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81. Verrat an fränkischer Heimat

Sonntag, 24. Oktober 2010 | Autor:

Frankenlied

 

 

Von dieser Marke kommt bei uns nichts ins Haus!

Schauen Sie sich dieses Bild einmal genauer an, und lesen Sie:

Aus 100% bayerischer Meerrettichrohware!

Aber 100% aus Franken. Ist eine solche Werbung noch ehrlich?

Wo bitteschön wo gibt es etwas bayerisches in Franken?

Verrat an fränkischer Heimat

Ist es nicht ein Jammer, dass die fränkischen Meerrettich Erzeuger Ihre Ware mit „Bayerischer Meerrettich“ vermarkten, und diesen Begriff haben auch noch schützen lassen. Da wird gar behauptet, dass die Vermarktung europaweit besser wäre, weil man mit Bayern besser punkten kann. „Man müsste dumm sein, wenn man den Vorsprung, den Bayern international genießt, nicht nutzen würde.“

Wenn man diese Aussage von den Herstellern einmal im Umkehrschluss betrachtet, dann sind die Erzeuger aus dem Allgäu mit dem „Allgäuer Käse“, oder die fränkischen Winzer mit dem „Frankenwein“, oder die Nürnberger mit den „Nürnberger Rostbratwürsten“, dumm oder blöd, weil sie ihren Wein nicht „Bayernwein“ oder „Bayernrostbratwürste“ etikettieren. Man muss sich hier wirklich fragen: „Geht’s noch dümmer“?

Die Bayerngilde jedenfalls reibt sich die Hände und lacht sich eines.

Nur gut, dass wir in Franken auch Geschäftsleute haben, die mit derartig verdrehten Ansichten nichts am Hut haben, und die Ihre fränkische Heimat in der Außendarstellung würdig vertreten und nicht so missachten.


Wenn man mit normalem Verstand die nachfolgende Aufzählung einmal sorgsam liest, dann wird man unweigerlich erkennen müssen, dass der Meerrettich mit Bayern so viel zu tun hat, wie der Bambus mit Norwegen.

Man muss sich einmal überlegen: „Alle 99 Hersteller, die die geschützte geografische Angabe „Bayerischer Meerrettich“ oder „Bayerischer Kren“ nutzen und in das Kontrollsystem aufgenommen sind, stammen aus Franken“.

Als normaler Bürger kann man solches Handeln nicht mehr verstehen. Welche Interessen hier wirklich eine Rolle spielen,  kann man nur erahnen.

Mir kommt diese Kampagne so vor, dass am „Bayerischen Wesen“ die Welt genesen müsste. Alles was nur möglich ist, wird bajuwarisiert, und dann gibt es noch „sogenannte Franken“, die eine solche Kultur fördern. Do fällt mer nichs mer ein.

Noch so ein Beispiel ist der Tourismus in Franken. In der Werbung von Bayern im Ausland, werden Sie sehr selten etwas von Franken hören. Bayern ist Schloss Neuschwanstein – mit fränkischen Geldern gebaut – Berge, Oktoberfest und München.

Aber jeder fränkische Tourismusprospekt wird mit der weiß-blauen Raute verunziert.

Es gibt noch keine einzige fränkische Lebensmittelherstellbezeichnung der EU. Zufall? Oder steckt da ein System dahinter?

Lesen Sie einmal was Wikipedia dazu zu sagen hat:

Zusammenhang mit dem geographischen Gebiet: Die Bezeichnung „Bayerischer Meerrettich“ oder „Bayerischer Kren“ wird seit Jahrhunderten für Meerrettich verwendet, der in Bayern erzeugt und verarbeitet wird. Meerrettich soll im 15. Jahrhundert vom Markgrafen Johannes Alchemista am Fluß Regnitz eingeführt worden sein. Exakte Hinweise finden sich erstmals in dem Buch „Die Nymphe Noris“ von 1650, wobei vom „Böhmischen Kraen im Knoblauchsland“ (Franken) die Rede ist. Der Feldanbau von Meerrettich zwischen Forchheim und Erlangen wird 1787 von Johann Füssel in seinem Reisetagebuch erwähnt. Nach der Eröffnung des Ludwig-Donau-Kanals im Jahre 1846 wurde der „Bayerischer Meerrettich“ oder „Bayerischer Kren“ von Baiersdorf aus nach Österreich und Ungarn, aber auch nach Israel, USA, Russland und in andere Länder verschifft. Seit 1912 wurde Meerrettich von Herstellern in Baiersdorf und Umgebung auch gerieben und gebrauchsfertig angeboten. Um die bekannte Meerrettichstadt Baiersdorf befindet sich das traditionsreichste Anbaugebiet der Welt. Zugleich ist es auch heute noch das bedeutendste in Deutschland.

Oder

Geografisches Gebiet: „Bayerischer Meerrettich“ oder „Bayerischer Kren“ muss in Bayern auf geeigneten Böden, wie sie insbesondere in Mittel- und Oberfranken vorkommen, angebaut und ebenfalls im Freistaat Bayern verarbeitet werden. Die Verarbeitung der Rohware erfolgt traditionell vor allem in den fränkische Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch/ Bad Windsheim und Forchheim.

Wir Franken können bis zum Sankt Nimmerleinstag warten, bis Bayern so eine Verrücktheit machen würde.

Viele Franken sind der Landtagsabgeordneten Helga Schmitt-Bussinger aus Schwabach dankbar, dass Sie diesen Missstand einmal öffentlich angesprochen hat.

Im Oktober 2010 hat mich ein E – Mail eines fränkisches Meerretticherzeugers erreicht, dass folgenden Wortlaut hatte:

Wir Franken dürfen unseren Meerrettich nicht „Fränkisch“ oder „Fränkischer Meerrettich“ nennen, nach Münchner Meinung, weil es sonst rechtsanwaltschaftliche Auseinandersetzungen geben wird.

Wir Franken sollen unsere Identität verleugnen.

copyright www.Frankenland-versand.de

 

Wer jetzt in Franken noch nicht begriffen hat, wie man mit uns umspringt, den ist leider nicht mehr zu helfen. Allen anderen die über derartige Vorgänge einmal fünf Minuten nachdenken, kann ich nur raten, sich dies bis zur Wahl im Jahre 2013 gut zu merken. Dann gibt es die Möglichkeit eine fränkische Partei zu wählen die fränkische Interessen im Sinne des Bürgers von Franken vertritt, und nicht ein Parteibuchgewissen haben.

M.T.

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Thema: Wo Franken Spitze ist

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7 Kommentare

  1. 1
    intern 

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Da gebe ich IHnen mit Ihrer Vermutung vollkommen recht. Wenn ein fränkischer Unternehmer ein Urfränkisches Produkt bayerisch nennt, dann ist dies mehr als merkwürdig. Darum wurde vor Jahren auch schon dieser Artikel verfasst. Ein solches Mann hat im Aufischtsrat nichts zu suchen, da kann er noch so viel Geld haben. Wichtig ist Heimatverbundenheit.

  1. […] Diese Leidenschaft für die Heimat kann ich bei vielen anderen “fränkischen” Vereinen leider nicht feststellen, was bedauerlich ist. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass man sich zu sehr […]

  2. […] Muß denn jeder Schrott mitgemacht werden? Diesen billigen Abklatsch, den jeder bayerische Radiosender zigfach zum Oktoberfest ausruft? Wie tief ist das fränkische Vorzeigefest denn da gesunken? […]

  3. […] Das alles reicht noch nicht. Fast jeder fränkische Werbeprospekt wird mit der weiß-blauen Raute ve… […]

  4. […] Die CSU kann dies nur dann, wenn sie sich sicher ist, dass das Volk der Franken dies nicht begreift was hier ab geht, oder, dass man seine eigene fränkische Identität schon aufgegeben hat. […]

  5. […] gesieht bei der Kultur, bei Tradition, bei Produkten, bei der Sprache […]

  6. […] ist ein Unternehmer, der in Franken (Baiersdorf) eine fränkische Spezialität (Kren / Meerrettich) herstellt und als “bayrisch” verkauft. Der Erfolg gibt ihm recht, aber ich wäre mir nicht so sicher, ob nicht die von ihm zitierte […]

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