische“ Tag (Bamberg) es nicht für nötig gehalten hat, auch nur eine Zeile über die Behandlung dieser Petition bzw. die Stellungnahme des Ministers zu berichten. Kein Wort auch über die über 10.000 Unterschriften zur Rückführung der Kulturgüter, die wir noch in Petto haben. Die gerechte Strafe dafür erfolgte für den FT bei der Kommunalwahl. Der schwarze, und vor der Wahl besonders offensichtlich schwarze FT, hat eine rot-grüne Mehrheit in Bamberg nicht verhindern können! Vielleicht, weil es grad so schwarz war, gscheit recht iss!

Wie geht’s weiter? Der FB gibt bekanntlich nie auf. Die Fronten sind geklärt. Die Petition war sehr aufschlussreich. Stoiber und große Teile der CSU-Fraktion haben die Rückführung des Bamberger Domschatzes versprochen und ihr Versprechen nicht gehalten. Angesichts der Tatsache, dass die CSU laufend Gesetze ändern will (Rauchverbot, Ausländergesetze, Verschärfung des Strafrechts), ist es geradezu lächerlich zu behaupten, ein Gesetz von 1924 (Wittelsbacher Ausgleichsfond) kann nicht geändert werden, zumal auch die Opposition dies bedingungslos unterstützt! Aweng dumm sin mer scho, aber blöd sin mer net!

Unser ach so fränkischer Ministerpräsident möchte an dieser Front Ruhe haben, weshalb die hörige C-Presse auch hier abblockt. Daraus wird aber nix!

Also, unser nächster Schritt: Wir brauchen einige fränkische MdL’s, die im Landtag den Antrag auf Gesetzesänderung (1924) stellen. Und dann müssen wir noch unsere 10.000 Unterschriften so einsetzen, dass z.B. der FT das nicht wieder übersieht. Also, jetzt erscht recht! Nicht vergessen, es sind Landtagswahlen. Wir brauchen gestandene Abgeordnete, keine „Weicheier“, die uns Franken vertreten! Also, genau hinschauen und zur Wahl gehen!

Das Thema Kosovo eignet sich nicht für satirische Darstellungen. Der Zeichner offenbart mit seiner Karikatur außerdem eine gewisse Unkenntnis. Denn „balkanesische“ Verhältnisse können nicht auf Deutschland übertragen werden. Unser Grundgesetz ermöglicht mit Artikel 29 GG ausdrücklich die Neugliederung des Bundesgebietes, welche längst überfällig ist!

Somit wäre eine Umwandlung der „Bayerischen Besatzungszone Franken“ (seit 1806) in ein „Freies Franken“ – sofern es die Mehrheit der Bevölkerung will – durchaus denkbar bzw. legitim! Und dieser Schritt würde – im Gegensatz zu anderen Regionen in dieser Welt – mit friedlichen Mitteln erfolgen. Und es wäre kein Separatismus à la Kosovo, denn Franken war schon immer reichs- heute also bundestreu.

Heribert M. Reusch

Thema: Franken Beutekunst | 16 Kommentare

28. Beutekunst Beitrag Nr.2 – die Wahrheiten

Dienstag, 16. März 2010 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

 

Pressemitteilungen
Presseerklärung 3A / 2010
Sehr geehrte Damen und Herren,

über die Sitzung im Ausschuss für Hochschule, Kultur und Forschung, bei der die Stellungnahme des Kulturministers Dr. Heubisch (FDP) sowie seine Bestandsliste der Münchner Museen und der Wittelsbacher Stiftung vorgestellt wurde, berichteten am 11.3. 10 zumeist auf der Grundlage einer Meldung der dpa München die Medien.

Das Echo, vor allem in den Internetforen, war groß.

Diese dpa-Meldung hielt der Öffentlichkeit zwei wesentliche Informationen vor:

1. Das Ergebnis des einstimmigen Beschlusses am Ende der Sitzung, also wie geht es weiter, wurde nicht erwähnt, weshalb der völlig falsche Eindruck in der Öffentlichkeit entstand, „das wars“. Klar ist, es geht mit Sicherheit im Landtag weiter. Allerdings weilt der Kulturausschuss diese Woche in Japan.

2. Es wurde die dpa-Meldung in etwa wiedergegeben, was die Vertreter der Parteien vorbrachten. Aber die Verfasser der Petition wurden entgegen jeder journalistischen Gepflogenheit nicht zum Thema befragt. Immerhin wurden von uns mit der Petition 13.000 Unterschriften eingereicht sowie von einer Bamberger Bürgerinitiative vorher schon mal 24.000 Unterschriften.

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass wir diese ungewöhnlich schlechte Erfahrung mit der dpa München machen. Am Tag der Franken 2009 in Bad Windsheim wurde einzig und allein die Rede von Seehofer über dpa München verbreitet. Medien, die aus Kostengründen keine eigenen Korrespondenten hinschicken können, vermitteln dann ein einseitiges Bild in der Öffentlichkeit, was in diesem Falle für erhebliche Irritationen geführt hat.

Wir bitten deshalb um Beachtung unserer Presseerklärung!

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Kalb
Für den Landesvorstand Fränkischer Bund e.V.

 

Nachfolgend die Presseerklärung

Presseerklärung Nr. 3A/ 2010

15.03.2010

Rückführung der Kulturgüter – Landtagsausschusssitzung 10.3.2010

Bezüglich der Landtagsausschusssitzung am 10.3.2010 ist von unserer Seite zu bemerken:

Sabine Welß und ich vom Landesvorstand waren bei der Sitzung als Zuschauer anwesend.

Alles was Herr Dr. Rabenstein (SPD), Herr Dr. Fahn (FW) und Herr Dr. Dürr (Bündnis 90/Die Grünen) dazu gesagt haben, ist vorbehaltlos auch unsere Meinung.

Falsche Interpretationen kommen vor allem von Herrn Dr. Goppel (CSU) und Herrn Minister Heubisch (FDP), welcher alles offenbar unreflektiert von seinem Vorgänger (Dr. Goppel) übernommen hat.

Es steht klar und deutlich in unserer Petition, dass wir keine Enteignung der Wittelsbacher Stiftung wollen, sondern nur einen Ortswechsel der fränkischen Kulturgüter (Domschatz, Herzogsschwert) in ihre Ursprungsorte. Sprich: Besitzer des Bamberger Domschatzes bleibt weiterhin Wittelsbach, Ausleihungsort aber ist Bamberg! Das muss innerhalb eines Bundeslandes möglich sein.

Wikipedia Matthias Kabel _Krone_Heinrich_II_1270

Aufgrund derart hinterhältiger Fehlinterpretation und Stimmungsmache kommen wir aber zu dem Schluss, dass eine Änderung des Gesetzes von 1923 unumgänglich ist. Das wäre schon möglich, wenn sich die FDP an ihre früheren Aussagen als Regierungspartei zu diesem Thema hielte.

Wie Dr. Rabenstein (SPD) richtig gesagt hat, war es nicht der Auftrag des Kulturministeriums, eine Liste des Fränkischen Bundes im Internet zu kommentieren, sondern eine Liste der fränkischen Kulturgüter zu erstellen, wozu nach unserer Meinung auch die Kulturgüter aus den Museumskellern und Depots gehören.

Völlig inakzeptabel was das Verhalten von Frau Dr. Bulfon (FDP), die noch in der letzten Sitzung zum Thema die Rückgabe der fränkischen Kulturgüter als eine Herzensangelegenheit der Bevölkerung bezeichnete. Am 10.3.10 sprach sie nicht ein einziges Wort dazu.

Bitte lesen Sie auch unsere nachfolgende Einschätzung nach!

Vom Landtagsamt wurde uns auf Anfrage mitgeteilt, dass wir weder die Stellungnahme des Ministers vom Vorjahr noch das Sitzungsprotokoll im Petitionsausschuss noch die erstellte Liste aus rechtlichen Gründen einsehen dürfen. Dies halten wir als Antragsteller für einen nicht akzeptablen Zustand. In einer Demokratie sollte freier Zugang zu Informationen zumindest für Betroffene gewährleistet sein.

Aus den spärlichen Informationen, die wir haben, ergibt sich folgendes Bild:

Grundsätzlich ist die Arbeit bezüglich der Auflistung der bayerischen Staatsgemäldesammlung, der staatlichen Antiksammlungen und Glyptothek der Staatsgemäldesammlung zu würdigen. In wieweit die nicht ausgestellten Kulturgüter aus den Magazinen auf diesen Listen erfasst sind, ist nicht erkennbar, wäre aber auch von Bedeutung.

Zum Anschreiben vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst an die Landtagspräsidentin ist folgendes zu bemerken:

1. Dass die Münchner Museen ihren Besitz mit Zähnen und Klauen verteidigen und nichts herausgeben wollen, war seit Beginn der Diskussion klar!

2. Der „liberale“ Minister hat die erneute ablehnende Stellungnahme von den gleichen „Akteuren“ verfassen lassen, die schon die Ablehnung von Zehetmair und Goppel geschrieben haben. Deshalb auch die gleichen Argumente. Unter liberal-freiheitlich ist demnach nur Wirtschaftsliberalismus zu verstehen.

3. Dass die Ablehnung extrem einseitig begründet ist, deutet sich schon auf den ersten Seiten an. Eine einzige Zeitung schrieb im letzten Jahr über die Forderung von 37.000 Menschen nach Rückführung des Bamberger Domschatzes usw. negativ, nämlich der Journalist und König-Ludwig-Autor Hintermeier in der FAZ. Alle anderen zig Zeitungen sahen die Forderungen als berechtigt an. Herr Heubisch zitiert die FAZ. Ist das liberal?

4. Herr Hacker, Fraktionsvorsitzender der FDP aus Bayreuth, hatte die Rückführung des Domschatzes lautstark gefordert, worauf die FDP gleich als Domschatzpartei vom „Fränkischen Tag“ betitelt wurde. Herr Heubisch (FDP) setzt alles daran, eben das zu verhindern. Das ist ein grobes Täuschungsmanöver.

5. Für uns nicht nachvollziehbar und unverständlich ist, dass ein liberaler Kultusminister sich im Falle der Rückführung der Kernstücke der fränkischen Kulturgüter wie den Bamberger Domschatz auf ein Gesetz von 1923 (dauerhafte Präsentation in der Münchner Residenz) beruft bzw. dahinter verschanzt. Selbst die Konservativen haben es geschafft, die Passagen zur Todesstrafe bzw. zur bayerischen Staatsbürgerschaft aus der Bayerischen Verfassung zu streichen. Eine Parlamentsmehrheit kann jederzeit dieses Gesetz abschaffen oder ändern. Das ist der eigentliche Knackpunkt!

Es ist zu hoffen, dass eine Fraktion im Landtag einen solchen Antrag stellt. Dann muss nämlich Farbe bekannt werden, inbesonders von der FDP.


Hier wollte ich das fränkische Herzogschwert abbilden, was aber nicht erlaubt ist. Man muss sich dies einmal mit ganz normalen Menschenverstand vorstellen. Da werden Kunstschätze aus Franken entwendet – mit Hilfe eines Kriegers Napoleon – und wir FRanken dürfen nicht einmal unser Eigentum bildlich darstellen. Ist so etwas noch normal bzw. hat so ein Vorgehen noch etwas mit Demokratie zu tun? Das sind bayerische Verhältnisse im 21.Jahrhundert.


6. Wie willkürlich die Festlegungen aufgrund bestellter Gutachter sind, zeigen die Ausführungen des Ministers zum „sogenannten“?! fränkischen Herzogschwert. Hieß es noch vor kurzem, dass keine Ausleihe mehr möglich sei wegen des fragilen Zustandes, so heißt es jetzt „keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Ausleihe für temporäre Ausstellungen“. Demnach stünde einer sofortigen Ausleihe an Würzburg nichts im Wege!

7. Abschließend ist festzustellen, dass sich der Petitionsausschuss zum wiederholten Male offensichtlich einseitig von derselben Stelle fachlich informiert hat, welche bereits in der Vergangenheit (mit sich z.T. widersprechenden Ausführungen) eine Rückführung abgelehnt hat. Wenn der Ausschuss auch nur ansatzweise sicher gehen wollte, einen objektiven und möglichst umfassenden Überblick zu erhalten, wäre es angezeigt, mindesten eine zweite Meinung einzuholen und eine externe Überprüfung von einem unabhängigen Fachmann vornehmen zu lassen. Im Übrigen bedeutet die Redewendung „fragil, nicht transportfähig“ unter Museumsleuten „Wir wollen nichts herausgeben“.

Dies ist gegenwärtiger Stand der Diskussion.

Joachim Kalb, Mitglied im Landesvorstand des Fränkischen Bundes e.V.
Wacholderich 7, 95466 Weidenberg, Tel./Fax: 09209/856

Thema: Pressemitteilungen

Zeitungsartikel zu Beutekunst
Fränkischer Bund: Keine Enteignung bei Kulturgütern

Main-Post 12.03.2010
(md) Zu unserer Berichterstattung über die Sitzung des Landtagsausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur am Mittwoch hat sich am Donnerstag der Fränkische Bund zu Wort gemeldet.

Laut einer Pressemitteilung von Joachim Kalb, Mitglied im Landesvorstand des Fränkischen Bundes, war er mit Vorstandskollegin Sabine Welß bei der Sitzung als Zuschauer anwesend. „Es steht klar und deutlich in unserer Petition“, so Kalb, „dass wir keine Enteignung der Wittelsbacher Stiftung wollen, sondern nur einen Ortswechsel der fränkischen Kulturgüter (Domschatz, Herzogsschwert) in ihre Ursprungsorte“. Besitzer des Bamberger Domschatzes bleibe weiterhin das Haus Wittelsbach, Ausleihungsort aber müsse Bamberg sein. Dies solle innerhalb eines Bundeslandes möglich sein.

Ärger um „Beutekunst“ aus Franken

Main-Post 11.03
dpa) Der Dauerstreit um die Rückgabe fränkischer Kultur- und Kunstschätze aus Münchner Museen an ihre Ursprungsorte hat am Mittwoch für neuen Zoff im Hochschulausschuss des Landtags gesorgt. Anlass war ein Bericht des Wissenschaftsministeriums über mögliche Rückgabeoptionen wichtiger fränkischer „Beutekunst“-Stücke, die vor gut 200 Jahren im Zuge der Säkularisation nach München gebracht wurden.

Das Ministerium kommt darin unter anderem zu dem Schluss, dass ein Großteil der vom Fränkischen Bund beanspruchten Kunstschätze regulär erworben worden sei. Und zentrale Exponate wie der Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert gehörten dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der selbstständig über die Zukunft der Schätze entscheiden könne. Der Bayreuther SPD-Abgeordnete Christoph Rabenstein nannte den Ministeriumsbericht eine Provokation.

„Dieser Bericht spricht von einer altbayerischen Überheblichkeit – und zwar in allen Zeilen“, sagte Rabenstein. Er betonte, kein vernünftiger Mensch fordere ja die Rückführung aller fränkischen Kunstschätze. Er wolle sich aber auch nicht mit Dingen wie dem Guckkasten „Schäferspiel“ begnügen. „Wir wollen das Herzogsschwert, wir wollen den Domschatz“, sagte er. Es könne nicht sein, dass von den „wichtigen Sachen“ nichts an Franken zurückgegeben werden solle. Hans Jürgen Fahn (Freie Wähler) erklärte: „Wir sind der Auffassung, dass Kulturgüter dort die höchste Aufmerksamkeit erhalten, wo ihr historischer Ursprung ist.“ Der aus Mittelfranken stammende CSU-Fraktionsvize Karl Freller argumentierte dagegen, zum fränkischen Selbstbewusstsein gehöre nicht nur, dass fränkische Kunstwerke auch in Franken ausgestellt werden, sondern auch, dass die Kunstwerke an den bestbesuchten Stellen in Bayern gezeigt werden. „Die Diskussion wird nie abgeschlossen sein“, sagte er.

Der ehemalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sagte an die Adresse der Franken: „Sie erreichen die Befriedung des eigenen Gemüts, aber nicht die bessere Anschauung der Kulturgüter.“

Das Ministerium verwies in seinem Bericht unter anderem auch darauf, dass viele Kunstschätze aus konservatorischen Gründen nicht dauerhaft in Franken ausgestellt werden könnten. Dies verbiete sich beispielsweise bei einigen wertvollen Handschriften. Ausschuss-Chef Bernd Sibler (CSU) sagte dazu, dies könne man nicht wegdiskutieren.

Der Fränkische Bund hatte vergangenes Jahr eine Petition mit den Unterschriften von 13 000 Bürgern eingereicht, um damit eine Rückgabe sämtlicher Werke fränkischer „Beutekunst“ zu erreichen. Dies hatte der Hochschulausschuss des Landtags damals aber klar abgelehnt.

Herzogschwert bleibt in München

Debatte um Rückführung fränkischer Kunst
Von unseren Münchner Mitarbeiter

Saale-Zeitung 11.03.2010
Ähnlich NN-online 11.03.2010
MÜNCHEN/NÜRNBERG.

Fränkische Schätze wie der Bamberger Domschatz oder das fränkische Herzogschwert bleiben in München.

Das hat Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) in einem Bericht für den Kulturausschuss des Landtags deutlich gemacht. Die beiden im Zuge der Säkularisation von ihrer fränkischen Heimat in die Landeshauptstadt ,,überwiesenen“ Kunstschätze stünden im Eigentum der Wittelsbacher Landesstiftung. über deren Verleihung könne die Staatsregierung nicht im Alleingang entscheiden, so Heubisch.

Der „Fränkische Bund“ hatte mit einer Eingabe das seit vielen Jahren schwelende Thema der „fränkischen Beutekunst“ erneut belebt. Die Art und Weise, in welcher der oberbayerische Kunstminister und sein Ministerium die Forderung des Bundes um Rückgabe „identitätsstiftender“ Kunstwerke abbügelte, trieb dem sonst stets ruhigen oberfränkischen SPD-Landtagsab-geordneten Christoph Rabenstein die Zornesröte ins Gesicht. Heubischs Bericht sei eine „Provokation für alle Franken“: Aus ihm spreche „altbayerische Überheblichkeit“, zürnte der Bayreuther.

Das Eigentum anderer

Regierungsdirektorin Elisabeth Geuß, eine gebürtige Mittelfränkin, hatte die undankbare Aufgabe, die überwiegend negative Stellungnahme ihres Ministeriums zu den Rückgabewünschen der Franken im Landtagsausschuss vorzutragen. Viele der fränkischen Kulturgüter, deren Rückgabe der Fränkische Bund fordere, seien schon vor der Säkularisation „ganz regulär erworben“ worden. Bei anderen wiederum sei die fränkische Herkunft zweifelhaft oder gar widerlegt. Im Übrigen werde „jede Anfrage aus Bayern wohlwollend geprüft“. Das freilich wollte das Ministerium im wesentlichen nur auf „temporäre Ausstellungen“ beziehen.

Hart bleibt man in München bei den Schätzen, die ganz oben im Rückforderungs-katalog der Franken stehen. Sowohl das eigentlich in Würzburg verortete fränkische Herzogschwert wie der Bamberger Domschatz stünden gemäß dem Gesetz über die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Freistaat und dem ehemaligen Königshaus aus dem Jahr 1923 dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds zu. „Sie verfügen ständig über das Eigentum anderer, das lediglich unserer Verwaltung anvertraut ist“, rügte der ehemalige Wissenschaftsninister und gebürtige Aschaffenburger Thomas Goppel (CSU) die oppositionellen Franken. „Gesetze kann man auch ändern“, meinte der unterfränkische Freie Wähler-Abgeordnete Hans Jürgen Fahn.

Schätze im Depot

Man sollte einmal die großen Depots und Magazine der Münchener Sammlungen nach Kulturgütern fränkischer Herkunft durchsehen, empfahl der Schwabacher CSU-Landtagsabgeordnete Karl Freller. Während da so mancher Schatz schlummere, habe man in Franken noch „weiße Wände“. Die Franken müssten allerdings auch ein Interesse daran haben, dass ihre Kunstwerke an den „bestbesuchten Stellen“ präsentiert würden. Ausschussvorsitzender Bernd Siebler (CSU) aus Niederbayern griff Frellers Hinweis auf und regte eine Durchforstung der Bestände auf niederbayeriches Kulturgut an: „Auch wir haben Befindlichkeiten und weiße Wände“.

Doch mit kulturellen Almosen mochte sich der SPD-Abgeordnete Rabenstein nicht begnügen. Es gehe nicht um „Vorerotisches aus Franken“ wie den „Guckkasten, Schäferpiel“ aus dem Bestand des deutschen Theatermuseums: Den brauchen wir nicht, wir wollen das Herzogschwert und den Domschatz aus Bamberg“. Dabei übersah der wütende Parlamentarier, dass auch der Guckkasten nicht hergegeben werden soll: dessen Provenienz sei, so Wissenschaftsminister Heubisch, gar nicht geklärt. Deshalb sei eine dauerhafte Überlassung nach Franken, nicht zwingend notwendig.

Gesetz aktualisieren

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler sprach sich nach der Ausschusssitzung auch für die Rückführung wichiger Kulturgüter von München nach Franken aus. „Wir sind der Auffassung, dass Kulurgüter dort die höchste Aufmerksamkeit erhalten, wo ihr historischer Ursprung ist. Eine Rückgabe würde daher die Identität Frankens stärken“, betonte ihr Abgeordneter Fahn (Erlenbach am Main). Falls eine dauerhafte Leihgabe des Herzogschwerts nach Würzburg gegen das Gesetz von 1923 verstoßen sollte, dann müsse eben dieses antiquierte Gesetz aktualisiert werden, so Fahn. Es sei nicht einzusehen, dass einzelne Kulturgüter in München als Dauerleihgabe bleiben könnten, dies aber in den fränkischen Ursprungsorten nicht möglich sei.
Ralf Müller

Neuer Zoff um »Beutekunst» aus Franken

Nürnberger Nachrichten 11.03 .2010
Der Dauerstreit um die Rückgabe fränkischer Kultur- und Kunstschätze aus Münchner Museen an ihre Ursprungsorte hat am Mittwoch für neuen Zoff im Hochschulausschuss des Landtags gesorgt.

Anlass war ein Bericht des Wissenschaftsministeriums über mögliche Rückgabe-optionen wichtiger fränkischer »Beutekunst»-Stücke, die vor gut 200 Jahren im Zuge der Säkularisation nach München gebracht wurden.

Das Ministerium kommt darin unter anderem zu dem Schluss, dass ein Großteil der vom Fränkischen Bund beanspruchten Kunstschätze regulär erworben worden sei. Und zentrale Exponate wie der Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert gehörten dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Der Bayreuther SPD-Abgeordnete Christoph Rabenstein nannte den Ministeriumsbericht eine Provokation.
dpa

Neuer Zoff um „Beutekunst“ aus Franken

FT 11.03.10
Exponate Der Dauerstreit um die Rückgabe fränkischer Kultur- und Kunstschätze aus Münchner Museen an ihre Ursprungsorte hat für neuen Zoff im Hochschulaus-schuss des Landtags geführt.

Anlass war ein Bericht des Wissenschaftsministeriums über mögliche Rückgabe-optionen wichtiger fränkischer „Beutekunst“-Stücke, die vor gut 200 Jahren im Zuge der Säkularisation nach München gebracht wurden. Das Ministerium kommt darin unter anderem zu dem Schluss, dass ein Großteil der vom Fränkischen Bund beanspruchten Kunstschätze regulär erworben worden sei. Und zentrale Exponate wie der Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert gehörten dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der selbstständig über die Zukunft der Schätze entscheiden könne.

Der Bayreuther SPD-Abgeordnete Christoph Rabenstein nannte den Ministeriums-bericht eine Provokation.

„Dieser Bericht spricht von einer altbayerischen Überheblichkeit – und zwar in allen Zeilen“, sagte Rabenstein. Er betonte, kein vernünftiger Mensch fordere ja die Rückführung aller fränkischen Kunstschätze. Er wolle sich aber auch nicht mit Dingen wie dem Guckkasten „Schäferspiel“ begnügen. „Wir wollen das Herzogs-schwert, wir wollen den Domschatz“, sagte er. Es könne nicht sein, dass von den „wichtigen Sachen“ nichts an Franken zurückgegeben werden solle.

Hans Jürgen Fahn (Freie Wähler) erklärte: „Wir sind der Auffassung, dass Kulturgüter dort die höchste Aufmerksamkeit erhalten, wo ihr historischer Ursprung ist.“ Der aus Mittelfranken stammende CSU-Fraktionsvize Karl Freller argumentierte dagegen, zum fränkischen Selbstbewusstsein gehöre nicht nur, dass fränkische Kunstwerke auch in Franken ausgestellt werden, sondern auch, dass die Kunstwerke an den bestbesuchten Stellen in Bayern gezeigt werden. „Die Diskussion wird nie abgeschlossen sein“, sagte er voraus. Der ehemalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sagte an die Adresse der Franken: „Sie erreichen die Befriedung des eigenen Gemüts, aber nicht die bessere Anschauung der Kulturgüter.“

Das Ministerium verwies in seinem Bericht unter anderem auch darauf, dass viele Kunstschätze aus konservatorischen Gründen nicht dauerhaft in Franken ausgestellt werden könnten. Dies verbiete sich beispielsweise bei einigen wertvollen Hand-schriften. Ausschuss-Chef Bernd Sibler (CSU) sagte dazu, dies könne man nicht wegdiskutieren.

Der Fränkische Bund hatte vergangenes Jahr eine Petition mit den Unterschriften von13 000 Bürgern eingereicht, um damit eine Rückgabe sämtliche Werke fränkischer „Beutekunst“ zu erreichen. Dies hatte der Hochschulausschuss des Landtags damals aber klar abgelehnt. Zugleich erhielt das Ministerium den Auftrag zur Vorlage des neuen Berichts.

„Hofer Altar“ bleibt in München

Streit | Minister Heubisch lehnt es ab, aus Franken stammende Kunstwerke zurück zu bringen. Viele Stücke seien nicht geraubt, sondern legal erworben worden.
Von Jürgen Umlauft

Frankenpost 11.03.2010
München – Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) sieht kaum Möglichkeiten, in München ausgestellte oder lagernde Kunstwerke aus Franken dauerhaft an ihre Ursprungsorte zurückzuführen. In einem umfassenden Bericht an den Kulturausschuss des Landtags erklärt Heubisch, dagegen sprächen rechtliche, konservatorische, aber auch kulturpolitische Gründe. Die Staatssammlungen wie auch das Haus Wittelsbach als Eigentümer vieler Kunstschätze seien aber bereit, Ausleihwünsche aus Franken nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Heubisch betonte, dass mehrere Hundert aus Franken stammende Kunstwerke längst wieder in Franken ausgestellt seien, zum Beispiel in der Zweiggalerie Neues Schloss in Bayreuth.

Mehrere Schenkungen

Scharf wandte sich Heubisch gegen den Vorwurf, es handle sich bei den noch immer in der Landeshauptstadt verbliebenen Kulturgütern um „Beutekunst“. Schließlich sei der Großteil der vom Fränkischen Bund in einer Petition aufgeführten Gegenstände aus Franken nicht im Zuge der Säkularisation vor gut 200 Jahren „geraubt“, sondern zumeist bereits lange vorher legal erworben worden. Viele Kunstkäufe könnten noch heute nachgewiesen werden. In anderen Fällen handle es sich um Schenkungen. Der „Hofer Altar“ sei zum Beispiel ein Geschenk der Hofer Bürgerschaft an König Max I. Joseph gewesen. Andere Kunstwerke stammten zwar von fränkischen Künstlern, seien aber nie an ihren Ursprungsorten ausgestellt werden gewesen.

Bei tatsächlich von Franken nach München verbrachtem „Säkularisationsgut“ verwies Heubisch auf die Besitzverhältnisse. So gehörten der Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert gemäß einem Gesetz aus dem Jahr 1923 der Wittelsbacher Landesstiftung, die darüber das alleinige Verfügungsrecht habe. Heubisch machte allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er bei diesen Kulturgütern von ínternationalem Rang den Verbleib in der Münchner Residenz befürworte. Deren Präsentation in der Landeshauptstadt habe für den Freistaat „identitätsstiftende Funktion“. Rückgabeforderungen bezeichnete er vor diesem Hintergrund als „ahistorisch“.

Identitätsstiftend

Der Bayreuther SPD-Abgeordnete Christoph Rabenstein nannte den Bericht Heubischs eine „Provokation für alle Franken“. Aus allen Zeilen triefe „altbaierische Überheblichkeit“. Wie Hohn wirke es, wenn die für Franken wirklich identitäts-stiftenden Kunstwerke wie der Domschatz oder das Herzogsschwert für nicht rückgabefähig erklärt würden, nachrangige Gegenstände wie der aufgeführte „Guckkasten Schäferspiel“ aber schon. „Den brauchen wir nun wirklich nicht“, zürnte Rabenstein.

Der frühere Kunstminister Thomas Goppel (CSU) warf Rabenstein Populismus vor. „Mit der Rückführung der Kunstschätze erreichen Sie vielleicht die Befriedung des eigenen Gemüts, aber nicht die bessere Anschauuung der Kulturgüter“, so Goppel.

Legal in München

Der mittelfränkische CSU-Abgeordnete Karl Freller rückte nach dem Bericht von seinen früher geäußerten Rückgabeforderungen ab. Es sei ein „Problem“, von „Beutekunst“ zu reden, wenn sich der Großteil der Kulturgüter legal in München befinde. Als mit dem fränkischen Selbstbewusstsein vereinbar erklärte Freller, dass in den wichtigsten und am besten besuchten Ausstellungen Münchens fränkisches Kulturgut vertreten sei. Andererseits gebe es in Münchner Depots sicher noch Gegenstände, deren Wert dort nicht richtig gewürdigt werde. „Dafür haben wir in Franken noch weiße Wände“, sagte Freller. Guter Wille auf beiden Seiten sei in der Sache wichtig.

Sepp Dürr (Grüne) warf dem Kunstminister „bürokratisches und zentralistisches Denken“ vor. In dem Bericht sei kein Wille erkennbar, dem Wunsch der Bürger entgegenzukommen. „Was für die Franken identitätsstiftend ist, sollten die Franken schon selbst entscheiden dürfen“, so Dürr. Er forderte, das Verhältnis des Zentralstaates zu seinen Regionen neu zu diskutieren. Die Parole, alles Fränkische nach Franken, sei dabei aber auch nicht der richtige Weg.

Fränkische Kulturgüter Heftige Debatte um „Beutekunst“ im Landtag

Br-online 10.03.2010
Fränkische Kunstschätze kehren nicht in ihre Heimat zurück. Das hat das Wissenschaftsministerium bekannt gegeben. Nur ein paar, weniger bedeutende Kunstgüter kommen nach Franken – als Leihgabe. Im Landtag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen.

Anlass für den neuerlichen Zoff war ein Bericht des Wissenschaftsministeriums über die fränkische „Beutekunst“ – also Kunstwerke, die vor rund 200 Jahren im Zuge der Säkularisation nach München geschafft wurden. Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass ein Großteil der vom Fränkischen Bund beanspruchten Kunstschätze regulär erworben worden sei. Außerdem gehörten zentrale Exponate wie der Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der selbstständig über die Schätze entscheiden könne.

„Altbayerische Überheblichkeit“

Der Bayreuther SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein kritisierte die Entscheidung scharf: Er wolle sich nicht mit Dingen wie einem Guckkasten begnügen. „Das Würzburger Herzogsschwert, den Bamberger Domschatz, den möchten wir zurück“, sagte Rabenstein. Den vom zuständigen Wissenschafts-ministerium vorgelegten Bereicht bezeichnete er als polemisch. „Dieser Bericht spricht von einer altbayerischen Überheblichkeit – und zwar in allen Zeilen“, so Rabenstein. Es könne nicht sein, dass von den wichtigen Sachen nichts zurückgegeben werden soll.
„Fränkische Kunst an Bayerns bestbesuchten Orten“

Weniger emotional reagierte der mittelfränkische CSU-Abgeordnete Karl Freller. Er gab zu bedenken, dass fränkische Kulturgüter auch in der Landeshauptstadt zu besichtigen sein sollten: „Zum fränkischen Selbstbewusstsein gehört es, dass wir erwarten, dass fränkische Kunstwerke auch an den bestbesuchten Orten Bayerns ausgestellt werden sollten“, so Freller.
„Bitte kein Rassismus“
Ein fränkischer Abgeordneter wurde vom altbayerischen Grünen-Abgeordneten Sepp Dürr mit der Bemerkung „Bitte kein Rassismus“ zurechtgewiesen. Zugleich sagte Dürr, das fränkische Anliegen zeige, dass das Verhältnis von Zentralstaat und Regionen neu diskutiert werden müsse.

Wem gehört die Kunst?

Über die sogenannte Beutekunst entflammt seit Jahrzehnten regelmäßig eine hitzige Diskussion. Wenn es nach dem Willen des Fränkischen Bundes und anderen Verbänden geht, ist die Antwort klar: Fränkische Kunst gehört nach Franken. Doch die Wittelsbacher Stiftung in München, die unter anderem im Besitz der Bamberger Heinrichskrone ist, weigert sich, den Domschatz nach Oberfranken zu überführen. Die Krone sei zerbrechlich, ein Transport daher zu gefährlich, hieß es vor einigen Jahren zur Begründung. Stattdessen wurde ein Bamberger Silberschmied beauftragt, eine Kopie der Heinrichskrone zu erstellen, die in der Domstadt gezeigt werden soll.

Ringen um das Herzogsschwert

Hier wollte ich das fränkische Herzogschwert abbilden, was aber nicht erlaubt ist. Man muss sich dies einmal mit ganz normalen Menschenverstand vorstellen. Da werden Kunstschätze aus Franken entwendet – mit Hilfe eines Kriegers Napoleon – und wir FRanken dürfen nicht einmal unser Eigentum bildlich darstellen. Ist so etwas noch normal bzw. hat so ein Vorgehen noch etwas mit Demokratie zu tun? Das sind bayerische Verhältnisse im 21.Jahrhundert.

Ähnlich verhärtet sind die Fronten im Streit um das Würzburger Herzogsschwert. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurde es nach München gebracht, wo es derzeit in der Residenz aufbewahrt wird. Das Schwert wurde 1460 gefertigt, ist 130 Zentimeter lang, zehn Kilogramm schwer und hat einen mit Silbernägeln und Edelsteinen verzierten Griff.
Eingegliedert und ausgelagert.



Vor allem die fränkischen Regierungsbezirke waren von der Säkularisation betroffen. Damals hatten Bistümer, Reichsklöster und Stifte ihre Souveränität verloren und wurden dem Herzogtum Bayern zugesprochen. Seitdem beanspruchen oberbayerische Museen die fränkischen Kunstwerke für sich.

Thema: Franken Beutekunst | 20 Kommentare

11. Beutekunst Beitrag Nr.1 – Geraubte Kulturgüter aus Franken

Freitag, 16. Oktober 2009 | Autor:

Frankenlied

 

Liste der geraubten Kulturgüter

Über die Rückgabe fränkischer Kulturgüter zusammengestellt von Fritz Dörfler, Scheßlitz

Wir in Franken fordern unsere Kulturgüter zurück, die widerrechtlich nach München gebracht wurden, wo sie bis heute die Schatzkammer, die Pinakothek, das Nationalmuseum und die Münzsammlung füllen.
Franken wurde im November 1802 von bairischen Truppen besetzt und von Baiern annektiert. Damit endete Frankens Selbstständigkeit. Was dann erfolgte, war Raub und Beuteannektierung schlimmster Art. Im Folgenden soll auszugsweise aufgezeigt werden, was aus Franken widerrechtlich nach München verschleppt wurde:

Aus Bamberg:


divers 027

Allein 15 Kisten mit wertvollsten Stücken aus dem berühmten Bamberger Domschatz darunter:

Foto Mattias Kabel Wikipedia – Heinrichskrone

„Heinrichskrone“ (um 1280), eine der schönsten Kronen des Mittelalters.

„Kunigundenkrone“ (11. Jahrh.), sehr kostbar

„Die jüngere Kunigundenkrone“, 14 Jh.

„Perikopenbuch Heinrich II“, Vorderdeckel

Der sogen Onyx (Achat) vom Einband der „Bamberger Apokalypse“

„Evangeliar Clm.4454“, Vorderdeckel Anfang des 11. Jh.

„Sakramentar Heinrich II.“, Vorderdeckel

„Evangeliar Clm. 4451“, 10. Jh., Vorderdeckel

„Evangeliar Clm. 4451“, Rückdeckel

„Heinrichs-Portatile“, ein äußerst kostbares Tragaltärchen, heute ein Hauptstück der Münchner Schatzkammer

„Kreuz des Herzogs von Mondena mit zwei Leuchtern“, (Prunkstücke)

„Domkreuz und Hl. Nagel“, ihrer wertvollen Edelsteine beraubt

Insgesamt 6 äußerst kostbar eingebundene Codices und 5 Prachthandschriften und eine sechste, 18o4 abgeforderte des „Heiland“.

Aus St. Stephan in Bamberg
„Codex der Apokalypse“, eines der bedeutendsten Werke ottonischer Kunst.

Heute in der Staatsbibliothek in Bamberg.

„Triumphkreuz“, spätromanisch

Aus der Tomaskapelle

„Weihestein“, aus dem Jahr 1o2o

Aus den Hofkapellen in Bamberg und Schloss Seehof wurden:

250 Paramente

Gold und Silber, etwa 12 Zentner beschlagnahmt

„Geschirr aus Japan“

„Porzellan aus Dresden“

„Steingut aus England und weiße Fayencen“

Aus der Hofkonditorei, dem Weinlager, dem Wagenpark, der Sattelkammer, der Neuen Residenz und aus Stadthäusern wurden Mobiliar, Musikinstrumente requiriert und versteigert, der Erlös der Staatskasse zugeführt. Erlesene Kostbarkeiten wurden für das bayerische Herrscherhaus der Wittelsbacher gesichert.

Ausstattung des Bist. Bbg. Durch Heinrich II., München Hauptstaatsarchiv
Bbg. erhält Besitz in Kärnten, München Hauptstaatsarchiv.

Schutzprivileg Papst Clemenz II. für Bbg., Münch. Hauptstaatsarchiv

Heiligsprechung Hch. II. , München Hauptstaatsarchiv

Würfelkapitell mit Ecknasen, 12. Jh., Bayer. Nationalmuseum

Fürsorge für Teilnehmer an den Missionsreisen nach Pommern, München, Hauptstaatsarchiv

Traubenkapitell aus Bbg. München Nationalmuseum

Hugo v. Trimberg, einst Schuldirektor in Bbg. Der Renner, 1290-1300, München Staatsbibliothek.

Basis, Kapitell u. Kämpfer aus dem Kreuzgang des Karmel. Klosters , in Bamberg, München Nationalmuseum

Maria als Beschützerin der Menschen (Schutzmantelmadonna), um 15oo, Bamberger oder Nürnberger Meister, Mü. Bayer. Staats-Gemäldesammlung

* Taler des Kurfürsten von Mainz u. Bischofs von Bamberg, 1696, Mü. Staatliche Münzsammlung

Karolin des Bischofs von Bambg. U. Würzbg Friedr. Karl v. Schönborn, Gold, München Staatl. Münzsammlung

Gesamtgrundriss u. Schnitt von Pommersfelden, 1725, von Salom. Klein, München Stadtmuseum

Grundriss u. Längsschnitt der Benediktinerkirche Banz um 1710, Feder über Blei, München Techn. Universität

Stürzender Diomedes aus der Herkulesgruppe im Schlosspark von Seehof, München Privatbesitz.

Drei Putten mit Vogelnetz , erlegtem Hasen u. Vogel, Sandstein v. Joh. Peter Wagner, München Bayer. Nationalmuseum

Aus dem Hl. Grabkloster „Anbetung der Könige“, Bildteppich aus dem 16. Jh.

Der sogen. „Heinrichskelch“, ein fatimidischer Kristallnapf (Doppelhenkelkelch)

„Christi Himmelfahrt“, „Kreuzigung“, Elfenbeintäfelchen (der Rom-Antike zugehörig), von Einbanddeckeln der Codices abgerissen

„Thronender Christus mit den Apostelfürsten (Elfenbeintäfelchen, von Codices abgerissen)

„Schatzkästlein der Hl. Kunigunde“, 11. Jh.

„Engelsköpfchen“, 13. Jh., Bamberger Dombauhütte

„Maria im Ährenkleid“, aus der Marienkapelle in der Judengasse

„Muttergottes mit der Hl. Elisabeth“

„Muttergottes mit dem Hl. Johannes“

„Hl. Johannes eine Stifterin präsentierend“

„Hl. Johannes mit der gen. Stifterin, gerhaus ferin kloster fraw zum heiligen grav“, von 1443

„Hl. drei Könige“, Fadenmalerei, um 13oo aus dem Bamberger Dom

„Modelle für die Bamberger Seesbrücke“

Auch aus anderen Teilen Frankens wurden Kostbarkeiten zur Bereicherung der Museen und des Herrscherhauses nach München verschleppt:

 

Aus Würzburg:

„Das fränkische Herzogsschwert“, Griff u. Scheide mit viol. Samt verkleidet und mit silbervergoldeten Nägeln u. Blattranken beschlagen, Schwertknauf krönt ein roter achtkantiger roter Jaspis mit Kugelschliff

„Zwei wertvolle Handschriften“, Staatsbibliothek München

„Putten aus dem Hofgarten“, von Joh. Peter Wagner

„Torgitter aus dem Hofgarten“, von Oeggs

„8 in Stein gehauene Grabmonumente“, aus Würzburger Werkstätten

„Romanisches Hochrelief vom Würzburger Lusamgärtlein“

„Reliquienbüste der Hl. Afra“, aus dem Würzburger Afrakloster

„Gruppe der 12 Apostel“, aus der Würzburger Marienkapelle

„Schreingruppe von 6 Engeln in den Himmel getragene Madonna“,(Maria Ägyptika) von T. Riemenschneider

„Das Gastmahl des Simeon“, Relieftafeln des Münnerstädter Hochaltars

„Verkündigungsmaria“, von T. Riemenschneider

„Hl. Barbara“, von T. Riemenschneider

„Hl. Jakobus“, von T. Riemenschneider

„Hl. Augustin“, Von T. Riemenschneider

„Flügelaltar der ehemal. Johanniskapelle in Gerolzhofen, 189o nach München

Der Bischof von Würzburg erhält die Rechte eines Herzogs von Franken, 1168, München Hauptstaatsarchiv

Würzburg -Ebracher Psalter, um 1200, München Uni.-Bibliothek

Neidhardt von Reuental: Lieder, Würzburg, 13. Jh., Mü. Staatsbibl.

Walter v. der Vogelweide: Lieder von 1190 – 122o, Würzburg, Bay. Staatsbibl. München

Wolfram von Eschenbach: Parzival, um 1200-1210, Bayer. Statsbibl.

Wolfram von Eschenbach: Willehalm, 1250-75, Bayer. Staatsbibl.

Bestätigung des Statutum in favorem principium, Ausfertigung für den Bischof von Würzburg, München Bayer. Hauptstaatsarchiv

Taler des Bischofs von Würzburg Joh. Phil. I.von Schönborn 1643, Silber, München Staatl. Münzsammlung

Doppeldukaten des Bischofs von Würzburg Joh. Phil. Franz von Schönborn, Gold, München Staatl. Münzsamml.

Grundriss der Kappel Wallfahrtskirche zur Hl.Dreifaltigkeit, Federzeichnung im Dientzenhofer Skizzenbuch, München Bayer Nationalnuseu

Perspektivischer Plan des Veitshöchheimer Lustgartens, um 1780

Feder farb. Lasiert, München Bayer. Verwalt. der staatl Schlösser u. Seen

Statuensockel, Kastel Stockstadt (Römerzeit), Mü. Prähist. Mus.

Weihestein, Kastell Stockstadt (Römerzeit), Mü. Prähist. Museum

 

Aus Nürnberg:

Nbg. 20.08.09 2

„4 Apostel“, von A. Dürer, unter erhebl. pol. Druck nach München gekommen

„Baumgartner Altar“, von A. Dürer, aus der Nürnberger Katharinenkirche nach München gebracht

„Noli me tangere“, 14. Jh., von A. Dürer

„Bildnis des Lindauer Kaufmanns Oswolt Krell“, 1499

„Beweinung Christi“, Frühwerk von A. Dürer, aus der Nürnberger Pretigerkirche

„Selbstbildnis im braunen Pelzrock“,von A. Dürer, 1500 dem Rat der Stadt Nürnberg geschenkt.

11 weitere Gemälde des Meisters

„Annen Altar“, 2 Flügel aus St. Lorenz in Nürnberg

„Kreuzigung Christi“, von Pleydenwurff

„Pfalzgrafenporträts“, von Barthel Beham (1502-1540)

„Jakob Fugger der Reiche“, Porträt, heute in Augsburg

„Dreiteiliger Flügelaltar“, von Dürerschüler Wolf Traut, von 1512, ursprüngl St. Lorenz in Nürnberg

„Verkündigung“, nürnbergisch 1470

„Anbetung“, nürnbergisch 148o

„Vermählung der Hl. Katharina mit dem Jesuskind“, Nürnberg Hl.-Kreuzkirche

„Dame mit dem Einhorn“, Bildteppich, nürnbergisch, Mitte 1500

„Muttergottes mit dem Hl. Johannes u. der Hl. Katharina“, nürnbergisch, Mitte 1500

„Kleines Triptychon mit dem Porträt des Konrad Imhof“, von Jakob Elsner um 1486

„Johannes Neudörfer und sein Sohn“, einst im Silberzimmer des Nürnberg. Rathauses 181o nach München

Der große Freiheitsbrief der Stadt Nürnberg, 1219, München Hauptarchiv

Die Errichtung des Heiliggeistspitals in Nbg.,1341, Mü. Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Tympanon mit Jüngstem Gericht, St. Sebald Nürnberg, Bayer. Nationalmuseum München

Jahrtagsstiftung des Konrad Waldstramer in Nürnberg, 1362, München Bayer. Hauptstaatsarchiv

Hartmann Schedel: Das Buch der Chroniken u. Geschichten, Nbg., München Bayer. Staatsbibliothek

Bucheinband einer lateinischen medizin. Sammelhandschrift des 14. Jh., Nürnberg, Bayer. Staatsbibliothek

Bucheinband zu einer medizin. Sammelhandschrift des 15. Jh., München Bayer. Staatsbibliothek

Michel Beheim Gedichte 15. Jh. Nürnberg, Bayer.Staatsbibliothek

Hans Folz: Bäderbüchlein, Nbg., 1491, München Staatsbibliothek

Hans Folz: Meisterlieder, 15. Jh., München Bayer. Staatsbibliothek

Ausstellung Christi (Ecce Homo), 1517 von Hans Schäufelein, Bayer. Staatsgemäldesammlung

Die vier apokalyptischen Reiter, von A. Dürer, München Graph. Sammlung

Die Geburt Mariä, München Staatl. Graph. Sammlung

Hl. Hieronimus in der Zelle, München Staatl. Graph. Sammlung

Die Melancholie, München Staatl. Graph. Sammlung

Der große Triumphwagen, A. Dürer, München Graph. Sammlung

Die große Kanone, Mü. Staatl. Graph. Sammlung

Der Allerheiligen – Rosenkranz, Holzschnitt von Erhard Schön Nbg., um 1500, München Staatl. Graph. Sammlung

Bildnis des Willibald Pirkheimer,A. Dürer, München Graph. Samml.

Willibald Pirkheimer: Elegia in Opitum Alberti Düreri. Vier Bücher von Menschl. Proportionen, München Bayer. Staatsbibliothek

Medaille auf A. Dürer, Bronze von H. Schwarz, München Staatl.

Münzsammlung

Ehrenmedaille der Stadt Nürnberg für Kaiser Karl V., Silber, von Hans Kraft, nach A. Dürer, München Staatl. Münzsammlung

Medaille auf Johannes Neudörfer d.Ä. , Bronze von M. Gebel, München Staatl.

Münzsammlung

Die Wittenbergische Nachtigall, München Bayer. Staatsbibliothek

Salvator Medaille, Bleiguss, um 1530, von Peter Flötner, München Staatl.

Münzsammlung

Zwei Mönche mit Würsten, Bronze, von Peter Flötner, München Staatl.

Münzsammlung

Spottmedaille der Reformation, Silber vergoldet, München Staatl

Münzsammlung

Medaille auf Christoph Scheurl, Blei, Mü. Staatl. Münzsammlung

Medaille auf Christoph Kress von Kressenstein, Blei, München Münzsammlung

Abriss etlicher adelicher Häuser so durch die aufrurischen bauern anno 1525 geplündert und in Brand gesteckt worden, lavierte Federzeichnung, München Bayer. Staatshauptarchiv

Das Frauenbad, Holzschnitt von Sebald Beham, Mü. Staatl, Graphische Sammlung

Alter Mann und junges Mädchen, Farbholzschnitt von Sebald Behaim, München Graph. Sammlung

Westansicht von Nürnberg 1552, von Hans Lautensack, Radierung Staatl. Graph. Sammlung

Stadt Nürnberg, Medaille zur Neubefestigung der Burg, Silber vergoldet, von Peter Flötner, München Staatl. Münzsamml.

Nürnberger Schembartläufer, Zeichnung, Mitte 16. Jh., München Theatermuseum

Hundert und einundzwanzig neue Lieder, von Hans Ott Nürnberg Bayer. Staatsbibliothek

Medaille auf Hans Sachs, Blei von Valentin Maler, München Staatl. Münzsamml.

Ein Faßnacht Spiel mit fünf Personen. Der schwarze Pawer, von Hans Sachs.

In : Hans Sachs, Sehr Herrliche Schöne Gedichte Bd. 2., Nbg. Christoph Häußler, 1560 , München Bayer. Staatsbibl.

Johann Christophorus Wagenseil : Von der Meistersinger Origine,

Prästantia Utilitate et Institutis. Altdorf J.W. Kohlesius. 1667, München Bayer. Staatsbibl.

Feuerwerk auf der Nbg. Burg, Kupferstich von J. Amman, Münch. Graph. Sammlung

Vorlage für Edelschmiede von Gg. Wechter d.Ä. ein Pokal, b. eine Kanne, Radierungen Nbg.

2 Vorlageblätter für Edelschmiede vo Bernh. Zan Nbg. Um 1560, München Staatl. Graph. Sammlung

„Vom namenlosen Meister LC und des sogen. „Nürnberger Konterfetters von 1494“, Tafeln aus dem 15.Jh.

2 Vorlageblätter für Edelschmiede, von Bernh. Zan, Nbg. Um 1580

Deckelpokal, Punsenstich, Münch. Graph. Sammlung

Wenzel Jamnitzer in seinem Studio, Stich von Jobst Amman, Mü. Graph. Sammlung

Bildnis Wenzel Jamnitzer, nach Valentin Maler, Zinn, Mü. Graph.

Münzsammlung

Perspektiva/Korporum Regularium, 2 Kupferstiche von J. Amman Nach W. Jamnitzer, Mü. Staatl. Graph. Sammlung

Gg. Philipp Harsdörfer: Poetischer Trichter/die deutsche Dicht und Reimkunst ohne Behuf der latein. Sprache in 6 Stunden einzu Gießen, 3 Teile Nbg. Wolfgang Endler (1647-53), Mü. Bayer. Staatsbibliothek

Johann Klaj: Irene/das ist vollständige Ausbildung deß zu Nbg. geschlossenen Friedens 1650, Mü. Bayer. Staatsarchiv

Sigmund Birken: Pegnesis oder der Pegnitz Blumengenoß

Schäfere Feld Gedichte in neun Tagzeiten , München Bayer. Staatsbibliothek

Altposaune in Es, Michael Nagel Nbg. 1656, Mü. Bayer. Nationalmuseum

Bassposaune in Es, Joh. Isaac Ehe, Nbg.1616, Mü. Bayer. Nation. Museum

Tenorposaune inB, Hans Heinlein Nbg. 1670

Tenorposaune in B, Joh. Caul Kodisch Nbg. 1683, Mü. Bayer. Nationalmuseum

Entwurf einer Wanddekoration für Schloss Ellingen, 1773 von Michel d‘ Ixnard. farbige Federzeichnung, Mü. Hauptstaatsarchiv

Entwurf für ein Blechdach über der Hofkolonade des Schlosses Ellingen 1788, Mü. Hauptstaatsarchiv

Fassadenenrwurf für die Deutschordenskirche St. Elisabeth in Nbg., von Franz Ignaz Michael Neumann, Mü. Hauptstaatsarchiv

Jean Paul: Titan., Bd. 1., Mü. Bayer. Staatsarchiv

Puppenthaus , Nbg., um 1870, Mü. Stadtmuseum

Enghalsvase, Nbg. 1896, Mü. Stadtmuseum

„Schmuckkassette“, von Wenzel Janni zer, Nürnberg um 1560

„Trinkschale“, „Zierkanne“, „Kanne.u.Becken“, „Tischglocke“, Schreibkasten“, um 1585 (großartige Arbeiten)

„Racziwilschale“, kostbare goldene Schale

Arbeiten aus der berühmten Nürnberger Waffenschmiede:

„Turnierritter“, mit dem Wappen der Holzschuher

„Astbrecher“, Bronzeguss des älteren Peter Fischer von 1490

„Hercules-Antacus“, Bronzegruppe von Peter Fischer

„Christus und das kanaanäische Weib“,1543 (Peter Fischer?)

„Der schreitende Jüngling“, reife Renaisancearbeit

„Hl. Martin mit dem Bettler“, Bronzeguss des Nbg. Büchsenmachers Sebald Hirde

„Adam und Eva“, Statuettengruppe, etwa 15oo

„Die 1o Gebote“, virtuos geschnitzt, etwa 1524 (Veit Stoß?)

„Scherer und Schererin“, mächtige Doppelkartaunen von 1524/25, von Sebald Hirder

„Bronzener Badetrog“ 1543, von Sebald Hirder

„Nürnberger Stadtmodell“, von 1540, von Hans Behaim

„Johannes Baptist“, von Justus Glesker (ehemals Bamberger Dom)

 

Aus Eichstätt:

In der bayerischen Königskrone befinden sich Edelsteine aus einer Eichstätter Monstranz

„Ölbergchristus“, Steinbildwerk, ehemals Eichstätter Domkreuzgang

„Maria und Johannesgruppe“, gotische Plastik aus Eichstätt

„Apostelteilung“, Bildteppich aus St. Walburg um15oo

„Maria und Johannesgruppe“, gotische Plastik aus Eichstätt

„Sündenfall“, Reliefplatte von Loy Hering aus dem Eichstätter Dom

„Halbfigurige Muttergottes“, von Loy Hering aus Solnhofer Muschelkalk

„Sündenfall“, aus Rotmarmor gemeißelt, Loy Hering

„Steinaltar mit dem Hl. Georg“, 154o von Loy Hering

„Steinaltar mit der Dreifaltigkeit“, 1548 von Loy Hering

„Ölbergchristus“, Steinbildwerk des frühen 15. Jh., ehemals Eichstätter Dom

„Apostelteilung“, aus St. Walburg in Eichstätt, Bildteppich um 15oo

Altärchen aus der Kollegiatskirche ad Beatam Mariam Virginem
zu Eichstätt, 1492, München Wittelsbacher Ausgleichsfonds

„Knochenmann reitet auf einem Löwen“, Holzgruppe von Kloster Heilsbronn

 

Kloster Ebrach:

„Handzeichnungen von Albrecht Dürer“

„Die große Rosette der Abteikirche“, sie verwittert heute an einer Außenwand des Nationalmuseums in München

 

Aus der Klosterkirche Münsterschwarzach:

„Anbetung der Könige“, 1753 von G.B. Tiepolo, aus der Klosterkirche von Münsterschwarzach

„Originalmodell der Klosterkirche“ von B. Neumann, heute im Bayer. Nationalmus.

 

Aus dem Kloster Langheim:

„Ritter vor einer Dame kniend“, kleine Tafel Mitte 14.Jh.

 

Hof:

„Flügelbilder des Hofer Altars“, um 1465 von Pleydenwurff (181o angeblich dem bayer. König geschenkt)

 

Aus Aschaffenburg:

„Geburt Christi“, von Hans Baldung, gen. Grien, 1911 von der Aschaffenburger Galerie nach München

„Heilige Familie“, von H.B. Grien

„Markgraf Christoph von Baden“, 1515 von H.B. Grien

Lucas Cranach:

„Kreuzigung Christi“, 15o3 von L. Cranach, Aschaffenburger Stiftskirche

„Kardinal und Erzbischof von Mainz und Magdeburg“,1525. Seit 1825 in München

„Maria und das Kind mit der Weintraube“, Frühwerk von L. Cranach

Matthias Grünewald

(neben Dürer u. Cranach einer der großen Maler seiner Zeit):

„Verspottung Christi“, einstmals in der Aschaffenburger Stiftskirche, 1836 nach München

„Begegnung der Heiligen Erasmus und Mauritius“, einst Aschaffenburger Stiftskirche, um 152o

„Geburt Christi“, 1518 von H.B Grien, 1911 nach München

„Markgraf Christoph von Baden“, 1515 von H.B. Grien

Hans Sueß von Kulmbach
(Dürerschüler):

„Porträt des Markgrafen Casimir“,1511,

„Annen-Altar“, aus St. Lorenz in Nürnberg, 2 Flügel des Altars 1882 nach München

* Mohrenkönig, um 1480 von Hans von Kulmbach

 

Aus Weißenburg:

„Antepentium“, gemalte Holztafel mit gereihten Heiligen, frühgotische Tafelmalerei

„Baldachinaltar Muttergottes im Strahlenkranz“, um 147o/8o, Karmelitenkirche in Weißenburg

 

Watterbach bei Miltenberg:

„Tragaltärchen“, 1.Hälfte des 11. Jh., seit 1885 in München

“ Die 4 Elemente“, Bronzefigurinen, 12. Jh.

 

Weitere Orte:

In Mellrichstadt wurden 4 silberne Monstranzen, 2 Kelche, 2 Becher mit Kännchen und Tellern für die bairische Staatskasse verkauft.

Die reichen Münzsammlungen von Kloster Banz und Bamberg bilden heute den Kern der Bayerischen Staatlichen Münzsammlung in München.

 

Aus Bayreuth:

Medaille auf die Vermähl. der Elis. Frieder. Sophie von Brandenburg-Bayreuth mit Herzog Karl v. Würtembg. 1748, Silber, Mü. Staatl. Münzsamml

Medaille auf den Tod des Markgraf. Friedr. v. Brandenbg.- Bayreuth, München Staatl. Münzsammlung

Ansicht des Neuen Schlosses von Bayreuth um 1810, Gouache auf Papier, Mü. Bayer. Verwalt. der staatl. Schlösser Gärten

Zuschauerraum des Markgräfl. Opernhauses Bayreuth, Gouache auf Papier von Gustav Bauernfeind, Mü. Theatermuseum

Grundriss der Eremitage Bayreuth, 1771, Kupferstich von Joh. Gottl. Riedel , Mü. Bayer. Verwalt. der staatl. Schlösser

Modell des Ruinentheaters der Eremitage in Bayreuth, Gipsmodell, Mü. Verwalt. der staatl Schlösser

Guckkastenszene mit Schäferspiel, von Mart. Engelbrecht, Müch. Theatermuseum

Guckkasten, Mahl im Gartenpavillon, von M. Engelbrecht, 7 ausgeschnittene Kupferstiche, Mü. Theatermuseum

Modell des Ruinen- u. Grottentheaters von Sanspareil, von Joh. Thomas Köppel, Papier, Mü. Verw. der staatl Schlösser

In den Sondersammlungen der Gläser, Fayencen, Porzellane sind viele kostbare Stücke aus Franken.

Alle Urkunden aus Franken aus der Zeit vor 14oo sind nach München gebracht worden.
Die Zahl der aus fränkischen Markgrafschaften, Klöstern, Stiften u. der freien Reichsstädte zwangsweise nach München Gebrachten Gemälde schätzt man auf 1.500 !

Nicht bekannt ist, welche und wie viele Fränkischer Kunstschätze in den Depots der jeweiligen Institutionen in München eingelagert sind.

Der fränkische Anteil in den Münchner Museen ist beträchtlich!
In einer Verlautbarung des bayerischen Kultusministeriums zur Rückführung der geraubten fränkischen Kulturgüter heißt es:

„Eine Rückführung in nordbayerische (!) (für sie gibt es allem Anschein nach kein Franken mehr) Museen sei aus wissenschaftlichen und technischen Gründen nicht sinnvoll“. Eine Begründung für dieses Recht auf Unrecht gibt das Kultusministerium nicht. Konservatorische und wissenschaftliche Gründe können es nicht sein, denn Franken hat seine Kulturgüter über viele Jahrhunderte gehegt und bewahrt bis zum brutalen Raub durch Baiern. Nicht ein bayerisches Kultusministerium hat über den Verbleib der fränkischen Kulturgüter zu bestimmen, sondern die fränkische Bevölkerung!
Deshalb diese Unterschriftenaktion zur Rückführung der fränkischer Kulturgüter in ihre angestammte Heimat nach Franken!

Thema: Franken Beutekunst | 31 Kommentare