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190. Bayern ignoriert Franken in den Geschichtsbücher!

Freitag, 22. Juni 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

 

Alt -Nürnberg  Marion Pixelio.de

 

Lesen Sie, was in unseren Schulen nicht gelehrt und vom Haus der Bayerischen Geschichte gerne unterschlagen wird.

Franken war stets reichstreu und stand in der schwarz-rot-goldenen Tradition unserer Grundrechte gegen ein autoritäres, königstreues, zentralistisches, rückständiges Bayern.

Der Fränkische Bund e.V. fordert deshalb die Vermittlung fränkischer Geschichte in den ersten 4 Klassen sowie einen Lehrstuhl und ein Museum für fränkische Geschichte, geführt von unabhängigen Wissenschaftlern.

 

Miltenberg

 

Was in den bayerischen Geschichtsbüchern weggelassen wird!

 

lm Band 9 zur Bayerischen Geschichte und Kultur, der an allen Schulen kostenlos verteilt wurde, finden sich folgende, einseitige Darstellungen der „Bayerischen Geschichte“:

 

  • Bilder und Text zum Zeitabschnitt bis 1806 vermitteln den Eindruck, als ob Franken schon immer zu Bayern gehörte.

 

  • Montgelas wird ausführlich als der geschildert, der angeblich ein gewaltiges Reformwerk schuf und das Land Bayern regierbar machte. In einem einzigen Satz wird erwähnt: „Säkularisiert wurden die reichsunmittelbaren geistlichen Gebiete, aber auch landsässige Klöster, die nicht dem Reich unterstanden“.

 

  • Die Verwüstungen, die dieser angebliche „Staatsgründer und Held“ mit seinen Überfällen und Raubzügen in Frauken anrichtete, sind bis heute nicht annähernd erfasst.

 

 Fränkische Schweiz

Der Fränkische Bund e.V. erlaubt sich, an einigen wenigen Beispielen das Ausmaß des Unrechts zu verdeutlichen:

 

Grundsätzlich wurden wertvolle Kunstschätze, Gebäude, Kulturgüter zu Schleuderpreisen oder gar zum bloßen Materialwert versteigert.

 

Beispiele:

 

Abriss der Balthasar-Neumann-Kirche in Münsterschwarzach;

 

Zerstörung der Giechburg bei Bamberg;

 

Versteigerung der Würzburger Diamanten aus Kirchenbesitz;

 

Zerstörung der kostbaren Monstranz aus dem Eichstätter Dom: Perlen und Edelsteine bilden die Kroninsignien des bayerischen Königs!

 

Diebesgut in der Bayernkrone!

 

Nach München verschleppt:

 

Der Leibrock Kaiser Heinrichs, die Krone der heiligen Kunigunde, das fränkische Herzogschwert aus Würzburg, berühmte Grünewald-Bilder aus Aschaffenburg, die Sammlung der Werke Albrecht Dürers, Handzeichnungen aus Ebrach, alle Urkunden aus der Zeit vor 1400 ……..

 

  • geplünderte Münzsammlungen in Banz und Bamberg bilden den Kern der „bayerischen“ Münzsammlung in München; verschleudert wurde der Nürnberger Silberschatz!
  • Unwiederbringliche Kunstwerke von Peter Vischer aus Nürnberg wurden zu Bruchmessing! Welch ein Kunstverstand der Bayern!
  • Viele Kirchen wurden verkauft oder zum Abbruch freigegeben..und..und..und..

 

Blick_auf_Rathaus_und_Regnitz – elsa pixelio.de

Dieses gewaltige Unrecht findet im christlichen Bayern in der Geschichtsschreibung kaum Erwähnung.

 

Ohne die Kunstschätze Frankens, ohne das „Verschleppen“ fränkischer Bauten und Liegenschaften wäre Münchens Aufstieg nicht möglich gewesen, wäre das heutige „Bayern“ nicht das Vorzeige-Bundesland!

 

 

Der Fränkische Bund fordert die Rückgabe des geraubten Kulturgutes!

 

Wikipedia Matthias Kabel _Krone_Heinrich_II_1270 

 

  • Wir fordern ein fränkisches Museum in Nürnberg, Bamberg, Würzburg oder Schloss Banz!
  • Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Tilman Riemenschneider usw. gehören nach Franken!
  • Der Abzug weiterer Kulturgüter, der bis heute anhält, muss gestoppt werden!
  • In den bayerischen Geschichtsbüchern wird auch unterschlagen, dass sich die Franken gegen die Kolonialisierung ihres Landes vehement zur Wehr gesetzt haben. Sie konnten aber, da Bayern gegen die deutschen Staaten mit Napoleon verbündet war, wenig ausrichten.
  • Bayern sagte sich nach dem Russlandfeldzug Napoleons, wo, wie sollte es auch anders sein, ein extrem hoher Anteil fränkischer Soldaten „verheizt“ wurde, von Napoleon los und stand dann, zusammen mit Österreich, wieder auf der Seite der Sieger.
  • Vor der Revolution 1848/49 gab es  sehr große Spannungen zwischen den Fürsten und ihren Völkern, so dass diese sich gegenseitig unterstützten. Der  fränkischen Freiheitsbewegung wurde wiederum keine Chance gelassen.
  • Die Bismarck’sche Revolution von oben, die zur Deutschen Reichsgründung 1871 führte, erfüllte einen Wunschtraum der Franken, die immer – im Gegensatz  zu den Bayern – reichstreu waren. Zu dieser Zeit begannen die Franken Bayern zu regieren, was sich heute leider wieder umgekehrt hat; wir sind in München kaum noch wirksam vertreten.

 

Wieder wird mit einigen wenigen Beispielen aus unserem Raum die lückenhafte bayerische Geschichtsschreibung ergänzt:

 

  • Es wurde 1809 eine „Fränkische Legion“ von Graf von Nostitz aufgestellt, die in Bayreuth und Bamberg von der Bevölkerung umjubelt wurde.
  • Die Nürnberger stürmten die Einquartierungsbüros der Bayern, rissen deren Wappen ab, bewarfen den Generalkommissar der Bayern mit Kot und empfingen ihn mit Fußtritten. Es hieß in München, wenn die Russen als Befreier nach Franken kämen, dann sei mit Volksaufständen gegen Bayern zu rechnen, Kronprinz Ludwig konnte die Franken durch seine liberale Art etwas beruhigen; das führte so weit, dass die Franken im ersten bayerischen Landtag 1819 den Ton angaben,  was aber schnell durch Intrigenspiel beendet wurde.

 

 

Mit der Wandlung von König Ludwig vom roten Kronprinzen zum schwarzen Reaktionär auf Weisung Metternichs wurden alle demokratischen Umtriebe, vor allem in Franken, verfolgt. Maßgebende

wurden aus fränkische Abgeordnete wurden aus dem Parlament entfernt. Sie wurden in Franken als Märtyrer gefeiert.

 

  • 1832 wurde aus dem widerspenstigen Kronach der Student Ziegenfelder aus Judenbach verhaftet, weil er in Küps die „6 Gebote des Deutschen Bundestages“ vorlas.
  • Widerständler wie der Demokrat Dr. Wirth aus Wunsiedel, der Kaufmann Schüttinger aus Kronach, der Flößer Fillweber und der jüdische Pelzhändler Loppel Rau aus Küps wurden durch Bespitzelung überführt und mundtot gemacht.
  • Wilhelm Joseph Behr, von 1821 bis 1832 Erster Würzburger Bürgermeister, wurde von König Ludwig I in den Kerker geworfen, weil er sich für mehr Bürgerrechte einsetzte. Er saß jahrelang in Haft, war ein gebrochener Mann und musste vor dem Bildnis König Ludwigs Abbitte leisten, in dem er die Schuhe küssen musste.
  • Schon 1844 wiesen Graf Giech und andere Patrioten die Benachteiligung des protestantischen Mittelfrankens zugunsten der Prachtbauten in München nach, was ihnen den Lehrstuhl kostete.
  • Zur Revolution 1848 erreichten die Spannungen gegen München ihren Höhepunkt. Der Nürnberger Diezel nannte als Ziel der Volksbewegung in Franken „die Stärkung des fränkischen Standesbewusstseins auf der Basis des Deutschtums gegenüber dem Baiernthum“:

Fahne_by_Lilo Kapp_pixelio.de

„Wir Franken wollen vor allem freie Deutsche sein, und ferne sei es von uns, Anhänglichkeit an die Sondergelüste eines Herrscherhauses zu heucheln“.

 

  • An allen Straßenecken Frankens wurde das undeutsche und freiheitsfeindliche Treiben der Regierung in München angeprangert.
  • In Bamberg wurden bei der Proklamation durch den neuen König dem, der es wagte, die bayerische Fahne zu zeigen, die Fensterscheiben eingeschlagen. Frankentage mit 30.000 Teilnehmern wurden in Würzburg und Nürnberg abgehalten.
  • 1848 wurden revidiert, als ob des ehemaligen die Schulbücher so Franken nur ein Teil bayerischen Nordgaues sei und von Bayern heimgeholt wurde.
  • Um die Jahrhundertwende waren fast alle Ministerposten mit Franken besetzt, während ihnen die Ministerialbürokratie weitgehend verschlossen blieb.

 

 

Diese kurze Ergänzung zur offiziellen bayerischen Geschichtsschreibung lässt viele parallelen zur Neuzeit aufkommen.

 

 

copyright www.Frankenland-versand.de

 

Gewisse Unterschiede zu 1806 gibt es trotzdem:

 

  • Das Zentrum heißt heute nicht mehr Nürnberg, Bamberg oder Würzburg, sondern einzig und allein München. Wir müssen heute nicht nur München mitfinanzieren, sondern ganz Oberbayern lebt mit auf unsere Kosten.

 

Der Fränkische Bund e.V. analysiert deshalb nüchtern;

 

 

  • wenn man uns unsere verschleppten Kulturgüter nicht zurückgibt, stattdessen noch mehr abzieht;
  • wenn man in der bayerischen Geschichtsschreibung wesentliche, Franken betreffende Entwicklungen weglässt. (Man hat in der ehemaligen DDR schon einmal die Geschichtsschreibung auf den Kopf gestellt),
  • wenn man uns systematisch durch Verlegung der Firmensitze (=Kapitalentzug) und der Forschungseinrichtungen die Wirtschaftskraft entzieht;
  • wenn man uns bei der Verteilung von Zuschüssen, Ministerposten, in der Medienpolitik (Bayerischer Rundfunk/Fernsehen!!) usw. grundsätzlich benachteiligt und uns sämtlicher Einflussmöglichkeiten beraubt;
  • wenn wir in Brüssel und Bonn – jetzt Berlin – nicht mehr vertreten werden;
  • wenn uns die Altbayern grundsätzlich als Preußen, Rucksack- oder Beutebayern ansehen und auch so behandeln;
  • und wenn wir das „Schicki-Micki-Leben“ in München obendrein auch noch finanzieren müssen:

 

Was wollen wir dann noch bei Bayern??

 

Wir wollen weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu Bayern, aber auf der Basis der Gleichberechtigung.

 

Bayern braucht Franken, aber Franken braucht nicht Bayern!

 

Wir sind stark genug, unsere Interessen selbst zu vertreten und wissen selbst, was gut für uns ist. Deshalb nach Artikel 29 Grundgesetz:

 

 

Ein Bundesland Franken:

deshalb: Eine Region in Europa!

Fränkischer Bund e.V.

 

Die geschichtlichen Fakten wurden aus dem Heft von Prof. Rudolf Endres „Franken und Bayern im 19. und 20Jahrhundert“ Heft 45 entnommen.

 

Herausgeber: Selbstverlag der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, Kochstr.4 – 8520 Erlangen.

In diesem Heft sind alle geschichtlichen Quellen genau ausgewiesen. Es muss zu jedem bayerischen Geschichtsbuch gelesen werden, damit ein vollständiges Bild entsteht.

 

Joachim Kalb

Landesvorstand

 

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206 Jahre sind genug

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Thema: So wird Franken benachteiligt

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6 Kommentare

  1. […] Erinnerung Nr.11 […]

  2. […] interessierten Besuchern möchte ich aber noch einige ganz wichtige Informationen geben, die wirklich Augen öffnent […]

  3. […] Erinnerung Nr.11 […]

  4. […] 8. Wussten Sie schon, dass… ein weiterer Fall bornierter „großbayerischer Geschichtsauslegung“ in der Jubiläumssonderausgabe von Benno Hubensteiner „Bayerische Geschichte, Staat und Volk, Kunst und Kultur“ nachzulesen ist? Das Buch nennt sich Geschichtsbuch und ist von „Herzog Albrecht von Bayern“ signiert. Es sträuben sich die Nackenhaare, wenn man auf S. 78 liest (wohlgemerkt in einer Zeit um 1100) von Bamberg als eine Stadt aus dem „bayerischen Osten“. Nicht genug, auf den Seiten 80/81 werden Wolfram von Eschenbach und Walter von der Vogelweide ernsthaft zu bayerischen Minnesängern degradiert. Sie formten die bayerische Prosa, wird langatmig erklärt (um 1200!). Andere fränkische Dichter wie Otto von Botenlauben, Konrad von Würzburg oder Süßkind und Trimberg werden gar nicht erst erwähnt. Der Fränkische Bund e.V. fordert die Kultusminister auf, derart verfälschte Literatur für Schüle… […]

  5. […] Geschichte zurück in die Schule Die reichhaltige fränkische Geschichte sowohl bis 1802, aber insbesonders auch die Ereignisse um 18… als auch die Geschichte der Industrialisierung Frankens muss wieder in den allgemein bildenden […]

  6. […] Geschichte zurück in die Schule Die reichhaltige fränkische Geschichte sowohl bis 1802, aber insbesonders auch die Ereignisse um 18… als auch die Geschichte der Industrialisierung Frankens muss wieder in den allgemein bildenden […]

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