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269. Wir sind eindeutig Franken!

Freitag, 6. Dezember 2013 | Autor:

Frankenlied

 

 

Ein Kommentar aus fränkischer Sicht von Joachim Kalb

 

Als kürzlich eine sog. Expertenkommission der Thü­ringer Landesregierung sich anschickte, die frän­kisch-hennebergischen Landkreise südlich des Rennsteiges zu zerschlagen und ohne Rücksicht auf gewachsene geschichtliche und ethnische Strukturen neu zuzuschneiden, gab es massiven Widerspruch. Die Landrätin des Landkreises Sonneberg, Frau Zitzmann, der Landrat des Landkreises Hildburg­hausen, Herr Müller, und der Oberbürgermeister der kreisfreien Stadt Suhl, Herr Dr. Triebel, sprachen eine schlichte und Jahrhunderte alte Wahrheit aus, die nicht nur den Aktivisten des Fränkischen Bundes bekannt sein dürfte: ‚Wir sind eindeutig Franken!‘ Sie zogen gar eine Angliederung ihrer Landkreise an die benachbarten fränkischen Regierungsbezirke nach Art. 29 GG in Betracht. Unterstützung fanden sie hierbei u.a. über Umfragen mit hoher Beteiligung im Internet und in der Tagespresse.

Wappen_Landkreis_Schmalkalden-Meiningen – Wikipedia

Wappen_Landkreis_Sonneberg – Wikipedia

Wappen_Landkreis_Hildburghausen – Wikipedia

Wappen_Stadt Suhl – Wikipedia

Prof. Dr. Herrmann aus Schmalkalden-Meiningen brachte es auf den Punkt: ‚Wir sind nun mal keine Thüringer, sondern Franken, was analog der fränki­schen Gebiete des Freistaates Bayern und Baden-Württembergs nach 23 Jahren des Wiederfindens unserer ethnischen (fränkischen) Identität auch im Freistaat Thüringen endlich anzuerkennen und unmissverständlich zu artikulieren wäre. Ist es wirk­lich so schlimm, die Menschen südlich des Renn­steiges als das zu bezeichnen, was sie sind, nämlich Franken? Es verbindet sie mit den Franken am Main, an Regnitz und Altmühl eine gemeinsame bzw. eng verbundene Kultur und Geschichte, ein gemein­samer ostfränkischer (mainfränkischer) Dialekt, gemeinsame Traditionen und Bräuche usw. Sie füh­len sich selbst als Franken, demonstrieren dies seit Jahrhunderten durch die Aufnahme des fränkischen Rechens bzw. der hennebergischen Henne in Wappen, Fahnen und Siegel.‘

 

Das heutige Gebiet des Landkreises Hildburghausen gehörte in geistlicher wie in weltlicher Hinsicht eine Zeit lang zum Würzburger Bistum,

Die Zugehörigkeit zu diesem fränkischen Bistum wird durch den so genannten ‚Fränkischen Rechen‘- drei silberne Spitzen in Rot – dargestellt.

 

Begehrlichkeiten weckte der Vorstoß der ‚Renn­steigfranken‘ auch bei Innenminister Herrmann, der sich über ‚einen Anschluss freuen würde‘.

Ein eifriger Scharnagl-Fan (Leserbrief) träumte gar von einem Großbayern als selbstständigen Staat in Europa – ein düsteres separatistisches bedrohliches Szenario für jeden realistisch denkenden Franken! Welcher ‚frank und freie‘ Bürger unserer fränki­schen Gesamtregion würde schon seine deutsche Staatsbürgerschaft aufgeben und sich freiwillig noch mehr einem zentralistisch geführten, und von Mün­chen/Oberbayern dominierten Bayern ausliefern?

Nicht nur im Fränkischen Bund e.V. würde man sich über eine fränkische Wiedervereinigung nach der deutschen Wiedervereinigung jedenfalls sehr freuen. Zusammen mit unseren Henneberger Franken in unmittelbarer Nachbarschaft hätten wir sicher bessere Chancen, gegen die oberbayerische ‚mir-san-mir‘-Politik anzugehen und München/ Oberbayern auf das Normalmaß herunterzuschrauben.

Die Zukunft unserer fränkischen Heimat liegt nicht in Uneinigkeit oder einem ’sich gegeneinander Aus­spielen lassen‘, sondern in einer gesamtfränkischen Identität und Solidarität zwischen Tauber und Renn­steig sowie zwischen Selb und Aschaffenburg!

Schlußbemerkung:

Wie kaum anders zu erwarten war hat die „mia san mia“ Fraktion schon wieder ihre Krallen ausgestreckt, um das zu wiederholen was schon 1806 geschah. Eine neue Region ausrauben und sich mit fremden Federn schmücken.

M.T.

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Thema: Fränkischer Bund

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4 Kommentare

  1. 1
    Sternla 

    Dem Artikel ist nichts zuzufügen, ein Lob an den Autor!
    Anzumerken finde ich allerdings, dass es in meinen Augen nicht machbar ist, einem nichtfränkischen Bevölkerungsteil eine gesamtfränkische Identität aufzudrängen. Es wird im bayerischen Teil Frankens anscheinend immer davon ausgegangen, hier gäbe es nur ausschließlich Franken, jedoch gibt es dort auch andere Volksstämme, wie zum Beispiel die Schwaben in Dinkelsbühl; im gesamten Landkreis Wunsiedel werden bis auf Weißenstadt und Kirchenlamitz oberpfälzische Dialekte gesprochen, am Untermain rund um Aschaffenburg und Miltenberg herrschte das Bistum Mainz bis zur Rheinbundakte 1806. In vielen Wappen der dortigen Ortschaften ist das Mainzer Rad vertreten und was wichtiger ist: hier spricht man nicht fränkisch, sondern hessische Dialekte! Auch wenn gerade die Menschen am Untermain darauf bestehen, noch zu Bayern zu gehören, Franken sind sie allemal nicht!

  2. 2
    intern 

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wie immer gibt es bei jeder Medaille zwei Seiten.Meine Definition von Franken lautet: Jeder der sich in Franken wohl fühlt und für fränkische Interessen eintritt, gegenüber der „mia san mia“ Fraktion ist in Franken willkommen. Wir sind weltoffen und können über uns oft selbst schmunzeln.Sie finden in diesem Blog viele Artikel wieder, die diesen Ihren Aspekt genauer beleuchten.

  3. 3
    friedrich 

    wo befinden sich die kunigundenkrone von 1063 und andere schätze

  4. 4
    intern 

    Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Über 5000 Kunstschätze wurden vor über 200 Jahren gestohlen und liegen in München. Viele davon in Abstellkammern weil man sie gar nicht alle zeigen kann. Hier in Franken müßten sie ausgestellt sein, aber dann würden die Touristen nach Franken kommen. Sie finden viele Beiträge dazu hier in diesem Blog. Schauen Sie unter Kategorie Beutekunst.

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