Home

Archiv für die Kategorie » Frankenseite «

42.Diffus fränkisch – aber: freiheitlich

Montag, 10. Mai 2010 | Autor:

Frankenlied

Erschienen in “franken – Magazin für Land und Leute”
Ausgabe März / April 2010

Die Veröffentlichung erfolgt Dank freundlicher Genehmigung
von Frau Sabine Kulemkampff

Diffus fränkisch, aber: freiheitlich

Zu den unzweifelhaften Verdiensten des Fränkischen Bundes gehört es, daß man das Thema Franken den Rechtsradikalen entrissen hat. In unserer kleinen Serie „Wer liebt eigentlich Franken und warum?” stellen wir diesmal also einen äußerst agilen und aktiven Verein vor, den Fränkischen Bund e.V.

Von Sabine Kulenkampff’

 

 

Er war von Anfang an dabei und engagiert: Joachim Kalb, Dipl. Ing. FH, Berufsschullehrer für Metallbau und Sozialkunde, verheiratet, drei Kinder. Der überzeugte Demokrat („Nur hier kann man sich wehren!“) las 1989, in der Frankenpost Hof einen Zeitungsartikel. Darin wurde gemeldet, dass es einen Verein mit dem Namen „Landsmannschaft Franken“ gäbe. Zunächst abgeschreckt durch den Namen „Landsmannschaft“, der an Schlesien oder sonstige Revanchistengruppen erinnerte, beobachtete Kalb weiter das Geschehen und trat gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Purucker dem Würzburger Verein bei, als dieser im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung die durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Art. 29) angelegte Möglichkeit zur Neuordnung der Bundesländer zu einem Volksbegehren mit dem Ziel der Gründung des Bundeslandes Franken nutzen wollte. Kalb und Purucker gründeten 1990 den Kreisverband Oberfranken, versammelten schnell 150 Mitglieder (vor allem aus sozial-liberalem Umfeld) und änderten aus naheliegenden Gründen den Namen des Vereins auf Fränkischer Bund e.V. Die Namenswahl, so schmunzelt Kalb, der sehr viel Sinn für Humor hat und diesen bei seiner Sisyphos – Arbeit an der fränkischen Sache wohl auch braucht, wurde auch dadurch bestimmt, dass man den Frankenbund ein wenig ärgern wolle. Erst 2008 erfuhr er von der Zeitschrift „Der Fränkische Bund“, einer ab 1926 erscheinenden Kulturzeitung, die damals zur Förderung der fränkischen Kunst und Kultur in Bamberg gemacht, aber in den dreißiger Jahren von den Nazis abgeschafft wurde.

Regionalismus nicht Patriotismus
Kurze Zeit später – noch 1990 – erlebten die engagierten Oberfranken einen Schock: Aus einem Artikel in der TAZ erfuhren sie, dass unter den Würzburger Gründungsmitgliedern und im Vorstand der „Fränkischen Landsmannschaft“ mehrere Rechtsradikale waren, die den Republikanern und der NPD angehörten, daneben allerdings auch ein ahnungsloser SPDler…. Unter den nunmehr entlarvten war auch Uwe Meenen, der später den vom Verfassungsschutz als radikal eingestuften „Bund Frankenland“ gründete, der – obwohl nur etwa 20 Mitglieder umfassend – zum Beispiel in Gräfenberg durch neonazistische Umtriebe erhebliche Probleme macht. Mit demokratischen Mitteln arbeiteten die Vereinsmitglieder zusammen und setzten Meenen und Konsorten mit mehreren Misstrauensanträgen ab, schlossen die Rechten alsbald aus dem Verein aus. Die Vereinssatzung ist heute so gehalten, das Mitglieder radikaler Gruppierungen jederzeit aus dem Fränkischen Bund ausgeschlossen werden können. Ein weiterer prominenter Rechter, der ausgeschlossen wurde, war der NPD – Funktionär Jürgen Höhl aus Untersteinach. Es war ein hartes Stück Arbeit, berichtet Joachim Kalb, den Verein von Rechtsradikalen zu säubern. Jedoch ist hierin der vielleicht größte Verdienst des Fränkischen Bundes zu erblicken: Bereits Anfang der 1990er Jahre ist es auf diese Weise gelungen, das Thema Franken den Rechtsradikalen zu entreißen.

„Regionalismus heißt nicht Patriotismus!“ stellt Kalb klar, dessen Verein inzwischen auch Mitglied im Bündnis gegen Rechts ist. „Das Thema Franken gehört nicht in solche Hände!“ Er mahnt die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Kampfes gegen Rechts an; alle Demokraten seien dazu aufgerufen, sich gegen die in ihren Methoden subtiler werdenden Rechten abzugrenzen und diese zu entlarven.


 

Franken als europäische Region sichtbar machen. „Wir müssen die Interessen unserer Region im Zeitalter der Globalisierung innerhalb Europas vertreten!“ umreißt Kalb die heute vordringlichste Aufgabe des Fränkischen Bundes. Zwar hatte der Fränkische Bund nach Ausschluss der Rechten mit einem neuen Vertrauensmann, Dieter Ludwig, nochmals ein Volksbegehren zum Thema Bundesland Franken angestrengt. Doch scheiterte dieses vor dem Bundesverfassungsgericht.

Noch immer stehen die Mitglieder des Fränkischen Bundes zu der Überzeugung, dass Franken als eigenständige Region (Teile Thüringens und Baden-Württembergs einbeziehend) nach der im Grundgesetz verankerten möglichen Neuregelung der Bundesländer so viel Anspruch auf Eigenständigkeit haben müsste wie etwa das „Hybridland“ Rheinland-Pfalz, das nie ein eigenes Wappen besessen hatte. Die Durchsetzung eines Bundeslandes Franken jedoch steht nicht im Vordergrund der Arbeit des Vereins und wird nicht mehr verfolgt. Joachim Kalb verteidigt seine Gruppe gegen den Separatismusvorwurf. Separatismus hieße, ein Landesteil der Bundesrepublik – etwa Bayern – wolle sich verabschieden und einen eigenen Staat innerhalb Europas bilden. Hier geht es jedoch heute lediglich darum, den radikalen Münchener Zentralismus zu demaskieren und zu verhindern, das Bayern europaweit als geschlossene Region auftritt und die fränkischen Gebiete ins Hintertreffen geraten – so gehen beispielsweise EU – Fördermittel verloren, die in Franken dringend gebraucht würden, beispielsweise um die regionalen wirtschaftlichen Benachteiligungen auszugleichen und den daraus resultierenden voranschreitenden Bevölkerungsschwund, etwa in Oberfranken, zu bremsen. Als Beispiele für diese Nachteile führt Kalb an, wie die Oberfränkische Porzellanindustrie – z. B. die Traditionsfirma Rosenthal – ohne jeden Rettungsversuch der Bayrischen Staatsregierung zugrunde ging und dadurch ein wichtiger Arbeitgeber aus der Region verschwand. Hier hätte die rechtzeitige Etablierung von die Industrie beflügelnden Forschungseinrichtungen etwa die Umstellung der Produktion auf keramische Bremsbeläge vorbereiten und das Schlimmste verhindern können… Doch solche Forschungseinrichtungen gibt es zumeist nur im Raum München.

Kein Hass auf die Bayern
Auf keinen Fall, so Kalb, ginge es darum, einen Hass gegen Bayern zu schüren, das nutzt niemanden! Ein Ziel wäre es jedoch, die fränkischen Mandatsträger dazu zu bringen, in München konsequent für die Region einzutreten, in der sie gewählt wurden. Dies ist leider nicht selbstverständlich. Wer sich für Franken einsetzt, wird oft als Oppositionszugehöriger empfunden, was so aber nicht stimmt. Der Einsatz für die Region sollte über den Parteiinteressen stehen, doch wollen die meisten Politiker innerhalb Bayerns etwas werden und ordnen sich so im Zweifelsfalle den bayrischen Parteiinteressen unter. Insbesondere Unionsmitglieder können sich oft nur heimlich der Fränkischen Sache verschreiben, um keinen Karriereknick befürchten zu müssen! Hier versucht der Fränkische Bund als überparteilicher Verein ausgleichend einzugreifen, die MdLs aller Parteien auf regionale Treue zu verpflichten. Doch sollte das Engagement für die Region nicht nur Parteipolitikern vorbehalten sein, jeder Bürger sollte ein demokratisches Mitspracherecht haben und objektive Informationen zu fränkisch-regionalen Problemen erhalten können, auf deren Basis eine mündige Mitgestaltung des sozialen Lebens erst möglich ist.

Zur Zeit widmet sich der Fränkische Bund einem Problem, das fast zu lächerlich scheint um wahr zu sein, es aber dennoch ist. Es handelt sich um die Frankenfahne, den weiß-roten Rechen. Kaum zu glauben: Aber auf öffentlichen Gebäuden, zum Beispiel: Auf der Kulmbacher Plassenburg, darf sie nicht wehen. Selbst während des im Sommer bevorstehenden Tages der Franken wird hoch über Kulmbach nur das Wittelsbachsche weiß-blau zu sehen sein. Die Frankenfahne ist nicht erlaubt! Welche Ängste verbindet man wohl in München mit so einem Stück Stoff? Der Fränkische Bund, ebenso auch die Fränkische Arbeitsgemeinschaft und auch der Frankenbund, drei Franken liebende Gemeinschaften (die wir hier im Franken-Magazin nun nacheinander vorstellen werden), bemühen sich, dieser Farce beizukommen. Das ist übrigens nur eines von vielen Beispielen der wachsenden Zusammenarbeit dieser fränkischen Gruppierungen.

Der Fränkische Bund hat heute ca. 600 Mitglieder, die zumeist einen höheren Bildungsstand aufzuweisen haben. Er finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge. Es herrscht ein strenges Regiment – es gibt keine Karteileichen, wer seine Beiträge nicht zahlt, fliegt ebenso schnell raus wie politisch Verdächtige. „Unser Verein hat nichts zu bieten“ berichtet Kalb, „Wir bringen den Mitgliedern keine persönlichen Vorteile, keine Butterfahrten oder sonstigen Vergnügungen. Aber Leute, deren Einstellung unserem fränkischen Denken entspricht, sind willkommen, werden aufgeklärt und informiert.“ Dies geschieht durch die regelmäßige Zusendung eines Pressespiegels zu fränkischen Themen an die Mitglieder und Interessierten, die sich unter www.fränkischer Bund.de für den Newsletter anmelden. Die Organisationsform des Fränkischen Bundes bezeichnet Kalb als „diffus fränkisch – freiheitlich“. Unter Hinweis darauf, das die deutschen Freiheitsideale von 1848 vor allem in Franken Tradition hatten und weiter fanden (Kalb: „Franken gab den Hugenotten eine Heimat, in München durfte kaum ein evangelischer Bäcker einen Laden eröffnen“), wird die Gruppe von fünf gleichberechtigten Vorständen geleitet – jeder macht was er will und soviel er schafft! Ein derart freiheitlich organisierter Verein kann nicht leicht zerschlagen werden!

Thema: Frankenseite | 3 Kommentare

32.Frankens berühmte Söhne

Sonntag, 28. März 2010 | Autor:

Frankenlied

Von Joachim Gehrig,
Fränkischer Bund e. V. ,Würzburger Land

In der Redewendung „frank und frei“, einen Brief „frankieren“, sprich freimachen, in der Währung der Schweiz oder auch im Ländernamen Frankreich haben sich überregionale Erinnerungen an sie erhalten, an die Franken.
Franken, das meint jene Sammlung germanischer Stämme die im 5. Jhrd. vom Rhein aus aufbrach, um gewissermaßen gewaltsam ein vereintes Europa zu gründen, das Frankenreich.

Bereits im 3. Jhrd. wurden die germanischen Stämme rechts des Rheins, also des damaligen Limes, von den Römern als „Franci“ bezeichnet. Was so viel wie „Freie“ bedeutet.

Während nun seit einem Jahrtausend Frankreich als westfränkische Hälfte für sich den Namen der Franken und ihres Reiches als Ganzes beansprucht, nennt sich in Deutschland bis heute ein Rest der östlichen Hälfte, nämlich der nördliche Teil Bayerns und Baden-Württembergs, heute noch Franken. Hier wird deutsche Geschichte allerorten lebendig. Von Franken aus zogen Kreuzritter ins Heilige Land.

Wie etwa der Nürnberger Martin Ketzel. Er war allerdings kein Kreuzritter mehr als er 1477 seine Heimatstadt verließ. Ihm ging es auch nicht um die Bekämpfung der „Ungläubigen“. Der brave Ritter Ketzel wollte lediglich vor Ort die Entfern-ungen aller Stationen, die vom Kreuzweg Christi überliefert sind, nach Schritten abmessen, damit er in Nürnberg einen genauen Kreuzweg nachbilden lassen konnte.

Aus dem Fränkischen kommen auch einige der bekanntesten Minnesänger des Mittelalters. In Würzburg etwa soll Walther von der Vogelweide begraben sein, der den Literaturwissenschaftlern als „größter deutscher Liederdichter des Mittelalters gilt“. In dem Gedenkstein aus dem Jahr 1930, im Lusamgärtlein, hinter dem Neumünster sind Mulden eingelassen die Vögel als Trink- u. Futterstellen dienen sollen. Denn „Frank und Frei“ fühlte sich dieser „Spielmann des Reiches“. Als erster unter den deutschen Dichtern griff er politische Themen auf und nahm Partei für König und Kaiser und gegen den Papst.

In gleichem Atemzuge zu nennen ist Wolfram v. Eschenbach und sein Parzifal-Epos. Neueren Erkenntnissen zufolge entstanden Teile des Werkes auf der Wildenburg im Odenwald unweit Amorbach. Der Sproß einer erstmals 1268 in Eschenbach, im heutigen Mittelfranken erwähnten Ritterfamilie prägte die Mittelalterliche Ritterepik in Deutschland. Neben vielen anderen, wie z. B. Hugo v. Trimberg, geboren in Wern bei Schweinfurt, Otto v. Botenlauben aus Bad Kissingen oder Konrad v. Würzburg, waren sie die Mitbegründer deutscher Literatur und mithin Vorgänger berühmter Literaten und Poeten späterer Zeiten.

Nicht zu vergessen ein Franke Namens „Regiomontanus“ mit bürgerlichem Namen Johannes Müller, geboren am 14. Juni 1436 in Königsberg in den Hassbergen. Der Mathematiker und Astronom schuf mit seinen Berechnungen erst die Basis für die Entdeckungsreisen berühmter Seefahrer wie Christoph Columbus, Magellan oder Vasco da Gama und stellte die damals führenden Lehrmeinungen italienischer Gelehrter ad absurdum. Er hing an seiner Heimatstadt, denn er nannte sich schon früh nach ihr Johann von Küngsperg oder in lateinischer Übersetzung, was der Mode der Zeit entsprach, Regio Montanus. In Italien gab er sich zeitweilig auch die Namen Johannes Francus oder Johannes Germanicus.

Martin Behaim geboren am 6. Oktober 1459 in Nürnberg, Spross einer angesehenen Fernhandelsfamilie, der führende Kosmograph seiner Zeit und wohl bedeutendste deutsche Seefahrer aller Zeiten. Als er während einer Schiffsreise von Antwerpen nach Lissabon sah, mit welchen Messungen die Niederländer und Portugiesen ihre Schiffe lenkten, erschien ihm dies äußerst primitiv und rück-ständig. Standortbestimmungen des Schiffes waren bis dahin nur in Küstennähe möglich. Er konnte es wahrscheinlich gar nicht fassen, dass die führenden See-fahrernationen weder den Jakobsstab noch Astrolabien und Ephemeriden kannten. Dabei muss ihm klar geworden sein, welche Möglichkeiten sich für diese Staaten ergäben, wenn er ihnen seine Kenntnisse aus der Gelehrtenstube des Regiomontanus zur Verfügung stellte. Die Ergebnisse sind bekannt!

„Damit der gemein Mann nit betrogen werd!“ Adam Riese, geboren 1492 im fränkischen Staffelstein. Ihm verdanken wir unter anderem das was wir heute bürgerliches Rechnen nennen. Adam Riese, im Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit, trug durch sein revolutionäres „Zahlenzauberwerk“ wesentlich dazu bei, dass die Entwicklung des wissenschaftlichen Fortschritts unumkehrbar wurde. In Erinnerung an ihren großen Sohn feierte die Stadt Staffelstein den Beginn des neuen Jahrtausends –richtigerweise- erst zu Beginn des Jahres 2001.

Tilman Riemenschneider, war kein gebürtiger Franke, hatte jedoch seinen Lebensmittelpunkt in Würzburg. Er ist also Franke geworden! Er ist einer der ersten Künstler überhaupt die, nach dem Untergang der Antike, der Materie Holz wieder den lebensechten Ausdruck von Trauer oder Freude verleihen konnten. Seine Bildnisse sind noch heute weit über die Region hinaus und in aller Welt zu bestaunen. Im Bauernkrieg von 1525 der ganz Franken und Schwaben, das Elsass und Thüringen ergriff stellte er sich, als Altbürgermeister von Würzburg, auf die Seite der aufständischen Bauern. Ein Engagement, dass ihm der Fürstbischof und Herzog zu Franken, Konrad II. von Thüngen übel nahm. Nach 1525 sind keine herausragenden Werke Riemenschneiders mehr nachweisbar. Es heißt man ließ ihm die Hände brechen. Wahrscheinlicher aber ist, dass er von der Herrschaft -zur Strafe- keine Aufträge mehr bekam.

Caspar Schott S.J., auch Gaspar Schott (* 5. Februar 1608 in Königshofen; † 22. Mai 1666 in Würzburg) war ein wissenschaftlicher Autor und Pädagoge der Barockzeit. Schott besuchte das Würzburger Jesuitengymnasium und trat 1627 selbst dem Orden bei. Bei seinen Studien in Würzburg lernte er Athanasius Kircher kennen. 1631 flohen die Jesuiten vor den nahenden schwedischen Truppen. Schott wurde vom Orden nach Palermo geschickt, um seine Studien abzuschließen. Er blieb 20 Jahre in Sizilien als Lehrer für Mathematik, Philosophie, Moraltheologie an der Jesuitenschule in Palermo. 1652 sandte ihn der Orden nach Rom als Unterstützung für die wissenschaftlichen Arbeiten Kirchers. Er entschloss sich, Kirchers Arbeiten zu publizieren. 1655 kehrte er als Professor ans Würzburger Gymnasium zurück, wo er zeitlebens Mathematik und Physik unterrichtete. Er war Hofmathematker und Beichtvater des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn.

Franz Daniel Pastorius, geb. am 26. September 1651 in Sommerhausen a. Main gründete die erste deutsche Siedlung in Nordamerika, in der britischen Kolonie Pennsylvania, und nannte sie Germantown. Nebenbei war er einer der aller ersten Verfechter der menschlichen Freiheit und Gleichheit er griff der späteren Sklavenbefreiung in Nordamerika und der französischen Revolution weit voraus.

Last but not least, Balthasar Neumann, geboren 1687 in Eger, gestorben 1753 in Würzburg. Er kam als junger Bronzegießergeselle nach Würzburg. Das gute Schicksal wollte es, dass er eine Würzburgerin heiratete und mit ihr, in dieser Stadt, seine Familie gründete. Hätte es ihn nicht gegeben – wir stünden heute an dieser Stelle vielleicht im Freien. Blickten wir aus dem Fenster würden wir möglicherweise an dem Platz, an dem sich die fürstbischöfliche Residenz majestätisch erhebt, nur einen Parkplatz sehen? Wir wissen es nicht! Was wir aber wissen ist, dass sich die Bauten dieses begnadeten Baumeisters wie eine Perlenkette durchs Frankenland bis ins Rheinland ziehen. Schon nicht mehr ganz jung stand der berühmte Wahlfranke als Stückjunker der fränkischen Kreisartillerie -im Türkenkrieg von 1719- vor Belgrad. Von Prinz Eugen im Feldlager nach seiner Herkunft befragt, wies Neumann auf seinen Geburtsort Eger. Also ist er ein „Böhm“ erwiderte der Savoyer. „Nein, ein Frank!“ gab Neumann zur Antwort. Seine militärische Karriere beendete Balthasar Neumann als Obrist der Fränkischen Kreisartillerie. Aber auch als Festungsbaumeister war er ein gefragter Mann, so baute er unter anderem die Festung Würzburg und die Festung Ehrenbreitstein -hoch über Koblenz gelegen- nach damaligen modernsten Gesichtspunkten aus.
Balthasar Neumann kann mit all seinen Genies, sei es als Stückgießer, als Soldat, Festungs- und Schlossbaumeister, ohne zu übertreiben als Universalgenie seiner Zeit bezeichnet werden.

Die Reihe der großen Franken ließe sich, mit dem Humanisten Ullrich von Hutten aus Birkenfeld in den Haßbergen, den großen Söhnen Karlstadts, wie dem Chemiker Rudolf Glauber, Erfinder des Glaubersalzes, dem Mathematiker Johann Schöner, Andreas Bodenstein alias Dr. Carlstadt, Reformator und zeitweise enger vertrauter Luthers, den Gebrüdern Cranach aus Kronach, den Nürnbergern Veit Stoß, Albrecht Dürer und Peter Henlein, dem Erfinder der Taschenuhr, oder dem Maler Matthias Grünewald, genannt „Meister des Schreckens“, noch eine ganze Weile fortführen.

Doch möchte ich mich jetzt in die Zeit nach der Säkularisation begeben. In eine Zeit in der fränkische Leistungen gerne von Bayern vereinnahmt werden.

Jean Paul, Dichter und Romancier, mit bürgerlichem Namen Fritz Richter, geb. am 12. März 1763 in Wunsiedel. „Ich bin gern in dir geboren, kleine, aber gute, lichte Stadt! Städtchen am langen hohen Gebirge, dessen Gipfel wie Adlerhäupter auf uns hernieder sehen“ waren Altersworte des Dichters.

„Ihr Deutschen von dem Fluthenbett des Rheines, bis wo die Elbe sich in´s Nordmeer gießet, Die ihr vordem ein Volk ein großes hießet, Was habt ihr denn, um noch zu heißen eines“. Diese Zeilen stammen von keinem geringeren als Friedrich Rückert, geboren am 16. Mai 1788 in Schweinfurt, draufgängerischer Dichter für das verloren gegangene nationale Bewusstsein der Deutschen, Romantiker und Orientalist. Am Ende seines Lebens beherrschte er neben syrisch noch, sage und schreibe, 43 andere Sprachen.

Wer von Ihnen trägt heute Blue Jeans? Ohne Levi (Löb) Strauß, geb. am 26.Februar 1829 im fränkischen Buttenheim müsste er vielleicht in Unterhosen dasitzen. Der Sohn eines jüdischen Schnittwarenhändlers wanderte um 1852 nach Amerika aus um dort mit Stoffen zu handeln. Die Erfolgstory der Bluejeans begann mit dem Goldrausch in Kalifornien als die Goldgräber stabile Hosen brauchten.

Wer denkt schon, wenn er Fahrrad fährt an Schweinfurt? Friedrich Fischer konnte als erster exakt runde Kugellager herstellen und revolutionierte die menschliche Fortbewegung.

Ludwig Erhard, geboren am 05.Februar 1897 in Fürth. Von seinen Landsleuten „Volkskanzler“, im Ausland Mr. Wirtschaftswunder genannt. Er war deutscher Wirtschaftsminister und Begründer der „sozialen Marktwirtschaft“.

Der Physiker und Nobelpreisträger von 1932, Werner Heisenberg, geboren am 05. Dezember 1901 in Gramschatz bei Würzburg. Mitbegründer der Quantenmechanik und Schöpfer der Heisenberg´schen Unschärferelation.

Henry Kissinger, amerik. Außenminister aus Fürth, der als Jude seine fränkische Heimat verlassen musste um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen, Grete Schickedanz ebenfalls aus Fürth, Begründerin eines der größten Versandhäuser Europas, Alois Alzheimer, Psychiater und Neurologe, Erforscher der gleichnamigen Alterskrankheit aus Marktbreit, Ernst und Willy Sachs die Industriellen aus Schweinfurt, Erfinder der Fahrradnabe mit Freilauf und Rücktrittbremse und Gunter Sachs, bekannter Playboy und Jetsetter der 60er Jahre, schließen die Liste bekannter und berühmter Franken der Neuzeit bei weitem nicht ab.

An dieser Stelle alle, über unsere Grenzen hinaus bemerkenswerte Franken, aufzuzählen würde den hiesigen Rahmen erheblich sprengen!
Weiterführende Literatur ist im Buchhandel erhältlich.

Thema: Frankenseite | 2 Kommentare

16.Frankenlied

Dienstag, 24. November 2009 | Autor:

Frankenlied

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten; den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zur schönen Sommerzeit ins Land der Franken fahren! Valleri, vallera, valleri, vallera, ins Land der Franken fahren!

Kleinziegenfeld


Der Wald steht grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten; sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines. Valleri, vallera, valleri, vallera, beschert uns etwas Feines.

Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten. hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne war’ ich mitgewallt, ihr Pfarr’ wollt mich nicht haben! So muss ich seitwärts durch den Wald als räudig’ Schäflein traben. Valleri, vallera, valleri, vallera, als räudig Schällein traben.

Staffelberg 18.04 (24)

Zum heil’gen Veit von Staffelstein komm ich empor gestiegen und seh’ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen. Von Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite stromdurchglänzte Au – ich wollt’, mir wüchsen Flügel. Valleri, vallera, valleri, vallera, ich wollt, mir wüchsen Flügel.


Thema: Frankenseite | Beitrag kommentieren

5.So schön ist unser Frankenland

Montag, 31. August 2009 | Autor:

Frankenlied

Nur Franken kennen den Wert - Schäuferla

Kuhherde bei Hesselberg

Kuhherde bei Hesselberg

Kultur in Franken - unsere Kühe haben Klopapier

Kreuzberg Sept.09

Kreuzberg September 2009

König Ludwig Kanal 2009

König Ludwig Kanal 2009

Am König Ludwig Kanal Sept.09

Am König Ludwig Kanal September 2009

Schleußenhaus König Ludwig Kanal

Schleußenhaus König Ludwig Kanal

Nürnberg Christkindles Markt Dez.09

Nürnberg Christkindles Markt Dezember 2009

Nürnberg Schöner Brunner Dez.09

Nürnberg Schöner Brunnen Dezember 2009

Forchheim Adventskalender Dez.09

Forchheim Adventskalender Dezember 2009

Bamberg altes Rathaus 2008

Bamberg altes Rathaus 2008

Innenhof Schlenkerla

08.01.09 1
Winter Impressionen
Herbst6 14.10.08

Feldweg Oberreichenbach

08.05.08 8

Frühjahr 09 in Oberreichenbach

Frühling 04 007

Schloßallee Pommersfelden

19.05.07 4

Schloß Weißenstein Pommersfelden

Winter Kirche Pommerf

Dorfkirche in Pommersfelden

Winter Weißenstein 12.99

Winter Schloß Weißenstein Pommersfelden

Winter Mühle  1982

Mühle in Pommersfelden

Park Aug1 05

Schloßpark Pommersfelden

Frühling 04 016

Schloßpark Pommersfelden

Gänse 14.10.08

Hof Impression Oberreichenbach

Radweg 5 10.09.09 23

Ein stolzes Frankendorf

Freiheit für Franken

Freiheit für Franken

Schloß Weißenstein Pommersfelden

Schloßallee im Herbst

Schloß Weißenstein Innenhof

Kellerhaus Cafe Pommersfelden

Kellerhaus Cafe Pommersfelden

Geyerswörthbrücke Bamberg

Rapsblüte 2008

Tanzenhaid

Flur Oberreichenbach

Tanzenhaid Dezember 2009

Kleinziegenfeld

Ein Franke

Staffelberg

Frühjahrsmarkt Nürnberg

Thema: Frankenseite | Ein Kommentar

1.Franken in Bayern – ein Problem!

Donnerstag, 20. August 2009 | Autor:

Frankenlied

Liebe Leser,

als ich eines der letzten Exemplare dieses Buch erwerben konnte und gelesen habe, ist in mir der Wunsch entstanden den Text zu veröffentlichen.

Von der  FAG(Fränkischen Arbeitsgemeinschaft) wurde  der Text ins Netz gestellt.

Man braucht viel Liebe gegenüber Bayern, wenn man studiert, wie man mit uns Franken in den letzten 200 Jahren umgesprungen ist.

Ich hoffe und wünsche mir, dass bei vielen Menschen in Franken ein „Ruck durch die Reihen geht“, und wir uns nicht länger als Zahler für die „Schicke micki Region“ München und Oberbayern benutzen lassen.

 

Befreit uns von den Baiern

Thema: Frankenseite | 2 Kommentare