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218. Invest in Bavaria – ein Verrat an die Bezirke außerhalb Oberbayerns

Sonntag, 30. September 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

 

Franken-Besatzungszone

copyright www.Frankenland-versand.de

 

Lieber Blogbesucher,

als mir diese Zahlen übermittelt wurden, habe ich es zuerst nicht glauben können. Wenn man aber reflektiert was der Zentralstaat Bayern von München aus in den letzten 60 Jahren im Punkto Benachteiligung Frankens und der anderen Bezirke, Niederbayern, Schwaben und Oberpfalz „geleistet“ hat, dann ist einen auch eine solche Aufstellung sehr vertraut.

Als Bürger dieses Landes frage ich mich, wie lange kann sich die CSU solche Attacken auf Ihre Landesteile noch erlauben? Dieser Skandal ist nur deshalb ans Licht gekommen, weil die Partei der Grünen im Landtag eine Anfrage gestellt hat, sonst wäre dies einfach verschleiert worden. Dem Ganzen aber setzt die Aussage der Staatssekretärin im Bayerischen Wirtschaftsministerium Frau Katja Hessel die Krone auf, die in Ihren Brief am Schluss schreibt: Invest in Bavaria wird auch weiterhin gemäß seiner Aufgabenstellung Standortmarketing und Investorenwerbung für den gesamten Wirtschaftsstandort Bayern – damit meint man Oberbayern – im In-und Ausland betreiben. Das ist für mich blanker Zynismus was hier aus München versprüht wird.

Meine Frage die ich mir bei solchen Vorgängen immer wieder stelle: Wie lange lässt man sich das in Franken noch gefallen?

Ich gebe Ihnen hier einmal die Zahlen damit Sie sich selbst ein Bild machen können, wie man mit einer Problemregion wie zum Beispiel Oberfranken bei solchen Projekten umgeht.

 

Projekte von Invest in Bavaria in den Bezirken

Jahr OBB NB OPF OF MF UF Schwaben Gesamt % Anteil % Anteil
                Bezirke ohne OBB OBB
2006 42 1 1 9 3 4 1 61 31,15 68,85
2007 57 0 2 2 2 2 3 68 16,18 83,82
2008 57 1 3 3 1 1 3 69 17,39 82,61
2009 29 2 3 0 3 2 3 42 30,95 69,05
2010 49 3 1 1 1 1 2 58 15,51 84,48
Einzel-summe 234 7 10 15 10 10 12 298 21,48 78,52

 

 

 

 

 

 

 

Projekte von Invest in Bavaria mit unmittelbarer Auswirkung auf Arbeitsplätze

Jahr OBB NB OPF OF MF UF Schwaben Gesamt % Anteil % Anteil
                Bezirke ohne OBB OBB
2006 778 0 5 171 3 197 3 1157 32,76 67,24
2007 890 0 34 1 2 7 2 936 4,91 95,09
2008 679 100 120 375 0 6 191 1471 53,84 46,16
2009 179 5 502 0 80 17 9 792 77,4 22,6
2010 850 55 6 20 2 13 46 992 14,31 85,69
Einzel-summe 3376 160 667 567 87 240 251 5348 36,87 63,13

 

Diese Tage hat mich ein Leserbrief erreicht, der diese Problematik genau beschreibt, und der mir zeigt, dass die Menschen hier in Franken genau analysieren, was da im Zentralstaat Bayern für eine Politik gemacht wird.

Jetzt vor der Wahl kommt man plötzlich mit Angeboten daher die so plump und durchschaubar sind, dass jeder vernünftige Mensch sofort erkennt, dass es sich um Wahlwerbung handelt.

 

 

J.Patrick Fischer Wikipedia 2011_Horst_Seehofer

 

Die CSU gibt ja schon jetzt ein Jahr vor der Wahl 2013 ihren Wahlsieg bekannt, und versucht die Wähler zu beeinflussen. „Gott sei Dank“ hat der Wähler in Franken erstmals seit 60 Jahren die Möglichkeit eine fränkische Partei zu wählen, die die Interessen Franken zu 100% vertritt. Die Regierung in München mit ihren Steigbügelhalter FDP und der gesamten Medienlandschaft versuchen mit aller Macht, die Existenz dieser fränkischen neuen Kraft „Die Franken“ totzuschweigen. Das nennt man dann in einer Demokratie Pressefreiheit. Ich möchte hier an dieser Stelle jeden verantwortungsvollen Bürger einmal empfehlen das Buch „Macht und Missbrauch“ zu lesen. Es öffnet jeden Leser die Augen, was in diesen „Musterland Bayern“ alles  so möglich ist. Ich jedenfalls glaube nach dem Studium dieses Buches, nicht mehr an den Rechtsstaat Bayern.

 

Bananen_original_R_K_B_by_Joachim-Frewert_pixelio.de

 

Hier nun der Leserbrief, den die Presse nicht veröffentlicht hat:

 

Fränkische Probleme eingestehen
Betrifft Wirtschaftsminister Zeil
Wirtschaftsminister Zeil wird nicht müde, den ländlichen fränkischen Raum stark zu reden, so z.B. diese Woche in Unterfranken oder im August auf seiner Bratwurst- und Pralinen-Tour in Oberfranken. Da hatte er sogar gemeint, in Oberfranken von Vollbeschäftigung reden zu müssen.
Dabei müsste er als Wirtschaftsminister eigentlich wissen, dass in Zeiten des demografischen Wandels die Arbeitslosenquote keinerlei Aussagekraft für den wirtschaftlichen Erfolg einer Region mehr zulässt. Denn nach einem alljährlichen stetigen Bevölkerungs-Exodus seit über 20 Jahren Richtung München/Oberbayern gibt es ja immer weniger Bürger in Franken, die sich überhaupt arbeitslos melden könnten. Ein untrüglicher Index für den wirtschaftlichen Erfolg einer Region sind vielmehr die Immobilienwerte. Wer hier Oberfranken mit Oberbayern vergleicht, weiß, wo unsere Region steht: So kostet ein Einfamilienhaus in Oberfranken im Durchschnitt ca. 200.000,- €, in Oberbayern hingegen 700.000,- €. Und selbst diese Statistik verbirgt noch, dass es längst Teilregionen wie auf dem Jura oder im Frankenwald gibt, in der selbst neuwertigste Immobilien sich der völligen Wertlosigkeit nähern. Das hindert Herrn Zeil aber nicht, in Lauenstein die Pralinen zu genießen und über das Programm „Invest in Bavaria“ neue Firmen fast ausschließlich in Oberbayern anzusiedeln.
Wer den fränkischen Problemregionen wirklich helfen will, der muss erst einmal offen die Probleme eingestehen. Da hilft es nicht, sich von den FDP-Parteigenossen vor Ort die Problemregionen als eine Art Potemkinsches Dorf vorführen zu lassen. Es bleibt der schwache Trost, dass absehbar Herr Zeil und die FDP in ca. 1 Jahr in der politischen Versenkung verschwinden werden.
Michael Hebentanz
96358 Teuschnitz

 

 

Schlußbemerkung:
Solche Meinungen gibt es inzwischen viele, und es ist gut, dass die Menschen in Franken langsam aber sicher erkennen, dass es so nicht weitergehen kann. Der Speckgürtel in und um München wird ohne Rücksicht auf Verluste weiter ausgebaut. Warum sage ich hier ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Beispiel: Unsere fränkischen Junglehrer werden ohne Rücksicht auf ihre Familien und Heimatverbundenheit nach München versetzt. Das ist ein Beispiel von vielen. Junge Menschen aus Franken bekommen hier keine Arbeit mehr und müssen ob sie wollen oder nicht nach München ziehen, hohe Mieten zahlen, und wenns nicht reicht müssen die Eltern zuschiessen. Das ist der Status hier in Bayern. Immer noch stolz auf Bayern. Ja, viele Franken sind es, weil Sie inzwischen so domestiziert sind, dass Sie gar nicht mehr merken, dass Sie im kochenden Topf sitzen.
Aber es gibt Hoffnung, weil es immer mehr gibt, die langsam merken, was hier mit uns in den letzten 60 Jahren gemacht wurde. Alle die Franken lieben können in 2013 die Weichen neu stellen, für mehr Gerechtigkeit und Freiheit.
M.T.
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Thema: So wird Franken benachteiligt

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4 Kommentare

  1. […] Erinnerung Nr.4 […]

  2. […] Erinnerung Nr.4 […]

  3. […] Förderung oder den Wortbruch bei der Rückführung fränkischer Kulturgüter. Oder das Projekt “Invest in Bavaria” durch das Wirtschaftsministerium von […]

  4. […] im Wirtschaftsteil des „Fränkischen Tages“ die Meldung las: „Kritik an Agentur „Invest in Bavaria“, wurde ich sofort an meinen Bericht vom 13.09.2011 erinnert, indem diese ungerechte Politik aus […]

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