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157. So sieht wahre Liebe zu Franken aus

Donnerstag, 23. Februar 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

Lieber Blog Besucher,

solche fränkischen Zeitgenossen – wie der folgende Leserbrief eines Exilfranken zeigt – würde ich mir viele für unser Frankenland wünschen.

 

 

Ich lese -wenn auch manchmal mit Verspätung- sämtliche Berichte zum Thema Dürer, Heinrichskrone usw. sowie auch zu sonstigen lokalpolitischen Themen. Vielen Dank für die sehr gut aufbereiteten Informationen!

Einerseits bin ich seit Wochen vom Eifer, den Dürer zurück zu holen, infiziert und begeistert, andererseits aber auch tief enttäuscht, wie schnell einige „Volks(ver)treter“ die Flinte ins Korn schmeißen.

In den beiden Artikeln der SZ fand sich sehr viel wieder, wie ich es immer und immer wieder selbst erlebe:

„Flucht in Selbstironie“, „Depression“, „Pessimismus“, „Demut“ und „fehlendes Selbstbewusstsein“

DAS soll typisch FRÄNKISCH sein?

In der Tat, man erlebt es häufig so, viel zu häufig gar. Aber typisch FRÄNKISCH ist das sicher nicht.

Für mich sind Beharrlichkeit, Kreativität, Streitbarkeit, Selbstbewusstsein, Erfindergeist und (ein spezieller) Humor typisch fränkische Tugenden.

In meinen Augen denken eigentlich fast alle (Franken) so wie Sie und ich. Nur die meisten knicken später ein. Es fehlen Köpfe an den entscheidenden Stellen, die mal so richtig die Faust auf den Tisch knallen. Warum immer diese falsche Bescheidenheit?

Es kann und darf nicht sein, dass Kreaturen wie Söder ungestraft den Kniefall zelebrieren und sich ihre Demut aufdiktieren lassen. Von Flach-Pfeiffen und Stiefel-Leckern gibt es schon viel zu viele.

Die SZ hat es richtig erfasst: Die ganze Presse stand hinter der „Dürer-Rückhol-Forderung“, selbst die FAZ. Die Butter darf man sich doch nicht vom Brot nehmen lassen! Soll es das jetzt mit dem Dürer gewesen sein? Oder mit dem Herzogschwert, dem Domschatz usw.? Das soll wohl ein Witz sein. Das würde ich als Wahlkampfthema ausschlachten!

Warum hat kein Bürgermeister „Eier in der Hose“ (Entschuldigung für den Begriff) und beflaggt seine öffentlichen Gebäude mit dem Frankenrechen? Was hätte z.B. ein Maly in Nürnberg zu befürchten, wenn er die Kaiserburg beflaggen würde?

 

copyright www.Frankenland-versand.de

Eher eine Abmahnung aus München oder doch mehr eine riesige, positive Publicity über die Landesgrenzen hinaus?

Der Bürgermeister von Waischenfeld, Edmund Pirkelmann, ist ein wirklich feiner Kerl. In seiner wunderschönen Gemeinde bin ich seit Jahren Urlaubsgast. Doch immer dann, wenn man ihm sagt, dass sich FRANKEN viel zu schlecht vermarktet, dass kaum ein Mensch am Niederrhein was mit dem Begriff „Fränkische Schweiz“ anfangen kann (o.k., spricht auch nicht unbedingt für den Niederrheiner…) nimmt er es zwar gerne auf. Nur: ändern tut sich nix oder es geht in meinen Augen sogar in die falsche Richtung.

So hat in den letzten Jahren der „Brauereiwander-Tourismus“ in der Umgebung derart zugenommen, dass die Folgen unübersehbar sind (Abfälle auf den Wanderwegen, alkoholisierte, gröhlende Halbstarke mit Mallorca-Hits auf dem Bollerwagen). Das ist meines Erachtens genau die falsche Zielgruppe, nämlich Kurzzeit-Gäste, die Dauergäste stören, vertreiben und das Image nachhaltig beschädigen. Ganz abgesehen von den Schäden für die Natur.

Weiteres Beispiel:

Da bekommt man aus München keine (oder nicht genug) Gelder zum Bau einer Turnhalle für die Schule und was passiert: Man finanziert sie aus Spendengeldern und Eigenleistung selbst und nennt das Ding „Bürgerhalle“. Aber glauben Sie nicht, dass vor dieser Halle ein Schild darauf hinweist. Genauso ist es wohl mit den Malteser-Krankenwagen, die ebenfalls spendenfinanziert sind*.

(*beides, Halle und Fahrzeuge, wurde mir glaubhaft von Bürgern so berichtet, schriftliche Nachweise habe ich leider nicht).

Ich bin sicher, dass dies nicht nur in Waischenfeld so ist und es ähnliche Beispiele zig-fach auch in anderen Gemeinden gibt.

Warum nehme ich in unseren Tageszeitungen regelmäßig Werbung für Urlaub im Bayerischen Wald,oder Oberbayern wahr und nur ganz selten mal für Franken?

Warum kann ich hier oben kaum Weine aus Franken kaufen? An der Qualität der Weine kann es ja kaum liegen, oder?

Das Zitat „Daran erkenne ich meine Pappenheimer“ ist weltweit ein Begriff. Aber kaum ein Mensch kennt Pappenheim.

„1000 Jahre Bamberger Dom“ – das bevorstehende Ereignis ist hier noch nicht werbewirksam angekommen…

Da läuft doch was ganz gewaltig schief.

Bitte kämpft weiter so tugendhaft wie bisher!!!

Viele Grüße

Stefan Ruth

Grefrath (Niederrhein)

 

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Thema: Fränkische Leserbriefe

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