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31. Geschichte Frankens Teil 2 Säkularisation

Samstag, 27. März 2010 | Autor:

Frankenlied


 

 

Bamberg_Kaiserdom elsa pixelio.de

Die Säkularisation des Hochstifts Bamberg

Die Säkularisation des Hochstifts Bamberg 1802/1803 (Quelle: Renate Baumgärtel-Fleischmann (Hrsg.), Bamberg wird bayerisch, Bamberg 2003) Zusammengestellt von Friedrich Dörfler Scheßlitz / Peulendorf. Eintrag in der Sterbematrikel der Pfarrei St. Heinrich und St. Kunigunde Burgkunstadt um den 25. November 1803:

„Halte ein, Wanderer! Weinend und klagend betrauert ganz Deutschland den Abschluss des Friedens. Am 23.November 1802 starb nach einjährigem Todeskampf, vom Schlagfluss gerührt, das Fürstentum Bamberg unter seinem Fürstbischof Christoph Franz von Buseck. Totengräber war der bayerische Gesandte von Asbeck. Das gleich Los erlitten alle deutschen Mitrenträger – den von Mainz ausgenommen, den man noch weiter dahinsiechen ließ. So vergeht die Herrlichkeit der Welt“. N. Nieser.

In einem in Amberg abgesandten Schreiben vom 22. August 1802 (vor der Besetzung des Hochstifts Bamberg durch Bayern) an das Churfürstliche geheime Ministerialdepartement der
Auswärtigen Angelegenheiten in München heißt es, „daß auch in diesem Lande (Bamberg) die Kirchenschätze beträchtlich seyen.“ Sie sollten zur Vermehrung der bayerischen Staatseinkünfte dienen. Bald darauf war es soweit.

Die Säkularisation des Klosters Michelsberg

Offizielle Machtübernahme am 29. November 1802 durch das Kurfürstentum Bayern.
Durchführung des Keller- und Bodensturzes = genaue Aufnahme der Wein- und Getreidevorräte. Sie registrierten:

46 Fuder und 7 Eimer Wein (ein Eimer = 90 Liter)

Auf dem Getreideboden befanden sich:

155 Simmer Weizen
626 Simmer Korn
752 Simmer Hafer

Fuder = ca. 10 hl. Alte Maßeinheit. U.a. wurde damit eine „Fuhre“ (ungefähr eine Wagenladung eines zweispännigen Gefährts (von 2 Pferden gezogenen)) bezeichnet.

All dies geschah noch vor der rechtlich gestatteten Inkrafttretung des Reichs-deputationshauptschlusses. Noch im Dezember 1802 war eine Bestandsaufnahme anzufertigen. In 14 Verzeichnissen oder Tabellen hatte das Kloster seinen Personalstand, seine Besitzverhältnisse, seine Stiftungen, die Ein- und Ausgaben, seinen Passiv- und Aktivkapitalstand, den Bestand der Bibliothek und der Gemäldesammlung und vieles mehr darzustellen. Ende März kam ein Kommissär um die Vorgänge zu beschleunigen.

Die großen michelsbergischen Wälder in der Umgebung Bambergs, vor allem der sogenannten Eichwald (= Michelsberger Wald) und der Weipelsdorfer-, Dörfleinser- und Oberhaider-Wald wurden dem kurfürstlichen Forstamt in Bamberg übergeben.

Ergebnis der Versteigerungen der Mobilien 1803:

34 Einzelposten:

Verkauf des Weins, der Weinfässer, der Pferde, der Kutschen, samt Geschirr, des Rindviehs, der Schweine, von Heu, Stroh, Kartoffeln, Orangenbäumen, Zinn (mit Kirchenzinn), Gläsern, Krügen, Spiegeln, Uhren, Porzellan, Musikalien und anderem. Die sehr zahlreichen Gemälde werden zum Teil billigst verkauft oder gar unentgeltlich an das Universitätshaus abgegeben. Die Musikinstrumente und -noten werden ebenfalls versteigert ebenso wie die überaus zahlreichen Paramente. Am Ende der ersten Versteigerungswelle im Juli 1803 werden knapp 25.200 fl. rh. an die geistliche Zentralkasse übergeben, davon allein 12.881 fl. rh. aus dem Weinverkauf.

Alles Gold und Silber aus Kirchenbesitz ist nach Weisung des Kurfürsten zu sammeln und nach München zu schicken. Es wurde in die Schatzkammer des Domes gebracht, dort aufgelistet, gewogen und geschätzt. Um die Edelmetalle möglichst rein nach München zu bringen, mußten die Gegenstände gebrochen und alle Holz- und Eisenteile und andere Metallteile von den Kunst- und Kulturgütern abgeschlagen werden. Sie wurden in 16 Kisten verpackt zum Abtransport bereitgestellt, der jedoch wegen einer Versteigerung in Bamberg nicht erfolgte.

Das meiste Michelsberger Silber befand sich in Kiste VIII, darunter auch der sogenannte Fundationsstab des hl. Otto. Kultgegenstände des Klosters aus Gold befanden sich in Kiste I. Aus der Auflistung kann ersehen werden, wie mit den Gegenständen umgegangen wurde. So befand sich in Kiste I ein goldenes Kreuz, dessen silberne Fassung abgetrennt und in Kiste XVI gesteckt hatte. Weiter wird eine goldene Luna genannt, die man von einer silbernen Monstranz entfernt hatte, die in Kiste II lag. Von einer Mitra hatte man mehr als 10 Lot Perlen abgenommen, dazu besondere Steine, sowie deren Fassungen.

Zur selben Zeit traf im Kloster das von Kurfürst Max IV. Joseph und dem von Minister Montgelas unterzeichnete Aufhebungsdekret vom 13.Juli 1803 ein. Es beginnt mit der Feststellung, daß das Vermögen des Klosters Michelsberg von nun an als zum fürstlichen Kammergut gehörend betrachtet wird und als solches verwaltet wird. In dem Dekret des Kurfürsten wird wiederholt, daß Mobilien und Immobilien, Kostbarkeiten wie Silber, Grundstücke, Gebäude u.a. auf dem Weg der Versteigerung meistbietend zu verkaufen sind und daß bei laufenden Pachtverträgen deren Ende abzuwarten ist.

Kloster Banz und die Säkularisation

Am 30. November 1802, einen Tag nach dem Übergang Bambergs an das Kurfürstentum Bayern, zogen die Kommissare in drei Wellen in Banz ein.

Vereidigung des Abtes auf den neuen Landesherren.

Erstellung des Kassenstandes, Beschlagnahmung der vorhandenen Kassen, Versiegelung des Klosterarchivs, Sichtung der Wertgegenstände, Beschlagnahme der besonderen Stücke, darunter auch die Versiegelung der Weinfässer. Auslieferung eines Verzeichnisses der vorhandenen Sammlungen und der Bibliothek sowie des Naturalienkabinetts.

Verbot etwas zu veräußern

9. April Sonderkommission hebt die Selbstverwaltung des Klosters auf.

5. Mai Verkündigung der bevorstehenden Auflösung des Klosters. Anfang Mai begann der Ausverkauf. In Versteigerungen wurde so ziemlich alles, Bewegliches und Unbewegliches, verkauft. Die Mönche mußten der Zerschlagung ihres Klosters beiwohnen.

25. Juli Beendigung der Klosterökonomie. Pater Ildephons schreibt: Das Kloster glich einer Krambude oder dem Tempel im Evangelium.
Die Gegenstände kamen vor Ort unter den Hammer, oder wurden verpackt und abtransportiert. Was alles versteigert wurde, entzieht sich der Kenntnis. Auch keine Angaben über den Erlös.

Notiz über den Verkauf Banzischer Mobilien vom 19. Juni 1803, über 7000 fl. rh. an die Churfürstliche Central Kasse eingeschickt.

Die beweglichen Gegenstände der Amtshöfe : Buch am Forst und Gleusdorf wurden entweder am Ort versteigert oder nach Banz gebracht und dort versteigert. Die Auktionen zogen sich über einen langen Zeitraum hin. Dem Abt wurden bei seiner Pensionierung zwei Kutschen zugesagt. Als Entschädigung bekam er statt der zwei Kutschen 120 Simmer Hafer

Kirchenschäden: Was nicht für den Gottesdienst nötig war, wurde verkauft, z.B. zwei von den drei vorhandenen Orgeln.
Eine der letzten Aktionen im Zuge der Liquidierung von Sachwerten, war die Zerschlagung der zwei größten Glocken. Alle Bemühungen konnten den Verkauf nicht verhindern. Am 24.2.18o7 wurden die beiden Glocken zerschlagen und abtransportiert. Käufer war ein Frankfurter Handelsbürger.

Verkauf von Realitäten: Auch die Grundstücke wurden verkauft, Höfe, Felder und Wiesen.

Aufzeichnungen vom 8.August 1803: 8 Höfe, 20 Pachthöfe, 815 ½ Morgen Felder, 614 Wiesen, 17 Teiche, 6 Fischwasser, 5 Schäfereien, 9 M Weinberge, 2 Steinbrüche, 3 Thon-Gruben, 3440 als Waldungen.

Der Großteil der Klostergebäude und die Waldungen blieben zunächst von einer Versteigerung verschont.

Gewinn des Staates: ist nicht nachzuvollziehen, da es keine Endabrechnung gibt. Im Vorfeld war das Vermögen der Abtei eingeschätzt worden. Schatt schreibt, daß Schneidawind dieses angegeben hatte mit nur drey Prozent angeschlagen, eine Million sechs mal hundert und drey und sechzig tausend Gulden. Die Totaleinnahmen des Klosters hatte er in seinem Vertrag mit jährlich 58.452 fl. 31 13/16 Xr berechnet. Dem Kurfürsten würde ein Reinertrag von :

32.118 fl. 44/8o Xr. Pro Jahr bleiben …..

Die Höhe der Erträge muß in jedem Fall sehr beachtlich gewesen sein. Die Berechnung von Schneidawind ist ein Beweis, wie kapitalkräftig das Kloster gewesen ist und welche Wirtschaftskraft es besessen hat.

Was außer der Versteigerung verblieb:

Besonders wertvolle Gegenstände wurden eingeschickt und wurden einer anderen Bestimmung zugeführt. Am 6.Mai 1803 wurden mit dem Münzkabinett und den Geldern aus der Abteikasse die 5 wertvollsten Posten: eine Monstranz, ein Kelch, 2 Messkännchen, dazugehörige Teller und ein vergoldetes Kreuz nach Bamberg eingesandt. Die Monstranz, der Stolz des Klosters: ungefähr zwey Schuh hoch, ganz mit getriebener Arbeit, durchaus mit Schmarachten, Diamanten und arabischen Steinen nebst daran befindlichen großen Trauben mit einem darauf befindlichen Kreuz und dem Auge Gottes mit Diamanten nach Angabe von Werthe zu 4o.ooo fl. Dem Gewicht nach gegen 8 Pfund oder etwas darüber geschätzt. Dieses Prachtstück wurde Ende August in Bamberg versteigert, zusammen mit den übrigen Schätzen. Das Abbleiben unbekannt. Das Naturalienkabinett kam nach Bamberg, wurde auch mit dem Langheimer dort vereinigt. Die physikalischen Geräte wurden mit den Langheimern zusammen ins Lyzeum gebracht. 2 große Globen – ein Himmel- und ein Erdglobus – kamen ebenso nach Bamberg (einer wurde unterwegs durch Hagel zerstört).

Die Münzsammlung:

1.004 Stück aus Gold, 56 Silberne vergoldet, 1.585 Stück aus Metall, wurden nach München gebracht, heute beträchtlicher Teil der staatlichen Münzsammlung.

Bibliothek:

Von vielen Gelehrten gerühmt. Um die Jahrhundertwende:

18.000 – 19.000 Bücher, 8.047 Titel, worunter sich nur 34 Codices Manuscripti befanden. Sie wurden verpackt nach Bamberg gebracht, wo sie in die Kurfürstliche Bibliothek kommen sollten. Unklar ist wie viele dort angekommen sind.. Die Bibliotheksschränke und das Banzer Chorgestühl mit reichen Einlegearbeiten verziert und mit vergoldeten und bronzenen Schmuckwerk versehen, kamen in die Kurfürstliche Bibliothek. Als zu groß für die Räume, standen sie in den Gängen und wurden vermutlich herrenlos nach und nach gestohlen.

Brief vom 26. April 1803 an die Kurfürstliche Spezialkommission:
Das Kloster ist schuldenfrei, nennt einen Kirchenschatz im Werte von 200.000 fl. Sein Eigen, einen geringen Personalstand habe, der Pensionsansprüche erheben könne und daß die Felder Wiesen und Höfe gute Summen abwerfen würden. Der Abt: daß wohl kein Kloster in Franken besser dastehe und dies vom Kurfürsten bei der Bewilligung der Pensionen berücksichtigt werden solle.

Das Ende des Klosters Langheim

Im Säkularisationsjahr stand das Kloster Langheim innerlich gefestigt da, äußerlich jedoch in einem teilweise desolaten Zustend.
Ein Großbrand zerstörte vom 6. Auf 7. Mai 1802 die Klausurbauten. Die größere Bibliothek mit etwa 15.000 Bänden verbrannte. Die untere Bibliothek mit 6.265 Büchern wurde gerettet. Langheim hatte unter den Prälatenklöstern des Hochstifts den größten Besitz.

In Form der Erbzinsleihe hatte Langheim rund 1.700 Höfe, Mühlen und Tropfhäuser vergeben Dazu 16.893 Tagwerk Feld, 3.553 Morgen Gärten und Wiesen, 4.95o Acker Wald, 3o Tagwerk Fischteiche; all das verteilte sich auf ca. 230 Ortschaften. 3.421 Haushalte waren dem Kloster Zinspflichtig. Hinzu kamen die 34 Höfe, 4 Mühlen, 3 Ziegeleien, 4 Brauereien, 6 Schäfereien, 27 Häuser und die umfangreichen Flächen, die Langheim in Eigenregie durch Lohn- und Fronarbeiter, oder durch Pächter bewirtschaftete: 2.322 Tagwerk Feld, 5.437 Morgen Wald, 1.542 Wiesen, ferner Hutweiden, Teiche, Hopfengärten. In 20 Ortschaften standen große Scheunen , um den Ertrag der Eigenwirtschaft, Zehnten und den Ertrag und die Abgaben der Zinspflichtigen aufzunehmen.

Im April 1803 ermittelte die Landesdirektion Bamberg die Einkünfte des Klosters. Demnach erbrachten die grundherrlichen Abgaben in zehnjährlichem Durchschnitt 39.226 Gulden, 10 1/8 Kreuzer, wobei auf die Außenämter Kulmbach, Tambach, Scheßlitz, Giechkröttenbach und Haßfurt nur rund ein Drittel entfiel. Die bei weitem größte Verwaltungseinheit bildete das Amt Langheim. Den Einnahmen standen 14.214 Gulden, 38 ¼ Kreuzer an Ausgaben gegenüber.

Durch seine Eigenwirtschaft erzielte Langheim weit mehr, als die Grundherrschaften, nämlich 59.928 Gulden 29 ½ Kreuzer. Das gegen Zins verliehene Kapital des Klosters wurde mit 88.946 Gulden 37 Kreuzer beziffert, was jährlich 4.202 Gulden 39 5/8 Kreuzer an Zinsen einbrachte. Alles zusammen-genommen ergab sich so ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 103.357 Gulden 18 ¼ Kreuzer (dieser Betrag werde sich in der Zeitfolge ungleich mehr vergrößern). Der Mittelwert bei den Ausgaben betrug 95.749 Gulden 36 ¼ Kreuzer. Der jährliche Überschuß folglich 7.607 Gulden 42 ½ Kreuzer.

Am 24.Juni 1803 Aufhebung des Klosters:

Bibliothek: Die untere Bibliothek hatte den Klosterbrand überstanden. Sie wurde 1803 nach Bamberg verbracht und wie die Bibliotheken der anderen Klöster in der Nagelkapelle des Domes gelagert. Nach Banz bildeten die Bücher von Langheim die zweitgrößte Gruppe. Die Naturaliensammlung wurde dem Kurfürstlichen Natu-ralienkabinett eingegliedert. Die namhafte Sammlung von Banz bildete zusammen mit den Stücken der aufgehobenen Universität Bamberg den Grundstock für diese neue Einrichtung. Bedeutsamer war die Sammlung physikalischer Instrumente, sie wurde der Universität zugefügt. Die in den aufgelösten Klöstern vorhandenen altdeutschen Gemälde, Bände mit alten Kupferstichen, Holzschnitten und Zeichnungen wurden gesammelt:

Aus Langheim 21 Bilder, die meisten wurden versteigert. Die physikalischen Instrumente gelangten ins Lyceum. Am 25. April 1803 Versteigerungskommission in Langheim. Zwischen dem 17. Und 26. Mai an meistbietende: Vieh, Kutschen, Möbel, Wein, Bier, Handwerkzeuge gegen Barzahlung

18.7. bis 18.8.1803 weitere Versteigerungen.

Langheim soll in ein Dorf umgeformt werden: aus den Äckern und Wiesen rund um das Kloster, Bildung von 9 Gutshöfen. Als Bauernhöfe sollten Beamtenhäuser südlich und nördlich des Klosters dienen, ebenso der Ökonomiehof und das Schlachthaus innerhalb des Klosters. Im Juni 1803 Verkauf des Brauhauses, der Ochsenmühle, der Schmiede, der Schreinerei und Wagnerei, das Backhaus, die Wassermühle, alles inklusive der Einrichtung. Den Konventsbau verkaufte das Lichtenfelser Rentamt 1811, nachdem es ihn in 5 Abteilungen parzelliert hatte, als Wohnungen. Klostergebäude wurden z.T. abgerissen. 18o3 einen um 1735 fertiggestellten Repräsentationsbau, 1804 die Klosterkirche. 1826 Abtragung eines großen Teiles der alten Abtei, ein Teil des Konventshauses, einige Fensterachsen des Sekretariats. In den Folgejahren verschwanden: die Klostermauer, die 2 Tore, die Orangerie, nach 1857 30 bis 40 Türen und Fenster. Einrichtungen der Abtsräume gehörten Großteils dem Kloster und fielen damit an den Staat.

Versteigerungen im Kloster vom 17. Bis 26. Mai 1803 gegen Höchstgebot und Barzahlung:

17.5. Horn-Vieh: Ochsen, Kühe, Kälber und Schweine

18.5. Pferde, Chaisen, Sättel und Pferdegeschirr

18.5. Versteigerung der 10 Chaisen und 5 Schlitten, zusammen 470 Gulden 50 Kreuzer rh.

20.5. Spiegel, Uhren, Bilder, Sessel, verschiedene Schreinerey an Tischen, Komods, Tresure

23.5. Wein, Bier und Fässer

24.5. Porzellain, Zinn, Kupfer, Messing und Glockenspeiße

26.5. verschiedene Handwerkzeuge für Schreiner, Schlosser, Schmiede und Wagner

Ablieferung des Langheimer Geldvorrats:

5 Mai 1803: 3 Kisten voller Münzrollen an die geistliche Zentralkasse = 24.000 Gulden rh.In dieser Zeit bestand die Abtei noch.

Wie in einem Brief angekündigt wurde, machte dieser Geldtransport nur den Anfang: “Sobald das Silber von Tambach, 14 Heiligen, Kröttendorf, Trieb in Langheim angelangt ist, wird dies mit den vorzüglichen Kirchenornamenten und den Kapitalurkunden (d.h. den SchuldScheinen der Kreditnehmer) eingeschickt“.

Der Ausverkauf der Zisterne Langheim hat begonnen.

Folgen der Aufhebung:

Joachim Heinrich Jaeck entwarf 1826 ein düsteres Bild von den Säkularisationsfolgen in und um Langheim: Von den einst allseitigen, vortrefflichen Chauseen ist keine Spur mehr zu sehen, die Teiche sind ausgetrocknet, das um diese flatternde, zahlreiche Federvieh verschwunden, die durch vielfache Früchte einst prangenden Felder und Wiesen bieten jetzt nur ein fahles Aussehen gegen die goldene Vorzeit dar, und die meisten einst blos zum Frohn-, Tagelöhners- und Handwerksdienste bestimmten Bewohner der um das Kloster zunächst Dorfgenossen von Mistenfeld, Roht, Kröttendorf und Oberlangheim erscheinen so verkümmert, als müßten sie mit den zahlreichen durchziehenden Bettlern und Landsträunern gemeinsame Sache machen. So übertrieben dieses viel zitierte Urteil klingt, es wird im Wesentlichen durch amtliche Quellen bestätigt. In den Dörfern um Langheim, für die mit der Abtei der wesentliche Arbeitgeber zugrunde ging, kehrte für Jahrzehnte Not ein. Über Oberlangheim etwa, wo Arbeiter für die klösterlichen Baumaßnahmen und Tagelöhner für die langheimische Landwirtschaft gelebt und ihr Auskommen gefunden hatten, schrieb 1851 der Uetzinger Pfarrer und der Gemeindevorsteher:
„Daßdie Gemeinde Oberlangheim eine der ärmsten und bedürftigsten des Landgerichtsbezirkes Lichtenfels ist und seit der Aufhebung des Klosters Langheim, wo die Bewohner von Oberlangheim Arbeit und Brod fanden, jährlich mit konskribirten Armen überlastet ist, ist bekannt.“

Die Klöster der Bettelorden in Bamberg

Im Jahre 1223 kamen die Franziskaner (Barfüßer) nach Bamberg .1313 Niederlassung an der Schranne. Ende des 14. Jh. bauten sie dort St. Anna als dreischiffige, langgezogene Basilika mit Strebepfeilern, Seitenschiffe vermutlich gewölbt, niedriger Obergaden im Mittelschiff, flache Holzdecke, 1374 neuer Chor).

1279 Karmeliten (Frauenbrüder). 1589 Übernahme des Klosters St. Theodor am Kaulberg

1310 Dominikaner (Prediger) im Sand. Im 15. Jh. Kirche und Kloster neu gebaut.
Alle drei wurden durch die Säkularisation aufgehoben. Das 1806 aufgehobene Franziskaner-Kloster wird Amtsgebäude. Die Kirche (mit dem berühmten „Bamberger Altar“)wird 1811 abgebrochen .

1341 Klarissen am Zinkenwörth (heute Schillerplatz).Das Kloster bestand bis 1803.

1355 Dominikanerinnen zum Hl. Grab gestiftet. Es wurde aufgehoben und 1806 von der letzten Nonne geräumt. Die Gebäude wurden 1874 weitgehend abgebrochen, die Kirche blieb jedoch erhalten, ebenso wie das Beichtvaterhäuschen. Seit 1926 neuer Konvent.

1619 kam der Kapuzinerorden nach Bamberg Sie bauten auf dem Gebiet des heutigen Claviusgymnasiums und der Martinsschule Kirche und Kloster.1879 wurden Kirche und Kloster abgerissen.

Bestandsaufnahme der Bamberger Glocken

1777 werden die 90 Glocken der Bamberger Kirchen und Kapellen in Word und Bild festgehalten in einem Lusus Campanularum

Verzeichnis der Glocken der aufgelösten Klöster und Stifte:

Um eine Übersicht über die Glocken der aufgelösten Stifte und Klöster zu gewinnen, ließ der Landeskommissar die Glocken vom Dom und St. Michael, der Stephanskirche, St. Jakob, der Franziskanerkirche beschreiben nach Größe, Dichte, Metallgehalt, Gewicht und Name aufzeichnen. Die nicht verkauften von Dom und St. Stephan wurden in der Liste gekennzeichnet.

1807 wurden aus dem Dom verkauft: die Kapitelsglocke, die Vigil- und die Katecheseglockesowie die Johannes und die Pemperlesglocke, von St. Stephan. Die Obere Pfarre tauschte ihre Annenglocke gegen die Kunigundenglocke aus St. Stephan ein. St. Michael behielt seine Glocken.

Glockenversteigerung 24.9.1805:

Die Kurfürstliche Versteigerungskommission ließ alle entbehrlichen Glocken versteigern.

Am 7.2.1806 neuer Termin: angegeben nur das Gewicht der Glocken.

Michelsberg; 167 Zentner, St. Jakob 80 Zentner 60 Pfund, St. Stephan 61 Zentner 30 Pfund,
St. Jakob 80 Zentner, Dom 32 Zentner, Heilig Grab 1 Zentner 80 Pfund, Karmeliten 23 Zentner 90 Pfund, Provinzial-Bauamt 3 Zentner 11 Pfund, Banz 106 Zentner 56 Pfund, 14- Heiligen 74 Zentner 75 Pfund
Einnahme: 6.580 fl.39 5/8 Jr.

Die Säkularisation der Klosterausstattungen:

Das Kollegiatsstift St. Stephan: Die Kirchengerätschaften mit denen aus der Johanneskapelle für 1.630 fl. 37 ½ Kronen verkauft (Aufzählung…)

Kollegiatsstift St. Jakob 1.6.1803 aufgehoben: Die Küchengerätschaften für insgesamt 1.067 fl.2o 1/4 Kr. versteigert, am 22..5. 1805.(Aufzählung….).
9 ausgewählte Gemälde wurden nicht versteigert, sondern ihre Maße wurden an den Generaldirektor Mannlich in München geschickt. 2 große Bilder „Bamberger Dom“ und „Dom von Speier“, Tafelbild Geburt Christi, Anbetung der 3 Könige, Flucht nach Ägypten, Heimsuchung, Krönung Mariä, Himmelfahrt Mariä, Maria auf der Stiege.

Bildhauerarbeiten versteigert: Pastor bonus, Johannes Evangelist, Mariä Empfängnis, Christus im Grab mit Gruft und Sarg, 3 große Kruzifixbilder, 13 andere Kruzifixe, 4 Engel, Lamm Gottes.

Aus dem Kapitelhaus: 6 verschiedene alte Porträts und Bilder, eines ober der Kapitelstür und 3 alte Porträts.

1805 sollte St. Jakob versteigert werden. Am 2.10.1805 wurde sie Aufgrund der Eingaben an den Kurfürsten der Bürgerschaft mit den Glocken vom Michelsberg und Zubehör gegen 2.400 fl. überlassen.

Das Kollegiatsstift zu unserer Lieben Frau und St. Gangolf:

Nach Aufhebung des Klosterstifts dient die Kirche weiter dem Pfarrgottesdienst. Die Ausstattung blieb weitgehend unangetastet, außer dem Kirchensilber.

Das Benediktinerkloster St. Michael:

Die bewegliche Ausstattung aus Konvent und Kirche wurde abgeliefert oder vor Ort versteigert. Aus verkauften Artikeln des Klosters wurden 25.199 fl. 57 ½ Kr. gelöst.

Die Propstei St. Getreu: Aufzählung der reichen Ausstattung: versteigert

Das Franziskanerkloster zu unsrer lieben Frau und St. Anna:

Reiche Ausstattung. Aufzählung; 5 Tafelbilder heute im Bayer. Nationalmuseum !

Das Klarissenkloster St. Klara: Versteigerung von Kirchengut 3,414 fl. 16 Kr. rh.

Das Karmelitenkloster zu unserer Lieben Frau und St. Theodor:

Äußerst reiche Kirchenausstattung, reiche Gemäldesammlung heute z.T. im Nationalmuseum in München. Für Schätzung aller Gegenstände keine Zeit, wegen erfolgter Einquartierung französ. Truppen.

Das Dominikanerkloster zu unserer lieben Frau und St. Christoph: Viele Gemälde, reiche Kirchenausstattung.

Dominikanerinnen zu Hl. Grab: Das Kirchensilber wurde sofort eingezogen. Versteigerung aller Gegenstände

Das Kapuzinerkloster St. Heinrich und St. Kunigunde: Zunächst Aussterbekloster. Alle Gemälde mit den übrigen Mobilien versteigert oder an das Rentamt geliefert.

Die Säkularisierung der Stifts- und Klosterschätze

Die Anzahl der in den Stiften und Klöstern vorhandenen Silbergerätschaften war sehr unterschiedlich z.B. die Kelche:

Der Dom: 41 Kelche
Kloster Banz: 18 Kelche, einer war aus purem Gold
Bamberger Franziskaner: 17 Kelche
Dominikaner: 14 Kelche
Klarissen: 5 Kelche
Dominikaner: 2 Monstranzen, dazu 2 Monstränzlein
Langheimer Zisterzienzer: 1 große Monstranz (5 ½ kg) und eine kleine die 7 Mark und 12 Lot wog.
14 Heiligen: 2 Monstranzen (geh. zu Langheim)
Kapelle des Klosterhofs zu Kulmbach: 1 Monstranz

Andere Gerätschaften wie Meßkännchengarnituren, Ziborien, Leuchter und Ampeln in ausreichender Menge. Altargeräte aus purem Gold nur im Dom und Banz.

Im Dom: die Schatzstücke von Heinrich II., oder die man für Schenkungen hielt, sowie das große goldene Kreuz und ein Kelch mit Messkännchengarnitur.

Kloster Banz übertraf den Dom mit der Anzahl an goldenem Altargerät (wegen des hohen Wertes in der Abteikasse verwahrt).

Es waren: eine zweieinhalb Schuh (ca. 75 cm) hohe Monstranz (Goldgewicht 1.460 3/32 Gramm) (das Gold am Domkreuz nur 1.279 3/3 Gran). Besonders prächtig, mit getriebener Arbeit, durchaus mit Schmarachten, Diamanten, arabischen Steinen 8 Trauben, dem Auge Gottes, darauf stehendem Kreuz mit Diamanten, Wert: 40.ooo Gulden.

Ein mit Steinen und Emalie besetzter Kelch und eine Messkännchengarnitur

Umgang mit dem eingelieferten Silber:

Beschluß des Kurfürsten Max IV. Joseph: Das von den bambergischen Stiften und Klöstern eingelieferte Gold und Silber zum Vermünzen nach München zu bringen.
Alle bedeutenden Gegenstände waren am 23. Juni in Einzelteile zerlegt, die Edelsteine waren abgenommen.

Bericht eines Mönches: Das Zusammenschlagen der Monstranzen, Kelche, Leuchter, Cruzifixen geht unaufhörlich fort, alle Perlen und Edelsteine werden von Heiligtümern getrennt Am Heinrichs und Kunigundenfest .konnte man die Häupter nicht ausstellen, weil ihre Kostbaren Einfassungen und Zierden beraubt sind

Ein Reliquiar haben die Bamberger Bürger vor der Zerstörung bewahrt.: den Hl. Nagel, in seiner spätgotischen Fassung, sie bezahlten den Gegenwert für das Silber und die Edelsteine.

Das Edelmetall-Gewicht der eingelieferten Gegenstände:

Wert der Edelsteine und der Perlen des Bamberger Domkreuzes = 2.287 Gulden

Schätzpreis für den Inhalt der Kisten I und II = 14.380 fl..

Das Gesamtgewicht aller Gegenstände in den Kisten I-XVI betrug 4.812 Kronen an Gold und Silber und 3.991 Mark I Lot und I Quind Silber. Nach dem Schätzen wurde alles in 16 Holzkisten gepackt. Sie sollten nach Würzburg gebracht werden und mit dem Würzburger Silber nach München. Dies war aber schon in München und die Edelsteine längst veräußert. Der Markt in Würzburg und .München war gesättigt. Der Inhalt der 16 Kisten wurde in Bamberg versteigert. Am 31. August 1803 wurden dafür 101.338 fl. 15 Kr. rh. In die fürstliche Zentralbank einbezahlt. Eine verhältnismäßig kleine Summe. Nur der Materialwert, nicht der Kurswert wurde in Betracht gezogen.

Die nach München abgelieferten Objekte aus dem Domschatz:

Die kostbarsten Objekte aus dem Domschatz sind ausgesondert worden und im September 1803 in einer großen Kiste III mit dem Zusatz CMB (d.i. Capitulum maius, das Hohe Domkapitel Bamberg) an das Churfürstliche Geheime Ministerialdepartment nach München abgesandt. Bei der Königlich Preußischen Zollstation Baiersdorf wurden 3 Zentner Silber und Gold angegeben. Die Zollgebühren hatte die Bamberger Domkustorei zu zahlen.

In der Kiste die bedeutensten Objekte des Schatzes:

Vor allem die goldgestickten Gewänder, die man in Bamberg mit den Namen von Hch. II. und Kunigunde verband.

Das Bamberger Rationale = bischöflicher Schulterschmuck auf einer spätgotischen Glockenkasel

Weiter in der Kiste hervorragende Goldschmiedearbeiten wie das Heinrichs Portatile = durch Umschrift als Stiftung Hch. II. ausgewiesen.

Die Kopfreliquiare des Kaiserpaares, sowie 5 hochmittelalterliche Handschriftrn, die nicht wegen ihrer Miniaturen, sondern wegen ihrer goldenen, kostbaren z T. mit Edelsteinen und Perlen besetzten Einbände nach München gebracht wurden

Eine Altargarnitur, Anfang des 17. Jh., Geschenk des Herzogs von Modena, aus Gold gefertigt, mit Rubinen und Smaragden besetzt, mit 2 Leuchtern ebenso kostbar.

Ausgesucht hatte man goldene Gegenstände, die z.T., reichen Edelsteinschmuck trugen und in gutem Zustand waren.

Liturgische Geräte aus Gold waren nicht darunter, die hat es im Bamberger Dom gegeben. Man hat vor allem Wert auf Stiftungen Kaiser Hch. II. gelegt.

Vom Einband der Apokalypse wurde nur die große Achatplatte der Vorderseite des Einbandes abgesandt, das goldene Evangeliar heute in der Staatsbibliothek. Die Kronen des Kaiserpaares, das Heinrichs-Portatile, die Achatplatte, die Altargarnitur des Herzogs von Modena, seit 1803 in der Reichen Kapelle der Münchner Residenz.

Vier der hochmittelalterlichen Gewänder bis 1851 in München, darunter der Sternenmantel Hch.II.

Die Überreste der Bamberger Stifts- und Klosterschätze:

Die Silbergruppe des Hl. Georg zu Pferd fiel der Säkularisation zum Opfer. Die Ostensorien verloren ihren Gold, Silber und Edelsteinschmuck, 4 Reliquienbehälter ihrer Silberappliken beraubt. Der Kunigundenarm und sein Postament aus St. Stephan

Inhaltsverzeichnis der 16 Kisten:

Kiste I : Steine, Gold, Silber und andere Pretiosen

Kiste II: die von allen Institutionen angelieferten Monstranzen

Kiste.III:Das.Domkapitel.besaß.das.meiste Kirchensilber. Es wurde in die Kisten III-VII verpackt.

Kiste VIII-IX: Kloster Michelsberg folgte von der Bestandsmenge her dem Dom. Für sein Silber noch 2 Kisten benötigt (das Rattelsdorfer Tafelsilber eingeschlossen)

Kiste X: für das Silber der Karmelitenkirche

Kiste XI : Dominikaner eine Kiste

Kiste XV: Kloster Banz eine Kiste

Kiste XII: zusammen für die Bamberger und Forchheimer Franziskaner

Kiste XIV: Bamberger Klarenkloster und Kronacher Franziskaner zusammen 1 Kiste

Kiste XIII-XVI: Kirchensilber aus meheren Institutionen

Kiste XIII: Silber von den Stiften St. Stephan, St. Jakob und St. Gangolf sowie Kloster Heilig Grab und weiteres Silber von den Dominikanern

Kiste XVI: neben dem Langheimer Silber, Reste des Domschatzes und von St. Michael, von St. Stephan von Banz und von St. Klara

Kiste XVI: Objekte deren Absendung erst später in die Wege geleitet wurde.

Das Materialgewicht des Goldes bzw. des Silbers:

Kiste I – XVI: 4.812 Kronen Gold und 3.991 Mark ein Lot und 2 Quint Silber.

Kiste I : Wert der Pretiosen und der nicht zerlegten Monstranzen

In Kiste II : 14.380 Gulden

Erlös aus dem Gold-, Silber und Pretiosenverkauf:

Versteigerungserlös: 101.338 fl. 15 Xr. rheinisch.
Angesichts der Vielzahl der Objekte kein allzu großer Betrag. Nur zu Schätzpreisen versteigert..

Das Heinrichs-Portatile:

Ein Tragaltar Hch. II. eine kostbare Arbeit mit Gold, Edelsteinen und Perlen verziert. Die Stifterschrift umzieht einen großen Bergkristall, die das Portatile als Geschenk des Kaisers ausweist. Es wurde einige Male verändert, im 13 Jh. Durch Einsetzen des Bergkristalls. Ob der große Kreuzpartikel zu dieser Zeit noch in der kreuzförmigen Ausbuchtung lag, ist unbekannt. Auch der Reliquienbestand wurde verändert, z.B. vom Rost des Hl. Laurentius, oder die Sebastiansreliquie, dafür legte man andere hinein. 1726 neue Fassung für die Edelsteine und eine durchgreifende Restaurierung,

Perikopenbuch Hch. II.: (zum Weltkulturerbe erklärt)

Es gehörte zu des größten Schätzen des Domes mit 5 weiteren ottonischen Prachthandschriften.Wegen ihrer kostbaren, mit Edelsteinen und Perlen besetzten Einbände im Domschatz verwahrt. So kostbar, daß sie 1553 von der Brandschatzung des Markgrafen Albrecht Alci-biades von Brandenburg verschont wurde.1585 Reparatur durch einen Goldschmied. Bis dahin Aufbewahrung in einem mit Gold, Perlen u. Edelsteinen geschmückten Kasten. Jetzt mit einem Einband versehen mit Schmuckteilen des Buchkastens. 1726 erhielt es die heutige Form. Es wurde im August 1803 auseinandergenommen u. seine Einzelteile in Bamberg versteigert.

Das Gertrudenkreuz:

Dieses Kreuz gehört zu den Gegenständen des Bamberger Domschatzes, die 1803 auseinandergenommen wurden und damit als verloren gelten. In einem Schatzverzeichnis heißt es: Ein Creutz a 1 Schuhe , 4 Zoll lang u. a 11 Zoll breit, desßen oberer Theil von bestem Gold zu 165 ½ Cronen schwehr u. die hintere- u. Nebenseithen aber 2 Markt, 8 Loth, 1 Quint an Silber austragen, womit sich der Hl. Kayser Henricus mit der Hl. Cunigunde vermählet hat.

Eine Besonderheit: eine römische Geldmünze in das Kreuz eingelasen.: 2 ½ Cronen schwer, welche auf einer Seithen vorstellet die Brustbildnus des Kaysers Vespasiani, mit einem Lorbeer-Cranz gecrönt, nebst dieser Umschrift: Vespasianus Aug. Imp. Caesar. Auf der anderen Seithen aber einen Ochsen mit dieser Überschrifft Cos. VII….Die Reliquien: 5 Partikel eines Fingers der Hl.Gertrud in einem Kristallfläschchen verwahrt, in das Kreuz integriert war. 1803 wurde das Kreuz auseinandergenommen, das Gold in Kicte I, das Silber der Rückseite u. der Schmalseiten in Kiste III verpackt. Die Münze wurde zurückbehalten und aufbewahret. Ob sie nach München gekommen ist , ist nicht mehr festzustellen.

Die Cistula der Hl. Kunigunde:

Nicht alle Schatzstücke die man in Bamberg. für Stiftungen des Kaiserpaares hielt überdauerten die Säkularisation. Auch die sogen. Cistula S(ancta) Kunegundis wurde 1803 in Einzelteile zerlegt und versteigert. Außenseiten mit Elfenbeinreliefs mit Themen aus der antiken Mythologie. Nach byzantinischen Vorbildern mit Edelsteinen besetzte Schmuckleisten

Die beiden Kelche der Brüder Mulzer:

Wie auch andere Priester schafften sich die beiden Brüder eigene Kelche an. Sie widersetzten sich ihr Eigentum der Staatl. Komission zu geben. Die Kommission nahm dafür zwei Kelche von den 6 Kelchen, die man dem Stift bis zur Auflösung belassen hatte. Später half dieser Widerstand nichts mehr. Sie kauften ihre Kelche zum Materialwert noch einmal. Sie schenkten sie vor ihrem Tod der Marianischen Sodalität.
Monstranz: 1803 besaß das Bbg. Karmelitenkloster mindestens zwei Monstranzen. Die größere. mit einem Gewicht von 17 Mark mußte sofort abgegeben werden. sie wurde Ende August versteigert. Die kleinere verblieb zunächst dem noch nicht aufgelösten Kloster. Sie wurde erst im März 18o9 versteigert, an bürgerliche Handelsleute und Juden. Sie war von Silber, vergoldet und mit Silber verziert, mit silbernen Figuren besetzt, die 7 Mark u. 2 Qint wog, heute in Röbersdorf. Vom übrigen Kirchensilber der Karmeliten ist nichts mehr aufgetaucht Die Michelsberger Kunigundenkrone: eine kleine Krone. Galt als Festtagskrone der Hl. Kunigunde. 1803 dem Kreuz die Edelsteine und Perlen der Vorderseite genommen.

Paramente und textile Ausstattung der aufgelösten Stifte und Klöster:

Eine vollständige Übersicht über den Bestand aller Kirchen und Klöster kann nicht gegeben werden. Betrachtet man die Paramentenbestände Bamberger Kirchen, Dominikaner, Franziskaner, Klarissen, Michelsberg, St.Gangolf, St. Stephan, St. Martin in Forchheim, Kloster Langheim, Banz, so wird die vielfältige und reichhaltige Ausstattung mit wertvollen Textilien deutlich. Der materielle Wert lag nur geringfügig unter dem der Monstranzen, Kelche und Ostensorien! Sammelstelle aller Textilien war die Domschatzkammer die bald nicht mehr ausreichte, daher wurde auch vor Ort verkauft gegen Schätzpreis (4.226 fl. 35 Kr.).

Verkauf erfolgte während des ganzen Jahres 1804/5 hindurch. Wie die ungeheure Menge an Paramenten und anderen Kirchengeräten aus den Klöstern und Kirchen zu handhaben war, ist schwer vorstellbar, ebenso welche Stimmung sich in diesen Jahren unter der Bevölkerung breitgemacht hat. Kostbare Paramente sonst nur im sakralen Dienst verwende, wurden von nun an, an jedermann verschleudert.

Wikipedia Matthias Kabel _Krone_Heinrich_II_1270

 

„Heinrichskrone“: Sie wurde nicht zu Heinrichszeiten geschaffen, sondern erst gegen 1280 als Attribut für das Büstenrequiar des Kaisers. Zur Zeit der Säkularisation glaubte man an das kaiserliche Geschenk und hat sie deshalb nach München verschleppt. Sie gilt als eine der schönsten Kronen des Mittelalters.

„Kronreif der Hl. Kunigunde“: Sie ist keine Stiftung der Kaiserin. Es war eine Votivkrone, die der Bamberger Bischof Gunther (+ 1065) dem Domkapitel geschenkt hatte. In Jahr 1201, nach der Öffnung ihres Grabes, legte man ihr Haupt getrennt von ihren Gebeinen in ein Kopfreliquiar. Dafür benötigte man ein kaiserliches Attribut in Form einer Krone. Dafür nahm man die umgearbeitete Votivkrone.

„Die jüngere Krone der Kaiserin“: Sie hatte die gleiche Funktion wie die Heinrichskrone, sie war Attribut des Kopfreliquiars der Kaiserin. Alle drei Kronen kamen 1803 nach München, weil man sie für Stiftungen des Kaiserpaares hielt.

„Heinrichs-Portatile : .Durch eingravierte lateinische Inschrift auf seiner Oberseite wird Heinrich ausdrücklich als Stifter genannt. Auf dem Silberblech der Unterseite sind die Reliquien genannt, die in dem Behältnis eingeschlossen waren und wozu es gedient hat: es war ein Tragaltärchen, das bei der Messe auf nicht geweihten Altären aufgesellt wurde, das man bei einerReise mitführen konnte. Das Altärchen war außerordentlich kostbar. Innen ein Eichenholzkern mit Goldblech verkleidet, mit Golddrahtarkaden und –filigran, sowie mit Perlen und Edelsteinen verziert.

„Das Kreuz des Herzogs von Modena“: Eine Altargarnitur, die aus einem Kreuz und zwei Leuchtern bestand (frühes 17. Jh.). Die verwendeten Materialien: Gold, Silber, Bergkristall, Rubine, Smaragde. Sicher kam sie wegen ihrer äußerst kostbaren Materialien 1803 nach München.

Die 5 Codices, die bis 1803 einen geschlossenen Bestand des Bamberger Domschatzes bildeten. Sie wurden wegen ihrer kostbaren Einbände in der Schatzkammer aufbewahrt. Clm 4451 ist das älteste Evangeliar mit goldenem Einband, es stammt noch aus dem 10. Jh.

In der Mitte ein Elfenbeinrelief mit der Taufe Christi im Jordan, umgeben mit zahlreichen Edelsteinen in goldener Fassung, die Zwischenräume mit dichtem Filigran gefüllt.

Die Rückseite des hölzernen Einbandes ist schlicht mit rotem Samt überzogen und mit einem Efenbeinrelief aus der zweiten Hälfte des 10. Jh. geschmückt, das die Verkündigung an Maria und die Geburt Jesu zeigt.

Das Evangeliar Ottos III.: Vorderer Buchdeckel ebenfalls mit vielen Edelsteinen gestaltet in einer regelmäßigen Anordnung in Kreuzform der großen Steine. Das Elfenbeinrelief zeigt den Tod Mariens. Das Sterbelager umstehen die Apostel und Christus, der die Seele Mariens, als kleine Figur dargestellt, trägt und sie zwei von oben herabschwebenden Engeln überreicht.

Evangeliar Clm 4454: Evangeliar aus dem 11. Jh. Vorderdeckel mit kreuzförmiger Anordnung der Edelsteine. Im Schnittpunkt der Kreuzarme ein hochovaler Achat mit einem kleinen eingelassenen Amulettstein markiert. In den 4 Feldern in Gold getriebene Tiere.

Perikopenbuch Hch. II.: Die Vorderseite des Einbandes ziert ein Elfenbeinrelief mit der Kreuzigung Jesu und den Gang der 3 Marien zum Grab. Elfenbeinstreifen mit Blattwerk verziert umrahmen das Ganze. Besonders auffällig in der Umrahmung die Emailleplättchen mit Halbfiguren mit Heiligenschein. Sie stellen Christus und 11 Apostel dar, wie es die griechische Schrift in der Umrahmung besagt. Diese Emmaills sind die Reste einer Krone, auf die sich auch die umlaufende Schrift bezieht: Heinrich II. stiftete noch als König den Codex.

Sakramentar Heinrichs II. : Es trägt einen neueren Einband dessen Entstehung nicht näher einzuordnen ist.

Bamberger Apokalypse: Nicht alle Handschriften der Jahrtausentwende, die 1803 in Bamberg waren, durften ihre alten Einbände behalten. So wurden die Buchdeckel der berühmten Bamberger Apokalypse von St. Stephan, ein Opfer der Säkularisation. Von ihr stammt die Ovale Platte von Chalzedon. Ebenfalls in der Schatzkammer der Münchner Residenz. Der alte Einband trug die Inschrift „….HENRIC ET KVNIOYNT/HAEC TIBI MUNERA PROMVNT“ (Heinrich und Kunigund bringen dir diese Geschenke dar). Durch diese Inschrift ist ausgewiesen, daß das Kaiserpaar wirklich die Schenker waren.

Die Auswahl der nach München gebrachten Gegenstände scheint nicht nach einem bestimmten Prinzip erfolgt zu sein. Der Galeriedirektor Mannlich suchte kostbare, aus Gold gearbeitete Gegenstände aus, die ohne Beziehung zum Kaiserpaar waren, die nur wegen Ihres Wertes

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Thema: Frankens Geschichte

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4 Kommentare

  1. […] Alexander Prechtl, Anja Meister und Susanne Schmalz bekannt. Letztere durch brillante Artikel über fränkische Geschichte. In seinen Erlangener Heften wies Prof. Endres den Kampf der fränkischen Bevölkerung um Demokratie […]

  2. […] man nicht total indoktriniert und unwissend ist, und die Geschichte und die Gegenwart nur etwas kennt, dann sollte man erkennen, dass die Franken, Altbayern […]

  3. […] wir unsere Kultur, unsere Heimat schon so verraten und verkauft, dass wir das nicht mehr […]

  4. […] vieler Historiker sein soll, wobei deren Namen und Herkunft, aus guten Gründen, verschwiegen wird. Der Verfasser bestreitet zudem indirekt, dass es überhaupt eine fränkische Identität gibt – im Gegensatz zu derjenigen der Bayern, was er wohl damit ausdrücken möchte – weder vor […]

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