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160. Frankenmedaille 2010 an Herbert Bauer

Mittwoch, 4. April 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 


 

 

Fränkischer Bund plädiert für ein „Bundesland Franken“
20-jähriges Bestehen gefeiert – Medaille für Regional-Initiative

 

Main-Post 22.03.2011
(lby) Der Fränkische Bund hat anlässlich seines 20-jährigen Bestehens erneut die Bildung eines eigenen Bundeslandes Franken in die Diskussion gebracht. „In der Hoffnung auf Besserung hat das Projekt ‚Bundesland Franken‘ 15 Jahre lang geruht. Nach dem sich an der Benachteiligung Frankens nichts geändert hat, überlegen wir, das Projekt jetzt wiederaufleben zu lassen“, erklärte das Vorstandsmitglied des Fränkischen Bundes, Joachim Kalb, in Nürnberg.

Den letzten Anstoß dafür hätten die Empfehlungen des Zukunftsrats der Staatsregierung gegeben, die einseitig auf die Förderung der Ballungsräume setzten, sagte Kalb. Der in den 90er Jahren mit einem entsprechenden Vorstoß gescheiterte Fränkische Bund setzt dabei auf EU-Pläne für ein Europa der Regionen. Die Schaffung sogenannter EU-Regionen biete die Chance für eine Neugliederung der Bundesländer. Dabei sollte nach Kalbs Einschätzung neben einem eigenen Bundesland Franken alternativ über einen Zusammenschluss der Bundesländer Franken und Thüringen oder sogar ein neues Bundesland Hessen-Franken-Thüringen nachgedacht werden. Zwischen diesen drei Bundesländern gebe es schon jetzt viele Gemeinsamkeiten, sagte Kalb.

Eine weitere Alternative sei, die Europäische Metropolregion Nürnberg in eine „Metropolregion Franken“ umzuwandeln. In einem solchen Fall müsste sie aber deutlich mehr politische Kompetenzen erhalten.

Die zum dritten Mal verliehenen Frankenmedaille ging in diesem Jahr an Herbert Bauer. Der frühere Manager eines Schreibwarenherstellers in der Region Nürnberg hat im vergangenen Jahr die Regionalinitiative „Echt-Franken“ gegründet. Zur Zeit wird unter dieser Regionalmarke Frischmilch vermarktet; die mit der rot-weißen Franken-Flagge gekennzeichneten Milchtüten sind künftig in den Regalen der fränkischen Rewe-Filialen erhältlich. Demnächst soll unter dem Siegel „Echt-Franken“ auch fränkische Butter, Sahne und Kloßteig in die Supermarktregale kommen.

Nach Kalbs Worten ist es dem Fränkischen Bund während der vergangenen 20 Jahre gelungen, das fränkische Bewusstsein zu stärken. „In Oberfranken finden Sie keine bayerische Fahne mehr. In den Schrebergärten weht jetzt überall der rot-weiße Franken-Rechen“, stellte Kalb fest.

Laudatio für die Verleihung der 3.Frankenmedaille am 18.03.2011!

Von Jochen Pfeuffer (Mitglied im Landesvorstand Fränkischer Bund e.V.)

 

Angesichts der voranschreitenden globalen Vernetzung besinnen sich die Menschen wieder mehr auf Ihre direkte Umgebung. Familie, Wohnort und Heimatregion gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Mensch braucht eine Basis. Gerade in Zeiten von Finanz-, Lobby- und Medienmacht, von Umwelt- und Gesellschaftsproblemen wird das immer wichtiger. In diesen „Krisenzeiten“ verbirgt sich ebenso eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit zu erkennen, dass das Streben nach maximalem Wachstum und der fortlaufenden Steigerung des Bruttosozialproduktes den dauerhaften „Erfolg“ unserer Gesellschaft nicht sichern kann. Es gehört vieles mehr dazu. Beispielsweise die Erziehung und Bildung unserer Kinder, die sozialen Standards und die demokratischen Werte, der Umwelt- und Artenschutz und natürlich genauso das Gefühl sich wohl zu fühlen in der Region in der man lebt. Also, besser ist es regional zu handeln und global zu denken, wie im Bereich der Energiegewinnung oder dem Kauf von regionalen Produkten.

Die Globalisierung und der Schutz der Natur funktionieren eben nur, wenn diese auf die Regionen abgeleitet und dort praktiziert werden.

Das Thema Franken in Bayern und Franken in Deutschland gewinnt somit angesichts dieser ganzen Punkte und eines Europa der Regionen immer mehr an Bedeutung.

Franken muss in einem friedlichen Europa der Regionen gleichberechtigt neben den anderen Regionen stehen, die Entwicklung mitgestalten können und wahrgenommen werden. Wir möchten deshalb in erster Linie das Selbstbewusstsein der Einwohner in der Region und das Selbstverständnis für die Region positiv fördern, und Franken dazu immer mehr Gewicht als gemeinsame Region geben. Wir möchten die Vielfalt Frankens, die von Bayern zur Schwäche gemacht wurde, wieder zu einer Stärke der Region Franken machen. Franken war schon immer bunt, und deshalb setzt sich der Fränkische Bund für diese Vielfalt Frankens ein. Wir brauchen diese Vielfalt um wieder zu einer Einheit zu gelangen. Gerade an einem so historischen Datum wie heute, dem 18.März, ist das wichtig zu betonen. Einheit durch Vielfalt, das ist für eine friedliche, positive Zukunft auch das Rezept für Deutschland und Europa. Für Franken bedeutet das: Zusammenstehen bei den Kulturgütern, im Bereich des Tourismus und ebenso in anderen wirtschaftlichen Gebieten. Die Exzellenzinitiative hat es ja gerade erst wieder gezeigt. Wir brauchen allenthalben die fränkische Zusammenarbeit, um dann den Nachbarregionen auf Augenhöhe zu begegnen.

Ein fränkisches Geschäftsnetzwerk würde nicht nur andauernden Erfolg und versteckte Potentiale hervorbringen, sondern auch ein ideales Sprungbrett für neue Unternehmen bieten. Es gilt die in Franken vorhandenen Qualitäten herauszustellen und konkret diese weiter zu entwickeln. Wir benötigen keine vom Freistaat vorangetriebene Abgrenzung der fränkischen Teile Bayerns. Im Klartext: Die Wirtschaftsinitiativen der Bezirke stehen sich argwöhnisch gegenüber und fördern oft noch eher Misstrauen als Vertrauen und Missgunst statt Miteinander. Es muss endlich selbstbewusst als eigene Marke aufgetreten werden, anstatt bei Bayern das fünfte Rad am Wagen zu sein und nur am Rande, wenn überhaupt, vorzukommen.

Wir haben bereits ein Dachmarken-Logo mit dem fränkischen Rechen. Darunter sollte sich Franken in seiner ganzen Vielfalt als Einheit zeigen, Stärke und Qualität demonstrieren und sich vermarkten. Das führt zu einem positiven Bild und Selbstbild der Region.

 

 

 

Der bewusste Verbraucher möchte Waren aus seiner Region, die Ihm bestimmte Standards garantieren. Dafür ist die Mehrheit bereit mehr zu zahlen, und das bedeutet mehr hochwertige und sichere Arbeitsplätze in Franken.

Die fränkische Natur bietet uns mitunter diese Möglichkeit. Also nutzen wir Sie doch einfach.

Es bedarf nicht unbedingt einer Alleinstellung um regionale Produkte an die Bürger zu bringen.

Es muss zu allererst einmal die richtige Marketingidee und -strategie kommen, und eine Person die sich mit der Region und deren Spezialitäten absolut identifiziert.

So stark, dass Sie mit Ihrer Überzeugung und Ihrem Engagement, nicht nur Ihre Umgebung sondern sogar die Zulieferer der Verbrauchszentren für diese Idee gewinnen kann.

Doch selbst ohne die großen Supermarkt-Ketten, gibt es genügend Absatz- und Kooperationsmöglichkeiten für regionale Produkte. Bauernmärkte,  Regionaltheken, die Gastronomie und der Tourismus können sich gegenseitig fördern, wenn die Qualität stimmt.

Im Idealfall knüpft das Nutzen der regionalen Spezialitäten sogar eine wichtige Beziehung von Stadt und Land, und trägt so zu einer positiven, ausgleichenden Struktur in der Region bei. Deshalb sollten solche Initiativen eher politisch unterstützt und finanziell gefördert werden, als irgendwelche abstrakten Gremien.

Denn hier geht es um eine nachhaltige Entwicklung beim Zusammenspiel von Landwirtschaft, Verarbeitung, Vertrieb und Verbrauch im regionalen Raum.

Es geht um kürzere Transportwege, also weniger Umwelteinflüsse und weniger Straßenbelastung.

 

Regionale Produkte von hoher Qualität bringen mit der Wertschöpfung Arbeitsplätze in die Region. Außerdem steigt somit das Potential für den Tourismus und die Naherholung.

Und durch den einhergehenden Schutz der kultivierten Landschaft, wird bei den Einwohnern die Identität und das Bewusstsein für die Kultur und die Tradition gestärkt.

Sozusagen Tradition mit Zukunft und Weitblick.

 

 

Und, dass Tradition und Moderne sich nicht im Weg stehen müssen, hat unser diesjähriger Medaillenträger bewiesen.

Er ist im Fränkischen in einer kleineren Ortschaft aufgewachsen und hat dort als Kind selbst bei der Landwirtschaft der Großeltern mitgeholfen.

Nach seiner Ausbildung und dem Studium war er in der Großstadt als Marketing-Experte bei einem fränkischen Schreibwarenhersteller sehr lange tätig.

In seinem Vorruhestand hat er nun genau das Konzept für regionales Produktmarketing in die Tat umgesetzt, wie es sich unser Verein mehrheitlich vorstellt.

Mit seinem persönlichen Einsatz hat er es geschafft, dass eine der großen Supermarktketten seine fränkische Initiative an die Konsumenten bringt.

Außerdem ist besonders hervorzuheben, dass die Zusammenarbeit der Milchbauern mit der Molkerei bei der fränkischen Frischmilch länderübergreifend ist.

Denn die fränkische Kooperation, auch zwischen den Franken in Baden Württemberg und Bayern muss gestärkt werden, wie wir alle wissen.

Das oft verwendete Zitat: „Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers!“ , hat er in seinem Sinne verwirklicht und sprichwörtlich generationenübergreifende Arbeit geleistet.

Wie unser Verein, der Fränkische Bund e.V., steht er damit für frische Ideen für Franken.

Für die positive Entwicklung unserer Region sind Personen wie er Gold wert.

 

Und so vergeben wir die Medaille in diesem Jahr an den Gründer der Regionalinitiative

„Echt-Franken“  – an Herrn Herbert Bauer.

 

 

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Thema: Frankenmedaille

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3 Kommentare

  1. Bundesland FRANKEN ja, aber ein Zusammenlegen mit Thüringen und Hessen halte ich absolut nicht für sinnvoll.
    Ein Land mit eigem(er) Dialekt, Geschichte und Kultur sollte nicht von einer Chimäre in die nächste wechseln.
    Das Anstoßen einer grundlegenden Bundesländerreform (Neuordnung) wäre da wesentlich hilfreicher.

  2. 2
    intern 

    Sehr geehrter Kommentator,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre Meinung unterstütze ich voll. Aber es ist in einer Demokratie ja erlaubt eine andere Meinung zu haben, besonders gilt das ja für uns Franken. Außerdem kann der Schreiber des Artikels seine Meinung ja schon lange geändert haben, und ebenso wie Sie und ich denken.

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