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145. „Franken in Bayern – 200 Jahre sind genug“!

Freitag, 24. Juni 2011 | Autor:

Frankenlied

 


 

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„Franken in Bayern – 200 Jahre sind genug“!
Positives Echo der Ausstellung 200 Jahre Franken in Bayern
Von Joachim Kalb und Manfred Hofmann

Ministerpräsident Edmund Stoiber wäre kein Altbayer, wenn er nicht im Vorfeld der Ausstellungseröffnung „200 Jahre Franken in Bayern“ (Nürnberg) und „200 Jahre Königreich Bayern“ (München) eine überschwängliche Erfolgsgeschichte parat hätte. So spricht er in seinen vielfältigen Presseerklärungen (Nr. 123) von einem in 200 Jahren gewachsenen „gesamtbayerischen“ Patriotismus. Wie so oft im richtigen Leben liegen die ‚größten Hämmer‘ schon in den ersten Sätzen von Fensterreden und Presseerklärungen verborgen. Von Thomas Dehler („Franken sind keine Bayern“) bis zum Nürnberger OB Ulrich Maly („Wir werden nie ganz reinen Herzens Bayern sein“) sind 83 % der Franken mit ihrem Land verbunden, was auch sonst!

Das Königreich Bayern endete bekanntlich 1918 und begann mit der unglückseligen Okkupation Frankens, angestiftet von einem kleinen Franzosen namens Napoleon 1806. Der Franke Adam Riese dreht sich im Grabe herum bei solchen Rechenkünsten, 200 Jahre? Der Ministerpräsident würde wahrscheinlich nach der gültigen Gesetzeslage in Bayern die z.Zt. überall auf Hochglanzprospekten der Bayerischen Schlösserverwaltung abgebildete Bayernkrone gar nicht tragen dürfen, weil sie Diebesgut enthält. Die schönsten Edelsteine der ‚Kini‘-Krone stammen nämlich aus der ehemaligen Eichstätter Monstranz, die Montgelas bei seinen Raubzügen und Plünderungen während der unseligen Zeit von 1802–1806 von Franken nach München verbrachte.

Damit ist die Wittelsbacher Krone eigentlich Teil der 5529 geraubten Beutekunststücke, die bis heute in Münchner Museen und Kellern lagern. Man glaubt es nicht, diesen Montgelas hat Edmund Stoiber gerade jetzt wieder als den großen Reformer Bayerns bezeichnet. Nun, alle Fraktionen im Bayerischen Landtag, zuletzt Joachim Herrmann (am 8.7.04), haben versprochen, mit der Rückführung fränkischer Kulturgüter, so des Bamberger Domschatzes etwa zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 2007 zu beginnen. Wir warten, mahnen und sammeln weiter Unterschriften!

Kein Aprilscherz war es, dass Franken Hauptthema im Kulturteil aller fränkischen Blättern und in der SZ war. Letztere bescheinigt sogar dem Fränkischen Bund e.V. die Meinungsführerschaft bei den fränkischen Verbänden, die sich für Franken einsetzen. Danke für die Blumen! Der mitgliederstarke Frankenbund wurde gar nicht erwähnt. Selbst schuld! Mahnte der Kulturverein in den 50er und 60er Jahren noch die weiß-blauen Missstände deutlich an, so fällt der Vereinsführung heute nichts besseres ein, als sich vom Fränkischen Bund abzugrenzen, obwohl der diese eigentlich seine Arbeit, nämlich sich um die fränkische Kultur (Beutekunst) zu kümmern, macht.

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Mit Prof. Blessing werden auch noch altbayerische Positionen, was die Interpretation von Geschichte betrifft, übernommen. Ähnliche ‚Unarten‘ nehmen auch einzelne fränkische Journalisten an (FT): Tenor: Die Franken sollten eher froh sein, dass sie wegen ihrer Kleinstaaterei und Streitsucht von Bayern übernommen wurden. Glaubt man denn ernsthaft, dass ohne den französisch-baierischen Einmarsch bei uns die Zeit stehen geblieben wäre und wir immer noch auf Lehmboden herumtrampeln würden? Keine Industriemetropole Nürnberg, eine Stadt, die über Jahrhunderte ohne Bayern Handwerks- und Handelsmetropole war?

Blicken wir in unserer Geschichte vor Wittelsbach auf den fränkischen Reichskreis vom 2. Juli 1500 (Frankentag) bis 1806, so hat dieser in den 300 Jahren seines Bestandes immer besser funktioniert. Außerhalb Bayerns, wo man das sagen darf (ohne seine Karriere zu gefährden), wird dieser Abschnitt als ein frühes Beispiel für eine funktionierende EU-Region gesehen. Selbst Ministerpräsident Edmund Stoiber hat am Wochenende den Föderalismus gegen den Vorwurf der Kleinstaaterei vehement verteidigt; gerade die kleinen Länder seien erfolgreich. Na also, Herr Stoiber, weg mit dem innerbayerischen Zentralismus. Ein Regierungsbezirk Franken mit 4,3 Mio. Einwohnern ist wirtschaftlich so stark wie Tschechien und die Slowakei zusammen. Mehr Selbstverwaltung für die Metropolregion Franken und keine Brosamen vom Münchner Tisch; keinen altbayerischen Rundfunk, sondern einen Frankenfunk.

Wikipedia Foto Andreas Praefcke – Bayer.Rundfunk

 

Nicht nur die exzellente Broschüre des Fränkischen Tourismusverbandes zur Ausstellung ‚200 Jahre Franken in Bayern‘, sondern auch die Ausstellung selbst ist gut gelungen. Man hat zwar das Thema Beutekunst ‚weiträumig umgangen‘, aber auch der Räuber und Plünderer Montgelas kommt kaum vor. Selbst der Fränkische Bund wurde geschichtlich mit einer eigenen Vitrine gewürdigt. U.a. ist unsere Botschaft ‚200 Jahre sind genug‘ deshalb seit der Stoiber-Eröffnung am 3.4.2006 sowohl am Eingang des Museumsgebäudes auf einer gemieteten Plakatfläche zu sehen als auch im Museum selbst. Wir sind also sowohl Gegenwart als auch Geschichte, wer hätte das gedacht? Es gibt weiterhin viel zu tun!

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Thema: So wird Franken benachteiligt

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3 Kommentare

  1. […] angelegt. Aber die fränkische Köpfe, Ihre Sparsamkeit und Tüchtigkeit würden die jahrelangen Benachteiligung schon wieder aufholen, und Oberbayern nach wenigen Jahren […]

  2. […] Seitdem nun die Veranstaltungen laufen werden uns Jahr für Jahr von den CSU “Erwählten&#8221…die Redner auf unseren Frankentag diktiert. Obwohl dieser Tag eine rein fränkische Veranstaltung sein soll, wird er seit Beginn immer mehr als CSU Veranstaltung mißbraucht. […]

  3. […] Was diese weiß – blauen Seppl aus Oberbayern uns alles zumuten und von uns ernstlich fordern, geht auf keine Kuhhaut. Wir dürfen uns das nicht mehr gefallen lassen. […]

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