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131. Europa Region Franken längst überfällig

Mittwoch, 18. Mai 2011 | Autor:

Frankenlied


 

 

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Europa Region Franken längst überfällig


Ein „Lagebericht“ von Joachim Kalb
In der letzten Woche war jeweils ein 5-spaltiger großer Artikel zum Thema Euroregion Franken in den großen Zeitungen des Süddeutschen Verlages: der Frankenpost, der Neuen Presse Coburg und des Freien Wortes in Hildburghausen. Die ausgezeichnete Reportage war von Roland Rischawy. Am 8.3. folgte ein größerer Artikel in der Mainpost (Tilman Toepfer). Diese Möglichkeit der Darstellung unseres berechtigten Anliegens in der Öffentlichkeit haben wir nicht oft.

Nachdem mich einige Anrufe und Emails mit Fragen erreichten und auch das Thema im Freien Wort heftig diskutiert wurde, möchte ich hier nochmals unser Konzept so kurz wie möglich darstellen. Am 18.3.2011 wird unser Jubiläumsheft 20 Jahre Fränkischer Bund e.V. vorgestellt, das auch ein Kapitel zu dieser Thematik enthält.

Aktuelle Standortbestimmung des Fränkischen Bundes e.V.
(Stand März 2011)

1. Sachlage:

a) Nachdem die Bundesländer nach dem 2. Weltkrieg z.T. willkürlich gebildet wurden um Preußen zu zerschlagen, wurde ins Grundgesetz der Art. 29 aufgenommen, der es jederzeit möglich macht (bis 1972 sogar vorgeschrieben hat), die Bundesländer zu verändern bzw. neu zu gliedern.

b) Der Fränkische Bund e.V. entstand im Zuge der Wiedervereinigung, als sich in der ehemaligen DDR relativ schwache Bundesländer bildeten. Nach Art. 29 GG sammelte der Fränkische Bund e.V. über 8.000 Unterschriften und stellte den Antrag beim Innenminister (Kanter à Schmiergeldaffäre), ein Volksbegehren zur Bildung eines starken Bundeslandes Franken zuzulassen. Die Innenminister der betroffenen Länder wurden befragt (Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg) und lehnten dies natürlich ab. Wir klagten beim Bundesverfassungsgericht. Im Urteil wurde uns die kulturelle landsmannschaftliche Zusammengehörigkeit bestätigt, die Zulassung aber 1997 abgelehnt wegen wirtschaftlicher Pendlerverflechtungen. Wichtig für uns, der Antrag kann jederzeit wieder neu gestellt werden. Ein weiterer Antrag beim damals noch nicht so richtig etablierten EU-Gerichtshof in Straßburg wurde ebenfalls abgelehnt.

Mittlerweile hat sich die EU weiterentwickelt und strebt ebenfalls eine Art bundesstaatliche Gliederung in EU-Regionen an. Die Hauptproblematik besteht darin, dass z.B. Bayern davon ausgeht, dass die Bundesländer dann automatisch EU-Regionen werden, was bis jetzt noch nicht entschieden ist und wogegen wir uns vom FB mit aller Macht stemmen. EU-Regionen könnten eben so gut die Metropolregionen werden, was natürlich viel sinnvoller wäre.

Wir vom Fränkischen Bund e.V. sind jederzeit in der Lage, wenn denn Erfolgsaussichten bestehen, 8.000 Unterschriften zu sammeln und einen neuen Antrag zur Bildung eines Landes Franken zu stellen. Es muss spätestens dann geschehen, wenn Bayern den Status einer EU-Region zuerkannt werden soll.

2. Einschätzung der gegenwärtigen politischen Lage in Franken:

Nun hat sich – auch aufgrund unserer Arbeit – das gesunde fränkische Regionalbewusstsein im Frankenland sehr gut entwickelt. Der Antrag wäre schnell gestellt. Wenn aber der anschließende Volksentscheid ansteht, brauchen wir in den politischen Parteien und im Volk jede Menge Rückhalt und Unterstützung. Es gibt positive Beispiele wie etwa die kleine ÖdP, die mit Volksentscheiden schon einiges bewirkt hat.

Auch aus diesem Grunde ist der Fränkische Bund e.V. überparteilich angelegt. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, entscheidet die Mitgliederversammlung im Verein. Ist der Leidensdruck schon groß genug? Werden die Zusammenhänge verstanden?

Es würde auch sehr viel von den regionalen Medien abhängen!

3. Nicht hinnehmbare Realitäten im Bayernstaat:
Bereits im Niedergang hält die CSU um so verbissener und militanter an ihrer vermeintlichen Superformel: 50 %+x = CSU = Bayern = Erfolgsgarantie fest. Die FDP, die alleine an diesem Verhalten etwas ändern könnte, schaut gebannt wie das Kaninchen auf die Schlange dabei zu.

Für die fränkischen Verantwortungsträger wurde die Parole ausgegeben: Jegliches fränkisches Selbstbewusstsein ist zu unterdrücken; das große Franken ist zu zerstückeln und gegeneinander auszuspielen; die fränkische Identität ist zu leugnen. Parteiinteresse rangiert immer vor dem auch noch so berechtigten Interesse der Region.

Die Folge dieser oberbayerischen Vorgaben sind sehr vielfältig und unakzeptabel für unser Frankenland.

Geschichte:
Der Münchner Prof. Blessing (Uni Erlangen) u.a. erklärt, dass die Franken erst in Bayern ein eigenes Bewusstsein entwickelten. Das ist nachweislich falsch. Monteglas, der Franken ausplünderte, gilt offiziell (Landeszentrale für politische Bildung) als der Schöpfer des modernen Bayern.

Staatsfunk:
95 % aller Unterhaltungssendungen im Bayerischen Rundfunk spielen vor oberbayerischem Hintergrund (Seppl-Kultur) – Dahoam ist dahoam, kein fränkischer Tatort, sogar Reiseberichte aus Franken mit oberbayerischen Sprechern und Stubenmusi. Trotz vom Gesetz geforderter Unabhängigkeit der Medien sind ausschließlich CSU-Leute in der Führung des BR und ein Skandalpolitiker Schneider im Medienrat. An der politischen Akademie Tutzing soll der Nichtfachmann Goppel Chef werden.

Außendarstellung:
Werbung für Bayern insgesamt bezieht sich ausschließlich auf Oberbayern mit Seppln, Neuschwanstein und München. Jüngstes Beispiel: Weltausstellung Shanghai. Nach außen gibt man sich als etwas ganz besonderes und stänkert gegen alles, was aus Berlin kommt, obwohl man selbst dort noch mitregieren darf.

Regierungsform:
Napoleonischer Zentralismus nach innen und Separatismus nach außen. Stadthalter (Regierungspräsidenten) erhalten Order aus München.

Politik:
Es ist keinerlei Willen erkennbar, das gesetzlich vorgeschriebene Landesentwicklungs-programm auch nur ansatzweise umzusetzen. Das Gegenteil wird praktiziert, was z.Zt. in den bestellten Empfehlungen des Zukunftsrates gipfelt. Die Gelder werden im genau umgekehrten Verhältnis verteilt, wie es sein müsste.

Um von dieser Tatsache abzulenken, versucht man öffentlichkeitswirksam mit Hilfe der Medien inhalts- und wirkungslose Pseudoaktionen vor Ort vorzutäuschen und die Aufspaltung Frankens damit voranzutreiben. Beispielhaft sind dafür die Aktionen von Oberfranken Offensiv (1 Mio. Euro für einen Kartoffelstempel) mit Frau Huml (CSU) sowie Chanchenregion Unterfranken und der Zukunftsrat ländlicher Raum (Herrr Friedrich CSU). Statt den Konsens in eine Art fränkische Versammlung zu suchen, an der alle Parteien und Verbände teilnehmen können, sind alle diese Gremien nahezu ausschließlich mit CSU-Leuten besetzt. Frau Hohlmeier hat noch vor dem Zukunftsrat fertig gebracht, Oberfranken zu empfehlen, sich nach Thüringen, Sachsen und Tschechien zu orientieren. Hauptsache teilen!

Die sog. Empfehlungen des Zukunftsrates bilden den vorläufigen Höhepunkt einer absurden Fehlentwicklung im Bayernstaat. Die Bevölkerung ist zurecht aufgebracht und wütend. Der FB hat dazu eine klare Haltung. Wir meinen, das Maß ist voll!

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Schlußbemerkung:

Anscheinend ist bei der fränkischen Bevölkerung der Leidensdruck noch viel zu gering. Erst wenn die letzten Jugendlichen FRanken, Richtung München verlassen haben, wird man aufwachen und dann ist es zu spät. Schon jetzt sagt man uns in München, das es sich nicht lohnt in Franken zu investieren, außer ab und zu ein Almosen, damit sind die meisten Franken zufrieden. Früher galten FRanken mal als die Elite der Bayern. Was ist daraus geworden. Steuerzahler und Stimmvieh! Oh welch eine geistige Armut hat uns ergiffen.

M.T.

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Thema: So wird Franken benachteiligt

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12 Kommentare

  1. Hallo! Ich habe grosses Interesse an der „Fränkische Versammlung“! Is das ein Gremium, das gewählte oder bestimmte oder berufene Personen enthält? Wie könnte das dann ein Gewicht erlangen?

  2. 2
    intern 

    Sehr geehrter Schreiber,
    dass ist sehr schön, dass immer mehr FRanken merken, dass wir unsere Zukunft selbst und verstärkt in die Hand nehmen müssen. Die Ausbeutung durch Bayern in den letzten 200 Jahren ist gravierend. Besonders in den letzten 50 Jahren wurde Franken regelrecht kaputt „gespart“. Die Milliarden hat man in Oberbayern investiert, und in FRanken dass den Bayern industriell weit voraus war, hat man ganze Industriezweige vor die Hunde gehen lassen.
    Franken kann sich in der EU allein behaupten. Da braucht man sich nur Staaten wie Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Zypern, Malta, Rumänien, Bulgarien und Luxenburg anzusehen. Franken könnte mit allen von Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft mithalten. So aber werden unsere Steuergelder in Oberbayern investiert und wenn mal was übrig bleibt in FRanken.
    Das die fränkischen Abgeordneten, besonders die der CSU, in den letzten Jahren durch ihr Kopfnicken nichts verbessert haben, zeigen die derzeitigen Zustände. Deshalb wurde am 31.10.2009 eine eigene fränkische Partei gegründet, und zwar die erste fränkische Partei „Die FRANKEN“. Nun haben alle Franken erstmals die Möglichkeit in 2013 fränkisch zu wählen. Dann wollen wir einmal sehen, wieviele in München und von den fränkischen CSU Abgeordneten nervös werden. Schon bei der Gründung der Partei wurden wir als Separatisten beschimpft, weil die Angst umging. Tatsache ist, dass es keine größeren Separatisten in Bayern gibt als die Anhänger der CSU. Die wollen schon immer ihre eigene „Suppe“ kochen. Echte FRanken dagegen sind schon immer Deutschlandtreu gewesen. Eines ist jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche. Man wird uns Franken wie vor jeder Wahl, wieder alles mögliche versprechen und am Ende nichts davon einhalten. Also, wenn der FRanke so intelligent ist wie man behauptet, dann müßte der Einzug in den Landtag möglich sein.

    Ich kann hier nur noch einmal wiederholen: FRANKEN wählt in 2013 fränkisch, dann werden die Mittel gerecht verteilt werden.
    Wir brauchen keine 3 Startbahn in München, nur um den Flughafen Nürnberg zu ruinieren. Wir brauchen nicht noch mehr Infrastruktur in Oberbayern, nur damit in Franken alle Lichter ausgehen, und unsere Kinder zum arbeiten nach München fahren müssen. Also aufwachen!!!

    Die „Fränkische Versammlung“ wie im Beitrag erwähnt, wäre also ein hilfreicher Weg, FRanken voran zu bringen. Dazu bedarf es aber, dass alle fränkischen Vereine und Gruppierungen, die Notwendigkeit erkennen, und nicht schon vor Gründung einer solchen Versammlung diskutieren, ob man dies denn wirklich braucht. Wenn die CSU ein bayerisches Museum für Franken in Aussicht stellt, dann sind eine große Anzahl Franken sich schnell einig, dass man sich dafür bewerben muss. Auch wenn diese wieder eine von den vielen bekannten oberbayerischen „Theateraufführungen“ war, wie verarscht man die Franken oder wie kann man sie noch weiter spalten.

    M.T.

  3. 3
    Andreas 

    Und eins habe ich vergessen! Die fränkischen Politiker sind bayerische Speichellecker. Allem voran Söder. Franken benötigt eine charismatische Gestalt. Guttenberg hat leider aufgrund siner Faulheit im Studium versagt. Die Franken sind leider zu of zu bequem. Wer kanns verwehren bei dem guten Essen bei Würzburger Wein oder Bamberger Bier.

  4. 4
    Xaver 

    Hallo ihr lieben Franken,

    keiner braucht Euch und keiner will Euch.
    Spaltet euch doch von Bayern ab,
    aber ich denke auch dafür seid ihr zu b…
    Ministerpräsident Söder und dann noch Beckstein,
    Michel Glos (mit Soss), und der Kopierer Guttenberch,
    na da werdet ihr schon wieder zur Elite 🙂

    Viel Erfolg ich wümsch Eich von Herzen viel Erfolg,
    aber haut endlich ab aus Bayern

  5. 5
    intern 

    Hallo Xaver,
    Nomen est Omen sagt der Lateiner. Vielleicht erkundigen Sie sich einmal was Ihr Name bedeutet. Denn dann dürften Sie sich solche geistigen Ausflüsse nicht mehr erlauben. Trotzdem will ich aber Ihren „wunderbaren“ geistigen Ausfluss nicht ignorieren, sondern dem Volk bekannt machen. Ich kann IHnen nur empfehlen einmal das Buch: Macht und Mißbrauch zu lesen. Wenn Sie dann immer noch stolz sind zu dieser Spezies zu gehören, dann ist alles klar.
    Wenn Sie sich auch einmal mit der Geschichte FRankens und der von Oberbayern befasssen, dann werden Ihre Worte sehr hohl klingen. Franken war vor Jahrhunderten schon Industrieland und hatte Anteil am Welthandel, da haben sich die Wildschweine in Oberbayern mit den Seppl, noch an den Eichen den Hintern gekratzt. Nachdem Sie FRanken ausgeraubt haben, und seit 50 Jahren eine Politik machen die Franken in jeder weise benachteiligt, reißen Sie jetzt die große Klappe auf. Ein Wort passt dazu: Charakterlos.

  6. Grüße aus dem Land Brandenburg!
    Ich wünsche Ihnen bei ihrem Vorhaben der Verwirklichung des langersehnten Bundeslandes FRANKEN in absehbarer Zeit endlich den verdienten Erfolg.
    Ich hoffe weiter, das Sie bei den jeweiligen Instanzen nicht locker lassen werden um uns endlich die notwendige Bundesländerreform (in puncto Neugliederung) zu ermöglichen.
    Auch wir arbeiten im bescheidenen Rahmen an diesem Vorhaben und drücken Ihnen anständig die Daumen.
    Ich würde Sie bei Fragen, wenn möglich, diesbezüglich gerne separat kontaktieren?!

  7. 7
    intern 

    Lieber Kommentator,

    herzlichen Dank für Ihre mutmachenden Worte und herzliche Grüße auch nach Brandenburg. Es gibt wirklich kein Land in Deutschland in dem man einen Volksstamm so ungerecht behandelt wie in Bayern. Das ist ohne Beispiel. Die Verantwortlichen für diese Politik zieren sich dann in Ihren Namen noch mit den Hinweis auf „christlich“ und „sozial“. Mehr an Heuchelei ist noch mehr denkbar.

    Aber es gibt so etwas wie Gerechtigkeit und die wird über kurz oder lang siegen. Das glauben immer mehr hier in Franken. Gerne dürfen Sie mich auch ansprechen. Aktuelles gibt es dazu immer in meinem Blog.

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