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292. Frankens Mitbestimmung in Bayern ist nicht vorhanden

Donnerstag, 26. März 2015 | Autor:

Frankenlied

 

 

Liebe Blog Besucher,

immer mehr Menschen in Franken bekommen die seit Jahrzehnten von der bayerischen Staatsregierung selbstherrlich aufoktruierten Entscheidungen zu spüren. Die Benachteiligungen haben wir ja nun schon seit 1806 in mehr oder weniger starken Raubzügen zu ertragen. Besonders aber schmerzt die Politik der letzten 40 Jahre. Dabei fallen mir Namen wie Strauss, Streibel, Stoiber, Seehofer -SSSS – ein. Das Kraut machen dann noch die fränkischen Abgeordneten fett, die mit Ihren voreilenden Gehorsam gegenüber München und den Blick auf die eigene Karriere ihre Heimat praktisch verraten.

Nun ist mir dieser Tage ein Leserbrief in die Hände gefallen, der diese Situation auf den Punkt gebracht hat. Diesen Leserbrief muss man der fränkischen Bevölkerung aber auch allen deutschen Mitbürgern einmal bekannt machen.

Dann kann jeder erkennen, dass das viel gepriesene seelige hoch gelobte Bayernland doch nicht so tolle ist, wie es uns Herr Seehofer oder der bayerisch-fränkische Minister Söder – noch ein S – weiß machen wollen.

Seit einigen Monaten zelebriert die bayerische Staatsregierung mit dem größt möglichen Presserummel eine alt bekannte Masche zur Beruhigung der fränkischen Abgeordneten, nicht aber der fränkischen Bevölkerung. Man verlagert Behördenteile die München nicht mehr haben will, oder aus Platzmangel nicht mehr unterbringen kann in die Provinz und will das als Landesentwicklungsprogramm verkaufen.

Jeder der das nicht durchblickt, ist natürlich begeistert und hat in Gedanken schon wieder sein Kreuz für die CSU auf dem Wahlschein bei der nächsten Wahl gemacht. Ja, so wird der Franke bei Laune gehalten, und bei vielen funktioniert dies seit Jahren. Vergleichbar dem alten Rom: Brot und Spiele.

Wenn man die Wahlergebnisse vom 2013 einmal kurz belichtet dann muss man feststellen, dass die Niederbayern mit 50,4% CSU Stimmen bei der Erststimm an der Spitze lagen, dann aber gleich die Unterfranken mit 50,1%. Jetzt muss man sich natürlich die Frage stellen, warum reklamieren die Unterfranken seit einigen Monaten immer wieder die Benachteiligung durch München, wenn Sie dieser Partei doch zur Alleinherrschaft verholfen haben. Ich habe dazu keine Antwort.

Es macht aber Mut, wenn aus Unterfranken dann Kommentare wie der besagte Leserbrief kommen. Das macht Hoffnung, dass sich nicht alle von der weiß – blauen Rautenmacht blenden lassen, und Sie die rot – weißen Farben hoch halten.

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Nun der besagte Leserbrief.

200 Jahre waren die Franken die Goldesel, die den Altbayern auf die Sprünge helfen mussten. Sei es finanziell, in der Bildung, Kultur und in der Personalreserve. Seit über 50 Jahren bestimmen die Abgeordneten aus München (10 von insgesamt 101 MdL) im Schulterschluss mit den anderen Altbayern, was in Bayern läuft. Frankens politische Mitbestimmung ist faktisch nicht vorhanden. Da nützen offenbar auch die Posten und Pöstchen von Franken in München wenig. Franken sind mit einem Drittel Bevölkerungsanteil, Steuerkraft und Fläche des Freistaates bei Abstimmungen immer die Verlierer, da sich die altbayerischen Vertreter der Verantwortung für den gesamten Staat entziehen. Willfährige Kandidaten aus Franken werden von dieser Mehrheit in hohe Ämter berufen. Diese haben dann vor allem ihre persönliche Karriere vor Augen. Es nimmt nicht wunder, dass Bayer. Medien weiter vehement die Ansprüche Münchens in allen Bereichen verteidigen und die Mästung Münchens weiter einfordern. Als aktuelles Beispiel kann hier der Bayer. Rundfunk angeführt werden. Obwohl die fränkischen Beitragszahler ein Drittel der Rundfunkgebühren aufbringen, trommelt der Bayer Rundfunk ungeniert eine neue Philharmonie „wie in Paris“. Gefällte politische Entscheidungen interessieren da nicht. Die Großmannsucht muss befriedigt werden. Das Geld für diesen Größenwahnsinn wird dort eingespart wo es aus gesamtstaatlicher Sicht sehr viel dringender gebraucht . In Franken. Die lebensnotwendige Schlankheitskur für München wird abgelehnt.

Gasteig M(e)ister Eiskalt Wikipedia

Gasteig  M(e)ister Eiskalt Wikipedia.

Im Gegenteil: Die Franken müssen sich an den weiter anstehenden Stopf- und Mastvorgänge des nimmersatten Molochs beteiligen: Die S – Bahnerweiterung, die dritte Startbahn am Flughafen, das Deutsche Museum und eine Philharmonie wie in Paris brauchen den Geldfluss aus Franken. Mit schönen Worten fordern Seehofer und Söder die Stärkung der Regionen. Die Richtung stimmt. Doch die verabreichten homöopathischen Mittel reichen nicht aus.

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Warum werden nicht finanzstarke Einrichtungen in die Regionen verlagert? 28 außeruniversitäre Institute sind in München angesiedelt. Sie leben vom Geldfluss des Bundes und Europas. In ihrem Umfeld entstehen neue, leistungsfähige Arbeitsplätze. Weshalb muss das alles nach München? Warum sind für Entwicklung Bayerns die Regionen nicht gut genug? Wenn die Region Franken den Altbayern so unwichtig ist, sollten sie die Franken in die Selbständigkeit entlassen. Selbst in der CSU – nahen Hanns – Seidel – Stiftung wurde über ein Bundesland Franken mit großem Zuspruch diskutiert.

Autor. Hans Seib Würzburg

Quelle: mainpost.de

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Thema: So wird Franken benachteiligt

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2 Kommentare

  1. […] von gleich drei Ministern unter Beifall der sog. fränkischen Politelite zelebriert. Drei Mal so viel, also 180 Mio. von insgesamt 445 Mio. Gesamtkosten bekommt München für die Renovierung des Deutschen Museums von der Landesregierung […]

  2. […] Thema ist wie viele andere schon sehr alt, aber bittere Realität. Leider bemerken viele Franken nicht was in München da Jahr für Jahr „veranstaltet“ […]

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