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191. Wir in Franken 18.Jahrgang 1/2008 Zeitschift des Fränkischen Bundes

Montag, 25. Juni 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

 

16 Bundesländer sind einfach zu viel?

Eine Analyse von Manfred Hofmann

 

Von unterschiedlichen Seiten wird immer wieder die Forderung erhoben, die Zahl der Bundesländer müsste reduziert werden. So fordert etwa der in Coburg ansässige SPD Parlamentarier Carl-Christian Dressel in einem Interview mit dem ‚Fränkischer Tag‘ vom 5.7.2007 – 16 Bundesländer seien einfach zu viel. Es handle sich hier um ein ‚Relikt aus der Vergangenheit‘. „Besser wären acht Bundesländer“.

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Stutzig macht an derartigen Vorstößen, dass regelmäßig eine sachlich nachvollziehbare Begründung fehlt. Eine Nachfrage bei Herrn Dressel, weshalb er denn gerade acht Bundesländer mit einer Durchschnittsbevölkerung von zehn Millionen Einwohnern fordert, ergibt dann auch, dass er eine solche Begründung nicht liefern kann.

Er verliert sich in Leerformeln und behauptet, ein Zusammenschluss von Ländern würde dazu beitragen, dass Verwaltungsaufwand reduziert wird. Dass dies falsch ist, ergibt sich aus im Inter­net veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes. Man muss hierzu lediglich den angegebenen Verwaltungsaufwand der Bundes­länder durch die Zahl der Einwohner dividieren und siehe da: gerade die Bundesländer Baden-Württemberg (10 Mio. Einwohner) und Bayern (12 Mio. Einwohner) haben pro Einwohner einen besonders hohen Verwaltungsaufwand.

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Klaus-Jürgen Matz, der in seinem Buch ‚Länderneugliederung‘ den deutschen Wunsch nach Schaf­fung möglichst großer Länder als eine ‚Obsession‘ – also eine sachlich nicht begründete Zwangs­vorstellung – bezeichnet, weist denn auch nach, dass man in Deutschland nie versucht hat, positive Effekte einer Neugliederung oder die daraus resultierenden Einsparpotentiale für die Öffentliche Hand wenigstens annähernd zu bestimmen. Die Gedankenlosigkeit, mit der von vermeintlichen Experten Riesenbundesländer gefordert werden, ist beängstigend.

Der Deutsche neigt ja zum Nachplappern. Den Pseudoargumenten, mit denen möglichst große Einheiten gefordert werden, stehen die Nachteile gegenüber, die uns in Bayern täglich vorgeführt werden. Riesenländer werden zum Selbstzweck, die Bevölkerung wird manipuliert, die Stimme des Einzelnen zählt weniger, die Demokratiever­drossenheit steigt und die Demokratie funktioniert insgesamt schlechter.

Einfaches Regieren in großen Ländern ohne Belästigungen durch die Bevölkerung. Ist es womöglich das, was sich einige wünschen?

 

 

 Schloßallee in Pommersfelden

 

Wussten Sie schon, dass…

kein Geringerer als unser Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler nach seinem Besuch bei der Bundes­agentur für Arbeit in Nürnberg am 3. März 2008 von dem ihm so geschätzten guten und selbstbewussten Volksstamm der Franken verabschiedete?

09.01.2010-Verheugen

 

Wussten Sie schon, dass…

Dr. Armin Huth der Ausstellung vom Haus der Bayerischen Geschichte ‚200 Jahre Franken in Bayern‘, die im Kern das 19. Jahrhundert betraf, geschichtswissen­schaftliche elementare Defizite bescheinigte?

In einer 5-seitigen gutachtlichen Äußerung zur Landes­ausstellung weist er nach, dass den demokratischen und liberal gesinnten Menschen, die im 19. Jahr­hundert in Franken für Grundrechte, Rechtsstaat und Demokratie eingetreten sind, die historische Aner­kennung und Würdigung vorenthalten wurde. So wurden am 20.12 1848 von der ersten Deutschen Nationalversammlung die Grundrechte des deutschen Volkes verabschiedet. Bayern verweigerte die Anerkennung der Grundrechte und provozierte damit die politische Opposition in Franken. Diese für unser heutiges Politikverständnis zentrale Thematik fand in der Landesausstellung keinerlei Berücksichtigung, so Dr. Huth.

Der Fränkische Bund e.V. steht voll hinter Dr. Huth und fordert eine Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte in Würzburg, Bamberg oder Nürnberg, in der dieses wichtige Thema im Sinne der gutachtlichen Äußerung von Dr. Huth sowie auf die sog. Erlanger Hefte von Prof. Dr. Endres aufbaut.

Das stets reichstreue Franken stand in der schwarz-rot-goldenen Tradition der Grundrechte gegen ein autoritäres, königstreues, zentralistisches, rück – ständiges Bayern.

Joachim Kalb

 Schloß Weißenstein Pommersfelden

Petition abgelehnt, klare Verhältnisse, jetzt erscht recht!

Ein Kommentar aus fränkischer Sicht von Joachim Kalb

Nun, wie nicht anders zu erwarten, wurde unsere ‚Massenpetition‘ vom 22.10.07, gestützt von 833 Unterschriften, erst am 23.1.08, ohne uns vorher zu benachrichtigen, verhandelt  und aufgrund einer Stellung­nahme des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Thomas Goppel) für erledigt erklärt. Hauptgrund für die Ablehnung war natürlich die unvermeidliche Tatsache, dass unsere Petition am 22.10.07 eingereicht wurde, der Domschatz unter Geheimhaltung nach dem Ausstellungsende am 4.11.07 wieder nach München zurück ging, während man sich mit der Bearbeitung unserer Petition bis Ende Januar 2008 Zeit ließ.

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Auffallend war, dass man so tat, als ob ich alleine die Petition eingereicht hätte. Kein Wort von den 822 Mitunterzeichnern, darunter auch MdL’s usw.! Sehr seltsam! Bezeichnend auch die neue Argumentation von Minister Goppel. Neben den üblichen Hinweisen auf bestehende Verträge und Besitzverhältnisse listet er in seiner vierseitigen Stellungnahme auf, welche Teile und Teilchen schon aus München ihren Weg nach Franken gefunden haben. Insbesondere habe das Baye­rische Nationalmuseum fränkische Kulturgüter vor dem Untergang gerettet und zurückgeführt (Pelzig würde sagen: ‚Ville herzliche Dang!‘)

Sehr aufschlussreich ist auch das Sitzungsprotokoll! MdL Nadler (CSU) sprach von Vertragstreue und zitierte den Kunstreferent vom Bamberger Domberg: ‚Die Idee, die Kunstwerke für Oberfranken zu sichern, sei utopisch.‘ (Im Klartext, wir sind zu blöd dazu!)

Dr. Rabenstein (SPD) hat die Idee mit dem Verbleib scheinbar nicht durchschaut, verwies auf das schlechte Gewissen von Goppel und stellte fest, dass nur die fränkischen Kulturgüter herausgerückt werden, die in Münchner Depots keinen Platz mehr haben!

Am eindeutigsten äußerte sich MdL Ulrike Gote von Bündnis 90/Die Grünen: Das FB-Votum sei rechtlich korrekt, die Transportproblematik sei kein Argu­ment gegen die Überlassung der Kulturgüter. Ein nochmaliger Transport zum Verbleib wäre sehr wohl möglich! Dass der Verbleib in Oberfranken utopisch sei, ist zurückzuweisen; es fehle dazu nur der Wille! Dem ist von Seiten des FB nichts hinzuzufügen!

Bayrischer Landtag Foto Rolf Poss (2)

Nun, außerordentlich schlimm war die Tatsache, dass der sog. ‚Fränkische‘ Tag (Bamberg) es nicht für nötig gehalten hat, auch nur eine Zeile über die Behandlung dieser Petition bzw. die Stellungnahme des Ministers zu berichten. Kein Wort auch über die über 10.000 Unterschriften zur Rückführung der Kulturgüter, die wir noch in Petto haben. Die gerechte Strafe dafür erfolgte für den FT bei der Kommunalwahl. Der schwarze, und vor der Wahl besonders offensichtlich schwarze FT, hat eine rot-grüne Mehrheit in Bamberg nicht verhindern können! Vielleicht, weil es grad so schwarz war, gscheit recht iss!

Wie geht’s weiter? Der FB gibt bekanntlich nie auf. Die Fronten sind geklärt. Die Petition war sehr auf­schlussreich. Stoiber und große Teile der CSU-Fraktion haben die Rückführung des Bamberger Domschatzes versprochen und ihr Versprechen nicht gehalten. Ange­sichts der Tatsache, dass die CSU laufend Gesetze ändern will (Rauchverbot, Ausländergesetze, Verschärfung des Strafrechts), ist es geradezu lächerlich zu behaupten, ein Gesetz von 1924 (Wittelsbacher Ausgleichsfond) kann nicht geändert werden, zumal auch die Opposition dies bedingungslos unterstützt! Aweng dumm sin mer scho, aber blöd sin mer net!

Unser ach so fränkischer Ministerpräsident möchte an dieser Front Ruhe haben, weshalb die hörige C-Presse auch hier abblockt. Daraus wird aber nix!

Also, unser nächster Schritt: Wir brauchen einige fränkische MdL’s, die im Landtag den Antrag auf Gesetzesänderung (1924) stellen. Und dann müssen wir noch unsere 10.000 Unterschriften so einsetzen, dass z.B. der FT das nicht wieder übersieht. Also, jetzt erscht recht!

Nicht vergessen, es sind Landtagswahlen. Wir brauchen gestandene Abgeordnete, keine ‚Weicheier‘, die uns Franken vertreten! Also, genau hinschauen und zur Wahl gehen!

 

 

Der Fränkische Bund e.V. hat jetzt ein Vereinslokal in Berlin

 

Rüdiger Lauterbach ist Wirt im ‚Frankenstüble‘, Otto-Suhr-Allee 125 in Berlin-Charlottenburg. Telefon 030-342 57 87 – www.frankenstueble.de

Das Frankenstüble ist Vereinslokal für den 1. FCN und neuerdings auch für den Fränkischen Bund e.V.

Rüdiger Lauterbach: Wer bei mir im Laden ist, befindet sich in Franken, draußen ist das kalte Berlin. Bei mir ist Berlins Fanclub vom 1. FC Nürnberg zuhause. Ich bin selbst Franke und deshalb gibt es bei mir auch nur oberfränkisches Bier aus dem Hahn: Kellerbier, Rauchbier, Braunbier – ach, alle Geschmacksrichtungen eben. Und dazu: Frische Bratwürste aus Hof für 3 Euro oder auch Leberkäs und Bauernspeck.

Unsere Stammkunden sind alle Mitglieder beim Fränkischen Bund e.V., es sind mittlerweile über 50 !! Und alle anderen Mitglieder aus Franken und wo her sie auch immer kommen: Alle sind herzlich willkommen!           NG

 

 

Buchbesprechung:

FRANKEN-PANORAMA ist ein Bildband der es wirklich in sich hat!

Die fränkische Landschaft brilliert durch ihre erstaunliche Vielfalt. Sanfte Hügellandschaften und idyllische Flüsse wechseln sich ab mit prunkvollen Schlössern, Burgen, Kirchen und malerischen Städten. In zahlreichen Panorama-Aufnahmen präsentieren die Fotografen Herbert Liedel und Helmut Fischer ihre Heimat Franken und versammeln in dem Bildband sowohl charakteristische Landschaften als auch eine Auswahl der wichtigsten und schönsten Städte. Das Vorwort von Klaus-Peter Gäbelein schwelgt in der Beschreibung eines schönen Landes. Er gibt eine umfassende Übersicht der geschichtlichen, politischen, kulturellen und industriellen Entwicklung Frankens in deutsch und englisch. Ein wirklich gelungenes Werk!     Norbert Gramlich

Bei uns portofrei zu beziehen für € 35,00 (statt 39,90)

Schriftliche Bestellung an: Adam Stöcklein, Birkenweg 2 – 96317 Kronach

 

Auf-Bayern-stolz-nein-danke..

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Thema: Wir in Franken

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