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86. Biere aus Franken erobern Nürnberg

Donnerstag, 11. November 2010 | Autor:

Frankenlied

 

 

Immer mehr Franken unterstützen fränkische  Firmen, die ein klares Bekenntnis zu Ihrer Heimat ablegen. „Geschäftemacher“ die den „Franken“ nur für Ihre eigenen Interessen benutzen werden nicht unterstützt; zumindest nicht von mir.

BIERKULTUR

Zahlreiche Brauereien aus der Region haben beim Fränkischen Bierfest im Nürnberger Burggraben mit ihren flüssigen Spezialitäten beim Publikum gepunktet. Rund 130 000 Besucher waren von der fränkischen Biervielfalt begeistert.

 

 

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Deutschland_Bierkarte –  Franken konnte nur mit Sonderausschnitt dargestellt werden

VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED NIKOLAS PELKE

Nürnberg — Die Biervielfalt ist Trumpf in Franken. Beim „Fränkischen Bierfest“ in Nürnberg haben zahlreiche kleinere Brauereien aus der Region die Frankenmetropole im Sturm erobert.
„Die Nürnberger sind voll auf unser Bier abgefahren“, freut sich Georg Stöckel von der gleichnamigen Brauerei aus Hintergereuth im Ahorntal. „Der Trend geht bei den Städteern eindeutig wieder zum fränkischen Bier“, hat der 23-jährige Braumeister bei den Biertagen im idyllischen Burggraben festgestellt.
„Auch die Jugendlichen stehen wieder auf fränkische Bierspezialitäten mit Tradition“, erzählt Georg Stöckel weiter. Vielleicht habe der Trend auch mit der Ökowelle und dem Bedürfnis nach regionalen Produkten zu tun. Hauptgrund sei freilich – das ist sich der junge Braumeister aus dem Ahorntal sicher – der Geschmack. „Unserer fränkischen Biere schmecken im Vergleich zu den Großbrauereien einfach besser “, sagt Stöckel selbstbewusst. Auch Mike Schmitt von der Pretzfelder Brauerei Nikl-Bräu ist von der Resonanz auf dem Bierfest begeistert. „Ich bin heuer schon zum zweiten Mal beim Bierfest dabei“, erzählt der Braumeister, der sich seit zwei Jahren mit seinem Nikl – Bier einen Namen gemacht hat. „Die Leute wollen eben ein einzigartiges Bier trinken“, betont Schmitt. „Wir in der Fränkischen machen ein Bier, das uns auch selber schmeckt“, sagt er zum Erfolgsgeheimnis. Die Teilnahme beim Nürnberger Bierfest sei eine perfekte Bühne für die kleinen Brauereien. Neben dem Bekanntheitsgrad wächst damit auch generell das Interesse beim Großstadtpublikum. Freilich dürfe auch die Gaudi nicht zu kurz kommen, gesteht der 31-Jährige. „Die Leute sind von den Bieren begeistert, die es nicht überall zu kaufen gibt“, sagt auch Bierfest-Veranstalter Gerd Pickel. Der Nürnberger Gastronom setzt sich schon seit Jahren für die fränkische Bierkultur ein. Heuer seien insgesamt rund 130 000 Besucher in den Burggraben unterhalb der Kaiserburg gepilgert. Hauptsache günstig sei bei den Verbrauchern nicht mehr angesagt. „Die Leute wollen wissen, wo die Produkte herkommen. Dann bezahlen sie auch gern etwas mehr“, ist sich Pickel sicher. Toll findet der Veranstalter auch, dass sich das junge Publikum aus der Großstadt wieder für Bierspezialitäten aus Franken interessiert. Ein riesige Chance sieht auch Johannes Haas von der Edelbrennerei Haas aus Pretzfeld in den benachbarten Großstädten der Region. „Obwohl wir in Nürnberg, Erlangen und Fürth schon gut vertreten sind, ist da noch ein riesiges Potenzial vorhanden“, betont Haas weiter. Auch die Atmosphäre im Schatten der Burg habe eine perfekte Bühne für die Trinkkultur aus Franken geboten. „Für diese Menschenmassen ist das Bierfest sehr gemütlich und familiär.“ Alles sei gelassen und ohne Ausschreitungen über die Bühne gegangen. Beim Nürnberger Publikum seien die fassgelagerten Obstbrände besonders gut angekommen. Die Frucht kombiniert mit einer leichten Holznote ergeben einfach einen runden Geschmack. „Die Fasswilliamsbirne und die alte fassgelagerte Zwetschge waren unsere Renner“, berichtet Haas. Dazu sei freilich der „Dauerläufer“ Haselnussgeist gerne getrunken worden. Auch Norbert Fischer von der gleichnamigen Brauerei in Greuth bei Höchstadt ist vom Bierfest begeistert. Besonders das Rauchbier hätten viele Gäste gelobt. Im Programmheft wird das flüssige Gold wie folgt angepriesen: Geschmack nach Kastanie, eleganter Rauch, herb und nachhaltig im Abgang! Mit dabei waren in Nürnberg freilich auch zahlreiche andere Brauereien aus der Region: Neder aus Forchheim, Lindenbräu aus Gräfenberg, Meister aus Unterzaunsbach, Aufsesser aus Aufseß, Rittmayer aus Hallerndorf, Brauhaus am Kreuzberg und als Premierengast Elch-Bräu aus Thuisbrunn. „Hier kennt jeder jeden“, erzählt Mike Schmitt. Die Brauer verstehen sich „super“ untereinander und trommeln gemeinsam für den Erhalt der fränkischen Bier– und Obstbrandkultur. Da kann es nicht schaden, auch die Massen in der Großstadt einmal im Jahr persönlich zu begeistern.

 

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Thema: Wo Franken Spitze ist

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5 Kommentare

  1. […] »Besonders freut uns, dass wir mithelfen konnten, ein gemeinsames regionales Bewusstsein frei von übertriebenem Patriotismus und weitab von rechtsradikaler Gesinnung in Franken zu entwickeln«, sagt Kalb, der 33 Jahre an der Berufsschule in Bayreuth unterrichtete. Im Bezug auf den Grundschulunterricht wünscht sich der pensionierte Lehrer wieder »mehr Fränkisches«. »Die Kinder wissen zwar, wo Massachusetts liegt, aber nicht, wo Pretzfeld ist.« […]

  2. […] wo sich keiner an gesetzliche Vorgaben zu halten hat und nach Gutsherrenart bestimmt wird? Wir wollen ein ordentliches fränkisches Bier auf der Veste und im Ausschank des Landestheaters haben. Ich glaube nicht, dass man im Nymphenburger […]

  3. […] Da lob ich mir die gewachsene fränkische Bierkultur. Wir haben die größte Brauereidichte und Biervielfalt der Welt. Wir saufen kein Industriebier, sondern genießen samt preiswerter Qualitätsküche ein gepflegtes Seidla Keller im wunderschönen Biergarten oder im urigen Wirtshaus. Wir brauchen dafür keine weiß-blau-gerautete Kampftrinker-Werbung a la Waldemar Hartmann. Wer einmal die gewachsene fränkische Bier- und Weinkultur erlebt hat, kommt automatisch wieder. […]

  4. […] die Karte erst ab Höhe Köln oder Düsseldorf. Aber alles kein Problem für den Kartenzeichner. Auch ganz Bayern ist gesprenkelt mit Brauereien, aber so dicht an dicht wie in Franken? „Wirklich …Sagt der Norddeutsche. Franken war „eine Herausforderung für den Kartografen“. Gelöst hat er […]

  5. […] Bier aus Franken […]

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