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44. CSU – Wie Franken an der Nase herum geführt wird!

Donnerstag, 27. Mai 2010 | Autor:

Frankenlied

 

Viel heiße Luft

THEMA: SEEHOFER

Sein und Schein vermischen sich manchmal im politischen Tagesgeschäft. Ebenso große Ankündigungen und die harte Wirklichkeit, die mit blumigen Politikerworten wenig gemein hat. Ein gutes Beispiel für eben diese beklagenswerte Entwicklung war die Veranstaltung mit dem voll-mundigen Titel „Bevölkerungsentwicklung in Oberfranken – Handlungsansätze und Strategien“ am Donnerstag in Selb. Wer Konkretes zu diesem brennenden Problem erwartet hatte, vielleicht sogar die angekündigten Handlungsansätze, sah sich enttäuscht.

Ministerpräsident Horst Seehofer, verantwortlich für die Strukturpolitik in unserem weißblauen Bayernland, vermied es tunlichst, auch nur irgendeinen konkreten Ansatz mitzuteilen. Stattdessen gab es Standardaussagen zu allen möglichen Themen. Dabei ist die Selber Veranstaltung kein Einzelfall. Immer wieder laden Politiker und öffentliche Verwaltung zu Terminen ein, bei denen man sich als kritischer Beobachter hinterher fragt, was denn eigentlich an konkret Neuem herausgekommen ist. Oft geht es einfach nur um Wichtigtuerei, Selbstdarstellung und das Produzieren von „heißer Luft“.

Beispiel Selb:

Da fahren einige schwere schwarze Limousinen aus München vor, zwei davon haben sogar ein Blaulicht auf dem Dach. Ein halbes Dutzend Leibwächter sorgt für die Sicherheit von Seehofer, hinzu kommen wichtige Begleiter, die Aktenstapel hin und her tragen. Hört man sich unter den zahlreich vertretenen Kommunalpolitikern um, macht sich Enttäuschung breit. Auf der Konferenz wird viel erzählt, doch wie das letztendlich bezahlt werden soll, sagt niemand. „Den Letzten beißen die Hunde“, lautet ein Sprichwort, und das sind häufig die Bürgermeister, die ohnehin blank sind. Manche von ihnen gehen schon gar nicht mehr hin, weil sie die „Schaufensterreden“ nicht mehr hören können. Wenn Bürgermeister klagen, dass Dorferneuerungsprojekte eine Wartezeit von 15 Jahren (!) haben, kann man die Enttäuschung nur zu gut verstehen.

Autor: Peter Engelbrecht Nordbayern Kurier

„Franken brauchen die Vielfalt“

Eine Initiative der Freien Franken (FF) forderte in einer Petition an den Landtag die Fusion der drei bisherigen Bezirke Ober-, Mittel- und Unter-franken in einen schlagkräftigen „Bezirk Franken“. Zwar ist bekanntlich auch Ministerpräsident Stoiber stets an bayerischer Strahlkraft interessiert, sein Innenstaatssekretär Georg Schmid äußerte dennoch Bedenken: So lege die Verfassung ausdrücklich die Zahl von sieben Bezirken fest, die zudem bereits seit 1837 „im Wesentlichen unverändert“ bestünden. Der „gegenwärtige Gebietszuschnitt“ sei zudem für Bayern „eine sachgerechte Lösung, die den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten entspricht“.

Dieser Meinung schlossen sich auch die Fraktionen des Landtags an – und lehnten den Vorstoß einstimmig ab.

Mittelfranke Manfred Weiß (CSU) will dagegen von einer Frankenfusion grundsätzlich nichts wissen: „Den Franken entspricht die Vielfalt der drei Bezirke mehr“, erklärte er. Denn anders als in Oberbayern, wo die Menschen von ‚Bad Reichenhall bis Ingolstadt‘ die gleiche Identität präge, legten sie großen Wert auf ihre regionalen Eigenheiten“, findet der frühere Justizminister: „Da sind wir Franken völlig anders“.

Dazu ein Kommentar von Joachim Gehrig:

Franken braucht keine Einigkeit, entschied der Bayerische Landtag und lehnt die Petition der Freien Franken aus Selbitz ab. Ist ja auch kein Wunder! Denn drei Franken müssen, jeder für sich und oft vergeblich, sich in München abmühen um ein paar politische Notwendigkeiten für ihre jeweilige Region durchzusetzen. Ein einheitliches Franken wäre dagegen ein echtes Gegengewicht zu Altbayern und somit sicher nicht von dort gewünscht. Mit dieser Aussage hat er Recht, der gute Herr Weiß aus Mittelfranken. Wir Franken sind wirklich anders. Aber, die Sache mit der nicht vorhandenen gemeinsamen Identität, da sollte er doch mal seine Franken fragen und nicht die Herren Stoiber, Glück, Huber und Co. Haben hier vielleicht ein paar fränkische Politiker und (höhere) Regierungsbeamte Angst um ihre lukrativen Posten?

Rheinfränkischer Oberhirte

Leserbrief in der Mainpost – vom 5. Juli 2005 von Heribert M. Reusch:

In Ihrem Bericht wird unser Bischof also „Neu-Bayer“ bezeichnet. Er selbst sieht sich als rheinischer Franke. So weit so gut. Nun zu den geschichtlichen Zusammenhängen: Im kommenden Jahr gedenkt man der 200jährigen Zugehörigkeit der Regionen Franken und Schwaben – von Okkupanten Altbayern als „Neubayern“ bezeichnet -zum heutigen Freistaat.

Neubayern sind also so genannte „Staatsbayern“, das heißt also, keine echten Bayern. Folglich ist – stammesgeschichtlich betrachtet – der Franke auch kein Bayer.

Logischerweise ist dann der Kölner Friedhelm Hofmann auch kein „Neu-Bayer“, sondern der rheinfränkische Oberhirte von Mainfranken, besser gesagt von ganz Unterfranken.

 

Stoiber ignoriert Franken

Ein Beitrag von Heribert M. Reusch

Die Großgemeinde Schonungen (8300 Einw.) – 6 km östlich von Schweinfurt am Main gelegen – muss seit 5 Jahren damit leben, das größte bewohnte Altlastgebiet Bayerns zu sein. Hierbei handelt es sich um die hochgiftigen Hinterlassenschaften einer ehemaligen Farbenfabrik, welche vor über 100 Jahren hier das berühmt-berüchtigte „Schweinfurter Grün“ herstellte. Es wird geschätzt, dass ca. 2 Mio. Tonnen mit Arsen, Blei und Zink belastete Abfälle hier „entsorgt“, d. h. vergraben wurden!

Es ist eine Fläche von über 10 ha betroffen. Bei Bodenproben wurden bis zu 148 Gramm Arsen in einem Kilo Erde festgestellt! Eine Mio. Euro musste bisher allein für Untersuchungen aufgebracht werden. Und das Ende ist noch nicht abzusehen. Das schlimmste aber ist, da der Verursacher nicht mehr greifbar ist, haften nach dem Bundesbodenschutzgesetz im Endeffekt die unschuldigen Grundstücksinhaber als sog. „Zustandsstörer“! Die Gesamtsanierungskosten werden auf über 60 Mio. Euro geschätzt; 123 Grundstücke mit 321 Personen sind betroffen! In einer solchen Situation sind die Bürger in erster Linie auf die Hilfe des Staates angewiesen. Und wie sieht diese aus? Ministerpräsident Stoiber lässt im Jahr 2002 diese – unter dem Fabrikantennamen Sattler bekannt gewordene – Altlast zur Chefsache erklären. Blicken hat sich der Herr Landesvater aber hier niemals lassen, obwohl er mehrmals in der Nähe war. So z.B. auch am 9. Juli, beim Landesparteitag der Jungen Union in Schweinfurt. Zeitliche Gründe waren die Ausrede für sein Nichterscheinen in Schonungen. Da kamen die Schonunger zu ihm, 800 an der Zahl, darunter auch einiger FB-ler. Stoiber zog es vor, bei seiner verspäteten Ankunft sofort in der Tiefgarage zu verschwinden, und ließ die Demonstranten vor dem Konferenzzentrum im Regen stehen!

 

Fazit: Läge Schonungen in Oberbayern, dann wäre die Sache längst erledigt. Aber Franken ist Stoiber egal! Ein Grund mehr für: „200 Jahre Bayern sind genug“!

 

 

Franken Spiegel

Monatsschrift für geistiges Leben in Franken (aus dem Jahr 1951)

Dieser Artikel von 1951 zeigt und beweist, wie Altbayern seit Kriegsende mit uns umgeht. Es zeigt auch, wie dringend notwendig der unabhängige Bürgerverein Fränkischer Bund e.V. heute im Jahre 2005 ist und zukünftig sein wird. Dieser Zustand kann nicht so bleiben!

Joachim Kalb

Auf-Bayern-stolz-nein-danke..

Hier einige Auszüge: Immer wieder das gleiche Thema! Unerschöpflich scheint es zu sein. Wer den „Außerordentlichen Haushalt 1950“ aufschlägt und zum „Sonderausweis über Wiederinstandsetzungen sowie Neu- und Erweiterungsbauten auf dem Gebiet des Hochbaues im Bereich sämtlicher Staatsministerien Bayerns“ kommt, muss feststellen, dass wirklich alle Bäche Bayerns nach München fließen, so wie alle Wege nach Rom führen. In der „Fränkischen Arbeitsgemeinschaft“ ist mit vollem Recht eine kontrollierende und protestierende „Behörde“ entstanden. Sie kann wertvolle Arbeit leisten, wenn es ihr gelingt, aus dem Befehlsstaat Napoleons ein organisches Gebilde zu machen, hat sie eine historische Aufgabe erfüllt. Kein Recht soll dabei geschmälert werden, aber alte, naturgegebene Rechte sollen wieder eingesetzt werden und die bestehenden ergänzen, vertiefen helfen. Da ist der Zusammentrag, Zahlen, die dem Leben dienen, die einen Pulsschlag nachgehen und zeigen, wie ein Staat durchblutet wird. Der Staat ist ein Organismus, und kein Organismus wird eines seiner Glieder verkümmern lassen dürfen, ohne Schaden am Ganzen zu nehmen. Zum Beispiel hatte das Staatsministerium für Unterricht und Kultus einen Etat von 22,5 Mio. DM. Davon flossen alleine 15,485 Mio. nach Oberbayern, der Rest auf alle anderen Regierungsbezirke. Welch ein Kontrast! Immer wieder kommen Klagen aus Franken, Schwaben und der Oberpfalz. Die Schul-, die Gerichtsverhält-nisse geben zu Kritik Anlass. Kisten dienen als Stühle, Räucherkammern als Gerichtssäle. Die Gesundheit der Schuljugend ist bedroht; in laufend- und überbelegten Zimmern wird Unterricht gehalten. Da ist das Beispiel der „Hochschule der bildenden Künste in München“ und das Gegenbeispiel der „Akademie der bildenden Künste in Nürnberg“. Bei der Hochschule in München handelt es sich um Ausbesserungsarbeiten, in Nürnberg um die Errichtung eines völlig neuen Gebäudes. München bekommt 622.100 DM, Nürnberg 167.950 Zuschuss!

Letzte Meldung:

Am 16.7.2005 war Stoiber in Bamberg beim Bezirksparteitag der CSU. Er gab sich kämpferisch und versicherte, …man habe viel für Oberfranken getan und es sei sogar ein Fraunhofer Institut angedacht.

So nebenbei kam heraus, dass die Gemeinde Miesbacher Land sich Sorgen mache, wie man das Guthaben von 2000 Euro pro Einwohner günstig anlegen könne, während in O’fra pro Einwohner Schulden von 4000 Euro vorhanden seien.

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Thema: So wird Franken benachteiligt

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14 Kommentare

  1. […] der Mitgliedzahlen hätte zur Folge, dass der Verein bei seinen Veröffentlichungen noch viel mehr Gehör bei der Politik finden […]

  2. […] Den fränkischen Wähler möchte ich nur an folgendes erinnern. […]

  3. […] in der Basketball Bundesliga, ohne die in München herausragenden Voraussetzungen – von Franken finanzierte Infrastruktur  – zu haben. Wer hat denn die Theater, Museen, Hochschulen, usw. zum Großteil finanziert, mit denen […]

  4. […] Christian Schmidt mehr Allgemeines über die Regionen in Europa, nicht allzu viel über Franken. Er sprach mehr über Bayern. Allerdings meinte auch er, dass, wer das Ganze stärken will, auch die Region mit Kompetenzen […]

  5. […] Macht befindliche CSU Regierung war und ist, die für diese Zustände in Bayern verantwortlich ist. Diese “christlichen” Politiker erzählen den Franken dann immer wieder – besonders…die sich ausnutzen lassen. Nein! Das sagen Sie natürlich nicht, aber denken vielleicht schon. Denn […]

  6. […] Franken geistig, wirtschaftlich und kulturell seit über 200 Jahren von den Bajuwaren betrugen wird, können Sie in meinen neuen Beitrag: Franken und Bayern im 19. und 20. Jahrhundert […]

  7. […] und seine Nachfolger: Streibl,    Stoiber,    Seehofer alles ganz tüchtige Politiker, die genau wissen was das Volk hören […]

  8. […] Es kann nicht sein, dass sich CSU Politiker an Christi Himmelfahrt am Dreifrankenstein hinstellen und Lobeshymnen auf FRanken rausposaunen, aber wenige Tagen vorher eine erfolgreiche Petition zum hissen der FRankenfahne verhindern wollten. Solch eine Heuchelei muss vom fränkischen Wähler abgestraft werden. […]

  9. […] Es kann nicht sein, dass sich CSU Politiker an Christi Himmelfahrt am Dreifrankenstein hinstellen und Lobeshymnen auf FRanken rausposaunen, aber wenige Tagen vorher eine erfolgreiche Petition zum hissen der FRankenfahne verhindern wollten. Solch eine Heuchelei muss vom fränkischen Wähler abgestraft werden. […]

  10. […] Dank dafür ist, dass man Franken weiterhin in allen Belangen benachteiligt. Das Traurige dabei ist, dass leider zu viele fränkische Abgeordnete sich der “mia san […]

  11. […] an ihren eigenen Wahlkreis, an ihr eigenes Einkommen geht, beginnen sie zu reagieren – aber nicht um dem Volk zu helfen, sondern um ihre eigenen Pfründe zu retten. Schämt euch, ihr Franken in der CSU. Ihr seid von den […]

  12. […] wurde. Fränkische CSU Abgeordnete haben die fränkischen Interessen nur schwach vertreten, zumeist hat man die Probleme von Franken zu Gunsten der eigenen Karriere vergessen. Praktisch sah dies so aus, dass man beim überqueren der […]

  13. […] mia”. Dabei will man der ganzen Welt weiß machen wie einmalig und groß die Bajuwaren sind. Die Wahrheit sieht ganz anders aus, wenn man sich einmal ernstlich damit auseinander […]

  14. […] mehr Menschen in Franken bekommen die seit Jahrzehnten von der bayerischen Staatsregierung selbstherrlich aufoktruierten Entscheidungen zu spüren. Die Benachteiligungen haben wir ja nun schon seit 1806 in […]

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