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192. Wir in Franken 19.Jahrgang Nr.1/2009 Zeitschrift des Fränkisches Bundes

Montag, 25. Juni 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

11714 Unterschriften als Munition für unsere Petition

– gelungener FB-Auftritt im Landtag –

von Joachim Kalb

Bekanntlich geben wir vom Fränkischen Bund nicht so schnell auf und kämpfen ausschließlich mit den Mitteln die uns der demokratische Staat zur Verfügung stellt. So haben wir uns für die 4. Petition in Sachen Rückführung unserer fränkischen Kulturgüter etwas besonderes einfallen lassen. Im Morgengrauen des 26. März 2009 sind wir von Bayreuth, Kulmbach und Würzburg aus gestartet und haben in einer alten Munitionskiste 11714 Unterschriften samt Petition nach geordneter Voranmeldung in das Büro der Landtags­präsidentin Barbara Stamm geschleppt.

Bayrischer Landtag Foto Rolf Poss (2)

Weil sich das Büro schnell mit Medienvertretern und Abge­ordneten aller Fraktionen füllte, war die Sekretärin etwas nervös. Die Abgeordneten Frau Stahl, Frau Fischer-Brendl, Herr Dr. Rabenstein, Herr Hacker, Herr Freller und unser Mitglied Wolfgang Hoderlein unterstützten gewissermaßen durch ihre Anwesenheit unser Anliegen.

Dies ermutigte mich dann auch gleich zu der ‚leichten Drohung‘: Wenn es dieses mal wieder nichts werden sollte, kommen wir im nächsten Jahr wieder‘.

Das Medienecho war groß. Einzig der sog. ‚Fränkische Tag‘ Bamberg verriet seinen Lesern nichts von den Unterschrif­ten, obwohl es ja maßgeblich um den Bamberger Domschatz ging und kürte die FDP gleich zur Domschatzpartei. Man konnte nicht erkennen, dass diese Zeitung ihrer Informati­onspflicht nachgekommen wäre. Nun, der Petitionsausschuss erhörte unser Flehen wohl unter dem Eindruck des Volks­willens in Form von Unterschriften und entschied bereits am 8. Juli 2009 relativ wohlwollend über den weiteren Weg unseres Anliegens (siehe auch Bericht Kondler).

Also auf zur nächsten Runde im Landtag!

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Viel wurde erreicht – aber es gibt noch vieles zu tun!

Ein Kommentar aus fränkischer Sicht von Joachim Kalb

Unter diesem Vereinsmotto stand auch das 1. Halbjahr 2009. Wir von der WiF-Redaktion hatten dieses Mal echt Mühe, alles in eine Zeitung zu bringen, damit sie sich noch falten lässt. Mit dem ‚Falten‘ ersparen unserem Verein, allen voran Walter Hindel und Adam Stöcklein, satte € 300,00 Versand­kosten. Ja, so kleinlich sind wir halt manchmal! Entschul­digung! Also, Ferienzeit ist Lesezeit, und Franken kompakt finden Sie auf den nächsten 8 Seiten WiF und 2 Seiten Beilage dieser rein äußerlich unscheinbaren Ausgabe.

Da war kürzlich der Tag der Franken in Bad Windsheim (Bericht Pfeuffer Seite 2). Herr Dr. Ritzer von der FAG als Sprecher der fränkischen Verbände sprach Klartext und nannte die Missstände aus fränkischer Sicht deutlich beim Namen. Er überreichte Herrn Seehofer eine noch ‚verbo-tene‘ Frankenfahne. Ein sichtlich gelungener Auftritt.

Aber nicht nur der BR ignorierte das in gewohnter Weise. Scheinbar aus Kostengründen übernahmen nahezu alle fränkischen Zeitungen einen schlampigen dpa-Bericht, bei dem man den Eindruck hatte, dass der oder die, die ihn verfasst haben, sich lediglich die Seehofer-Wahlrede haben mailen lassen und 1:1 übernommen haben. Dazu ein foto­technisch ebenso schlampiges Bild. Fertig. Hauptsache billig! Völlig anders dagegen drei Tage später die Bericht­erstattung unserer fränkischen Top-Journalisten Henry Stern, Jürgen Umlauft sowie Roland Englisch (Seiten 3+4), die vor Ort waren, als im Landtagsausschuss unsere Peti­tion bezüglich der Rückgabe unserer fränkischen Kulturgüter, gestützt von 12.000 Unterschriften, verhandelt wurde (Bericht Kondler S. 3). Hintergründig, fair und prä­zise nach allen Regeln eines guten Journalismus verfasst. Die Zeitungsleser haben auch ein Anrecht auf diese Art von Journalismus, sonst könnten sie ihre Zeitung auch gleich abbestellen! Neue Petitionen und Unterschriften­aktionen wurden bzw. werden gestartet: Frankenfahne muss offiziell werden, Fran­ken muss EU-Region werden, Fran­kenversammlung (Bericht .Hoderlein S. 7).

Unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschrift!

Unser Verein entwickelt sich gut – neue Mitglieder, neue Kreis­verbände, neue Ansätze in den Kreisverbänden (HO, BT, N, – BA/FO und CO sollen folgen!). Im Herbst steht die Mitglieder­versammlung mit Neuwahlen an. Wer soll die Franken­medaille, unseren fränkischen Verdienstorden 2009 bekom­men? Sie liegt bereit. Machen Sie sich bitte Gedanken und teilen Sie uns diese mit! Und was uns besonders wichtig ist: Das Verhältnis zu unseren ‚Schwestern‘ Fränkische Arbeitsgemeinschaft (FAG) und Frankenbund sollte noch vor dem nächsten Tag der Franken in Kulmbach 2010 verbessert werden. Nach der notwendigen sachlichen Klar­stellung (Komm. Kalb Nachhilfe GG S. 6) muss das her­ausgestellt werden, was wir alle gemeinsam fordern. Und das ist schon mal sehr, sehr viel. Wir sollten in jedem Fall nicht wie eine Reliquie zur Freude der Altbayern und angepassten Pseudofranken das vor uns hertragen und herausstellen was uns trennt (dazu Bericht von W. Hoder­lein S. 7). Ein ‚Zickenkrieg‘ unter den fränkischen ‚Schwe­stern‘ hilft uns jedenfalls nicht weiter.

In diesem Sinne – weiter geht’s!

Joachim Kalb

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Der Tag der Franken am 05.07.2009.

Bericht unseres Vorstandsmitgliedes Jochen Pfeuffer

Am Sonntag um 07.30 Uhr ging es los nach Bad Winds­heim. Dort hatten wir noch etwas mit dem Standaufbau zu kämpfen. Als wir dann für Besucher bereit und die neuen Polohemden für die Mannschaft verteilt waren, ging es zum ‚Staatsempfang‘. Ganz ehrlich! Es hat sich zumindest gelohnt, die Reden von selbstbewussten Franken wie dem Bad Windsheimer Bürgermeister Ledertheil und Herrn Ritzer von der FAG zu hören, der für mich doch über­raschend deutlich den Altbaiern die Leviten gelesen hat. Natürlich erinnerte vieles an unsere Forderungen und Ziele. Überraschend war für mich allerdings das überbor­dende Lob für Herrn Beckstein. Hat er sich denn wirklich so herausragend für Franken stark gemacht? Ich denke, da klafft noch eine erschreckend große Lücke zu Herrn Hoderlein oder Frau Stahl. Nicht gelohnt hat sich eindeu­tig, sitzen zu bleiben und Herrn Seehofers Wahlkampf­rhetorik über sich ergehen zu lassen. Da konnte auch das Essen nicht entschädigen. Es ging wieder zurück zum Stand. Gegen 17.00Uhr führten wir dann die Verlosung durch. Das Frankenquiz hat, ebenso wie die beiden Unter­schriftenaktionen regen Zuspruch gefunden. Die Teil­nehmer konnten sich so über Spielsachen von Bruder und Haba, Bücher vom Loewe-, Tessloff- und Karl-May-Verlag, und natürlich die Freikarten für den Playmobil-Funpark freuen. Dazu gab es noch fränkische Süßigkeiten, und bereits vorher unterm Tag durfte sich der fränkische Nachwuchs nach dem Ausfüllen vom Quizzettel ein ‚Näscherle‘ gönnen. Die ‚Leckerli‘ wurden von Frankonia-Schokolade, Eichetti-Confect, Dr. C. Soldan´s und der Schokoladenmanufaktur Monami gestellt. Die Gewinnerin des ersten Preises kam eine Viertelstunde nach der Verlo­sung sogar wieder zurück, während wir schon beim Abbau waren und hat sich begeistert bei uns nochmals herzlich bedankt. Am schönsten war es natürlich, wie sich die Kinder gefreut haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir das fortführen. So können die Kinder gleichzeitig etwas gewinnen und sich mit dem Faltblatt beim Quiz über Ihre Heimat-Region informieren.

Tag der Franken 04.07.09 1

Mein Resümee: Es ist durchaus berechtigt, den Staats­empfang zu kritisieren, vor allem im Hinblick auf das Budget für den Tag der Franken. Wieso macht man den Festakt nicht am Abend vor dem Tag an dem die Bürger eigentlich feiern sollen? Wieso muss es ein Bankett mit dem Ministerpräsidenten sein, bei dem 300 Leute verkö­stigt werden, wovon die meisten für diesen Tag der Fran­ken nichts beitragen und an diesem Tag ebenso nichts leisten? Wieso ist das finanzier- und machbar, während das Budget an allen Ecken und Enden zu knapp ist, vom Normalbürger Eintritt verlangt wird und zudem nur der Sonntag als Veranstaltungstag möglich ist? Es ist aber  ausdrücklich hervorzuheben und zu loben, dass dieses Jahr zum ersten Mal die Helfer Verzehrgutscheine erhalten haben. Eintrittsbänder zum kostenfreien Eintritt gab es für die Aktiven dazu noch oben drauf.

Von unserer Seite her gibt es natürlich ebenso Verbes­serungsbedarf. Von den Mundartvorträgen und der Filmvorführung her müssen wir einfach nächstes Jahr sehen, dass wir je einen gesonderten Raum bekommen.

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Bericht über die Behandlung unserer Eingabe ‚Rückführung fränkischer

Kulturgüter‘ am 8. Juli 2009 im Kulturausschuss des Bayerischen Landtags

Rudolf Bernd Kondler war in München dabei

Die Herren Abgeordneten Dr. Rabenstein (SPD) und Freller (CSU) waren vom Ausschuss mit der Bericht­erstattung betraut. Beide betonten die Bedeutung der Ein­gabe für Franken und befürworteten sie im Prinzip. Die immer wieder gleichen Bedenken des zuständigen Ministe­riums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Zustand, Transportfähigkeit, Eigentumsrechte, Ausstellungs­möglichkeiten in Franken und dass es eben sehr wichtig wäre, in der Landeshauptstadt wichtige Kulturgüter aus ganz Bayern zu präsentieren) wurden von beiden Abge­ordneten als zum Teil vorgegebene Argumente bewertet. Mit gutem Willen sei es durchaus möglich, dass dem Wunsch großer Teile der fränkischen Bevölkerung nach­gegangen werden könne, um fränkische Kulturgüter an ihre fränkischen Ursprungsorte zurückzugeben. Nament­lich genannt wurden der Bamberger Domschatz, das Würzburger Herzogsschwert und von Herrn Freller auch die ‚Apostel‘ von Dürer. (Originalton Freller: „Ich möchte es noch persönlich erleben, die ‚Apostel‘ wieder in Nürn­berg zu sehen“).

 

Von Beiden wurde aber der Begriff ‚Beutekunst‘ kritisiert und als unglücklich bezeichnet. Auch der in der Eingabe genannte Rückgabetermin (bis 31.12.2009) wurde als unrealistisch betrachtet.

 

 

Wikipedia Sepp_Dürr_2012

Wikipedia Sep Dürr

Sepp Dürr: Diese Eingabe ist ein absurder Schmarrn

Sepp Dürr (Bündnis 90/Die Grünen) fand den Antrag im Prinzip dahingehend richtig, dass Kultur in allen Regionen gleichwertig präsentiert wird. Sonst befand er, dass unsere Eingabe ein absurder Schmarrn wäre, obwohl er gleich­zeitig betonte, dass er alles, was die Wittelsbacher besitzen für Beutekunst hält. Wie er einen solchen Antrag formu­liert hätte, sagte er allerdings nicht. Dafür sprach er noch abfällig über die Franken, die erst durch Bayern zu einem fränkischen Bewusstsein gekommen wären. Vor dem ‚Anschluss‘ an Bayern hätten die Franken garnicht gewusst, dass es sie gibt!

Mein Kommentar zu Dürr: Das sind genau die Aussa­gen, die zum Ergebnis führen könnten, dass eine Tren­nung von Bayern für Franken der beste Weg wäre.

Als große Bedenkenträger erwiesen sich die Herren Goppel und Nadler (Bayreuth) (beide CSU). Bei Goppel überwogen die oben genannten sachlichen Argumente des Ministeriums, bei Nadler hingegen spürte man die tiefe Verachtung für diesen Antrag des FB. Zudem stellte er noch das Zustande kommen der vielen Unterschriften in Frage, indem er sagte: „Wie kamen eigentlich die Unter­schriften zustande und wussten die Leute eigentlich, was sie da unterschrieben?“ Mein Kommentar: Unterste Schublade! Der FW-Abgeordnete Fahn sprach sich deut­lich für unsere Position aus. Als er versehentlich vom Frankenbund anstatt vom FB sprach, fiel ihm ‚Nadler‘ sofort ins Wort, um ihn auf seinen Fehler hinzuweisen. „Der Frankenbund hätte natürlich diesen Antrag nie gestellt!“ Goppel wunderte sich noch, dass sich die vom Kunstraub betroffenen Städte nicht selbst beim zustän­digen Ministerium melden würden. Hat er natürlich zum Teil Recht – nicht aber beim Bamberger Domschatz.

Rabenstein, Freller und auch Goppel unterstützen die Ein­gabe insoweit, dass jetzt bis Ende des Jahres eine Auf­listung der betroffenen Kulturgüter gemacht werden sollte. Weiter soll der derzeitige Zustand überprüft werden und es sollen die Eigentumsverhältnisse festgestellt werden, da auch die Eigentümer einer Verlegung zustimmen sollten.

Frau Dr. Bulfon (FDP) unterstützt im Prinzip ebenfalls unsere Eingabe und sagte – für mich sehr beeindruckend – wörtlich: „Ich bin weder Fränkin noch Bayerin, sondern eine Zugezogene. Aber ich spüre, dass dieser Antrag auf Rückführung der fränkischen Kulturgüter aus der innersten Seele der Franken kommt. Es müsse alles getan werden, dass der Wunsch der Franken so weit wie möglich umge­setzt wird – zum Wohle von ganz Bayern!“

Die Petition wurde letztendlich bei der Abstimmung ohne Gegenstimme ‚gewürdigt‘, um mit den genannten Maß­gaben weiter verfolgt zu werden. Eine Würdigung ist ein Teilerfolg. Es ist das zweitbeste Ergebnis, das bei einer Eingabe erzielt werden kann. Die Abgeordneten Raben­stein, Freller, Jörg (CSU) und Fahn – alle aus Franken – werden unsere Eingabe weiter zielstrebig begleiten und verfolgen und hoffen, dass aus dem Teilerfolg ein Gesamt­erfolg wird.

Herr Oberamtsrat Heigl vom Bayerischen Landtag wird uns in einigen Tagen das Ergebnis der Ausschusssitzung schriftlich übermitteln. Auch die anwesende Presse sprach von einem guten bis wenigstens ’nicht schlechten‘ Ergebnis für Franken – aber man müsse ganz genau verfolgen, wie es nun weitergeht. Ich äußerte der Presse gegenüber, dass ich mit der Würdigung schon sehr zufrieden wäre und froh sei, dass diese Eingabe nicht wieder abgelehnt wurde. Die emotionale Aussprache macht zudem Mut, dass diesmal wirklich fränkische Gefühle in hohem Maße berücksichtigt werden.                                             Rudolf Bernd Kondler

Kommentar von Jürgen Umlauft vom Nordbayerischen Kurier (Bayreuth) vom 9.7.09:

Abgesehen vom Redebeitrag des Grünen Sepp Dürr, der meinte, den arroganten oberbayerischen Chauvi heraus­streichen zu müssen, war die Debatte um die Zukunft der fränkischen ‚Beutekunst‘ von erfreulicher Sachlichkeit. Es ging nicht um landsmannschaftliche Konfrontation und historische Sünden, sondern darum, wie dem berechtigten Wunsch vieler Franken nach einer Würdigung ihrer Kul­turschätze besser nachgekommen werden kann. Klar ist, dass nicht jede Marienfigur und jede historische Hand­schrift fränkischer Provenienz ‚heimgeholt‘ werden kann, nur weil sie einmal in fränkischem Besitz war. Legte man diesen Maßstab an, würde ein internationaler Kunstrück­gabetourismus einsetzen. Manches Kulturgut ist eben objektiv in München besser aufgehoben, weil es dort in einem kulturhistorischen Zusammenhang mit anderen Exponaten ausgestellt ist.

Anders ist es bei jenen ‚identitätsstiftenden‘ Werken wie dem Bamberger Domschatz, dem Altar der Hofer Stadt­kirche oder dem Würzburger Herzogsschwert, die nur an ihrem ursprünglichen Standort ihre besondere Aura ent­falten können. Wenn es gelingt, an den jeweiligen ‚Hei­matorten‘ ein schlüssiges Ausstellungskonzept zu ent­wickeln, dann wird es für die Bedenkenträger in München schwer, dagegen zu argumentieren. Mit dem Landtags­beschluss ist ein erster Schritt getan. Jetzt ist es an den Franken, mit guten Ideen den Boden für die Rückkehr einzigartiger Kulturgüter in ihr historisches Umfeld zu bereiten.

Weitere Meinungen zu unserer Petition:

Henry Stern aus Mainpost vom 9.7.2009: Mehr als fünf Jahre ist es her, dass in München zuletzt über die Rückgabe fränkischer Kultur­güter gestritten wurde. Emotional war der Streit damals, mitunter hanebüchen die Abwehrhaltung der Münchner Ministerialbürokratie. Als Ergebnis konnte 2004 immerhin das Herzogsschwert für kurze Zeit zum Stadtjubiläum nach Würzburg gelotst werden.

Nun gibt es dank einer von rund 12 000 Franken unterstützten Petition des Fränkischen Bundes einen neuen Anlauf, die Frage der ‚Beutekunst‘ grundsätzlich zu klären. Und festzustellen ist, dass sich – anders als beim letzten Mal – bisher alle Seiten sehr um Sachlichkeit bemühen. Die Rückgabe-Forderungen aus Franken wurden zumindest im zuständigen Landtags-Ausschuss auch von den Altbayern nicht ins Lächerliche gezogen. Die Franken wiederum bemühten sich um grif­fige Argumente, anstatt mit plumpen Pauschalattacken die Türen selbst zuzuschlagen. Bleibt zu hoffen, dass auch Staatsregierung und Haus Wittelsbach auf diese Tonart einschwenken. Denn dann besteht vielleicht eine kleine Chance, ein uraltes Streitthema endlich zu lösen.

 

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Frankenpost vom 9.7.2009:

…. Kein Verständnis für die aus der Historie rührenden fränkischen Befindlichkeiten brachte Sepp Dürr (Grüne) auf. Bis zur Angliederung an Bayern seien die Franken ‚disparat‘ gewesen, erst die von Napoleon durchgesetzte Zwangsvereinigung der vielen kleinen Gebietskörper­schaften habe die Franken zu richtigen Franken gemacht. Die Franken seien von Napoleon folglich ‚zwangsbeglückt‘ worden. Auch vor die­sem Hintergrund halte er Formulierungen wie ‚Rückgabe von Beute­kunst‘ für absurd, die Debatte darüber hanebüchen. Geklärt werden müsse in Bayern ganz allgemein, wo es kulturell berechtigte An­sprüche auf historische Kunstgegenstände gebe und wie sich einzelne Regionen kulturell stärken ließen.

„Damit müssen wir uns auseinander setzen, nicht mit so einem Schmarrn“, sagte Dürr, stimmte dem Beschlussvorschlag der CSU aber dennoch zu.

 

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Quelle nicht mehr ganz klar:

Bewegung im Beutekunst-Streit – In den Streit um die Rückgabe frän­kischer Kunstschätze aus den Münchner Museen an ihre Ursprungs­orte ist Bewegung gekommen. Der Hochschulausschuss des Landtags lehnte am Mittwoch zwar eine Petition des Fränkischen Bundes ab, bis Jahresende sämtliche Werke fränkischer ‚Beutekunst‘ zurückzu­geben. Die Abgeordneten erteilten aber dem Wissenschaftsministe­rium den Auftrag, eine Liste der wichtigsten fränkischen Kultur­schätze zu erstellen und mögliche Rückgabeoptionen zu prüfen.

 

Stellungnahme vom FB: Danke für die sachlichen Berichte! Das Wort ‚Beutekunst‘ hat die Presse erfunden, nicht der FB! Der Termin für die Rückgabe wurde deshalb so kurz gewählt, damit uns bei einer strikten Ablehnung eine neue Eingabe möglich ist.       JK

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Aus einem Aufsatz von Roland Englisch vom 9.7.2009:

 

……. Die Bestandsaufnahme ist schwierig, weil sich der Besitz auf drei Eigentümer aufteilt: Einige wenige Kunstschätze gehören dem Frei­staat, Ausgleichsfonds und Wittelsbacher Stiftung teilen sich den Löwenanteil. Es sei höchst problematisch, wenn man andere zum Eigentumsverzicht zwingen wollte….. „Wir sind in einem Rechtsstaat und nicht im Mittelalter“, sagt Ex-Kunstminister Thomas Goppel. „Wir dürfen nicht in den Besitz anderer eingreifen“.

Dazu unser Mitglied Martin Treml: Wie können Menschen, die kei­nerlei Unrechtsempfinden haben, über solch eine Angelegenheit entscheiden. Wie kann ein Freistaat Bayern einem Königshaus 1923 irgendetwas zusprechen, das 120 Jahre vorher geklaut wurde? Goppel behauptet gar, dass geklaute Ware, wenn sie nur lange genug im Besitz des Diebes ist, dann sein Besitz ist. Das nennt man dann Rechtsstaat. Na dann, Gute Nacht, Bayern!


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Gedicht zum Tag der Franken

Europawahl, wie geht sie aus, wem ist es zu verdanken, die Tochter von Franz Josef Strauß schickt man nach Oberfranken.

Frau Hohlmeier steht jetzt parat, die Frag‘ stellt sich für jeden, kann denn von hier kein Kandidat in Brüssel uns vertreten?

Kulturgüter von großem Wert sind hier kaum mehr zu finden, in München wurden sie versperrt, wer weiß aus welchen Gründen.

Der Domschatz, der aus Bamberg stammt und noch viel andre Gaben, fast 6000 sind’s insgesamt, wir woll’n sie wiederhaben.

Das Wittelsbacher Fürstenhaus stemmt sich mit Macht dagegen, gibt uns die Beutekunst nicht raus, drum gilt’s zu überlegen, zu sammeln für die Petition möglichst viel Unterschriften, kann man mit 12 000 schon vielleicht etwas ausrichten.

 Dass wir im Freistaat unbeliebt hat uns oft angewidert, obwohl es nur ein Franken gibt, hat man uns aufgegliedert in drei Bezirke der Region, was gibt es da zu feiern, wie sagte Thomas Dehler schon:

„Franken sind keine Baiern“.

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Das Thema Konjunkturpaket ist wichtig zu erwähnen,  wenn es um diese Mittel geht gehören wir zu denen, die lediglich den kleinsten Teil bekommen zugewiesen, die Löwensumme tut derweil nach Oberbayern fließen.

 Die Medien in unserm Land die muss man kritisieren, sie sind nicht auf dem neusten Stand, kein Wandel ist zu spüren.

Altbayern kommt ganz gut in Fahrt bei der Programmgestaltung, wo bleibt die fränk’sche Eigenart, was ist das für ’ne Haltung.

Die Frankenfahnen sollen steh’n vor staatlichen Gebäuden, die mit dem Rechen woll’n wir seh’n, zu zeigen allen Leuten, rot-weiß die Farben, nicht weiß-blau, denn damit ist begründet und jeder weiß es ganz genau, wo er sich jetzt befindet.

Den Tag der Franken feiern wir, wer will es uns verdenken, wenn Frankenwein und Frankenbier wir auch dazu ausschenken.

Und unser Motto heißt dabei wird niemals aufgegeben, wir bleiben immer ‚Frank und frei‘, das gilt, solang‘ wir leben.

Albin Summa, Mundartdichter KV-Bayreuth

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 10 Jahre Tag der Franken

Eine Betrachtung und Klarstellung  von Heribert M. Reusch

Im ‚Franken Magazin für Land und Leute‘ Ausgabe Juli/August 2009 wird über den diesjährigen Tag der Franken, der im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim veranstaltet wurde, berichtet. Im Vorspann dazu verlegt die Autorin – in Zusammenarbeit mit Dr. Ritzer, 1. Vors. der FAG (Fränkische Arbeitsgemeinschaft) die Bemühungen um die Schaffung eines Tages der Fran­ken auf den 14. Oktober 2004. An diesem Tag nämlich hatte Werner Bächer aus Selbitz, Mitglied der Wähler­gruppe ‚Freie Franken‘ eine entsprechende Petition an den Bayerischen Landtag gerichtet.

Nur, zu diesem Zeitpunkt gab es bereits sechsmal den Tag der Franken. Denn dieser Gedenktag an die Gründung des Fränkischen Reichskreises am 2. Juli 1500 wurde bereits im Juli 1998 vom Fränkischen Bund e.V. ins Leben gerufen. Den Antrag dazu hatte unser Mitglied Leo Jäger aus Gochsheim gestellt, das Datum 2.Juli hat der Verfasser dieser Abhandlung vorgeschlagen. Ohne die späteren ‚offi­ziellen‘ Verdienste von Dr. Ritzer und Dr. Beckstein (damals noch Innenminister) schmälern zu wollen, muss doch der Wahrheit die Ehre gegeben werden:

Die Ursprungsidee zum Tag der Franken und

diesen historischem Datum gehen eindeutig auf

den Fränkischen Bund zurück!

Der 1. Tag der Franken wurde am Freitag, 2. Juli 1999 am ‚Alten Dreifrankenstein‘ von 1892 – dem Traditions­symbol der Einheit Frankens – bei Kleinbirkach im Stei­gerwald abgehalten.

 

 

 

Zum 500. Geburtstag des Fränkischen Reichskreises gab es darauf folgend dann am 2. Juli 2000 eine – von der FAG und dem FB gemeinsam ausgerichtete – Großveranstaltung in der Nürnberger Akademie. Festredner war Dr. Peter Schönlein, Alt-Oberbürgermeister dieser Stadt.

Selbstverständlich wurden ab 1999 alle ca. 750 Kommu­nen in Franken schriftlich gebeten, am 2. Juli ‚Flagge zu zeigen‘, die rot-weiße mit dem ‚Rechen‘ versteht sich. Es gab Widerstände behördlicherseits, vor allem in Unter­franken, aber im Großen und Ganzen war der Aufruf von Erfolg gekrönt. Heute, 10 Jahre später, ist das rot-weiße Fahnenmeer nicht mehr zu übersehen.

H. M. Reusch

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Nürnberg setzt Flagge
Kaiserburg rot-weiß

SWT 15.07.2009: Nürnberg zeigt künftig Flagge auf der Kaiserburg – und will damit nach einem wochenlangen Flaggenstreit fränkische Gemüter besänftigen. Die rot-weiße Stadtflagge soll erstmals an diesem Mittwoch hoch oben über der Nürnberger Altstadt neben Bayern- und Deutschlandfahne wehen.

Den Anstoß für die Zusatzbeflaggung hatte ein Flaggenstreit im vergangenen Sommer gegeben. Die Entscheidung des Freistaates Bayern, auf der vom Land verwalteten Kaiserburg außer der Deutschlandfahne nur die weiß-blaue Bayernfahne zuzulassen, hatte vor allem fränkische Politiker verärgert. Die fränkische Fahne wurde abgelehnt, weil sie keine offizielle Staatsflagge und in keiner Verfassung erwähnt sei.

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Dazu schreibt Heribert M. Reusch:
Einfach lächerlich, die Argumentation der freistaatlichen Ministerialbürokratie zur Beflaggung von Gebäuden mit der Frankenfahne. Die tun ja gerade so, als ob ‚diplomatische Beziehungen‘ zwischen Bayern und Franken notwendig wären, um hier eine Frankenfahne aufzuziehen.! Dabei ist wohl jedem bekannt, dass Franken kein Staat, sondern eine Region im Bundesland Bayern ist. Und diesem, aus den drei fränkischen Regierungsbezirken bestehendem Gebiet wurde bereits 1835 im damaligen Königreich mit dem Fränkischen Rechen ein Gemeinschaftssymbol zuerkannt. Der Freistaat Bayern, als Nachfolger der Monarchie, hat mit Gesetz vom 5. Juni 1950 diese Festlegung bestätigt und im Feld -2- des Staatswappens den Fränkischen Rechen eingefügt.

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Kleine Nachhilfe in Sachen Grundgesetz und Demokratie

Ein Kommentar von Joachim Kalb

Artikel 29
(Neugliederung des Bundesgebietes

(1) Das Bundesgebiet kann neu gegliedert werden, um zu gewährleisten, dass die Länder nach Größe und Leistungsfähigkeit die ihnen obliegenden Aufgaben wirksam erfüllen können. Dabei sind die landsmannschaftliche Verbundenheit, die geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge, die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit sowie die Erfordernisse der Raumordnung und der Landesplanung zu berücksichtigen……

Gerade mal ist unser Fränkischer Bund e.V. volljährig geworden und hat – wie man nicht zuletzt an der aktuellen Sommerbeflaggung Frankens erkennen kann – sehr viel erreicht. Als wir in den 90er Jahren den Volksentscheid nach Art. 29 GG – Bundesland Franken beantragten, wurden wir von einigen Journalisten, die uns nichts Gutes wollten, als Separatisten bezeichnet. Inzwischen ist dieser ‚Vorwurf‘ verstummt.
Separatismus, das bedeutet, dass ein Land / ein Landesteil aus der Bundesrepublik Deutschland austreten und einen eigenen Staat bilden will ( – Absicht z.B. der erfolglosen Bayern-Partei). Innerhalb Deutschlands erlaubt unser weltweit geachtetes Grundgesetz ausdrücklich eine Neu¬gliederung, also auch eine Änderung der Anzahl von Bundesländern. Der Grund liegt darin, dass die Bundesländer nach dem 2. Weltkrieg relativ wahllos zusammengeschnitten wurden.
Wer also irgend einen Zusammenhang zwischen der Forderung nach einem Bundesland Franken (auch wenn dies z.Zt. nicht aktuell ist) und Separatismus herstellt, ist kein Demokrat, weil er das Grundgesetz – und sei es auch nur in Teilen – in Frage stellt. Er unterstellt dem Grundgesetz (Art. 29) wissentlich Separatismus.
Nun, selbst Zeitungsvolontäre, Praktikanten usw. haben dies inzwischen begriffen. Unverständlich ist nur, dass offensichtlich unsere fränkischen Schwestervereine wie die Fränkische Arbeitsgemeinschaft (FAG) und der Frankenbund, geführt von ehemaligen Abgeordneten, Anwälten, Regierungspräsidenten, Stadträten, also gewissermaßen staatstragenden Persönlichkeiten, in ihren Publikationen und auf ihrer Homepage unser Grundgesetz, was diesen Art. 29 betrifft, offensichtlich – gelinde ausgedrückt – ignorieren.

Sie dürfen es glauben, wir Franken werden nie und nimmer auch nur einen Gedanken daran verschwenden, aus der Bundesrepublik Deutschland auszutreten.

Franken war, ist und bleibt ein deutsches
Kernland im europäischen Verbund.

War es nicht Bayern, das gegen das Grundgesetz 1949 gestimmt hat? War es nicht Streibl, der 1990 unter dem Eindruck der Wiedervereinigung hat untersuchen lassen, wie Bayern aus der Bundesrepublik herauskommt? Ist es nicht Seehofer, der erst kürzlich Sarkozy für alle Ewigkeit dankte, dass Napoleon Bayern erschaffen hat?
Ein Kriegstreiber, Kriegsverbrecher und Plünderer hat also ein Bayern in seiner heutigen Form geschaffen! Na Prost Mahlzeit! Wo sind wir Franken da hingeraten!

 

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Wilhelm Schlötterer: Macht und Missbrauch

Der ehemalige Steuerfahnder Wilhelm Schlötterer erhebt in seinem Buch schwere Vorwürfe gegen frühere CSU-Spitzenpolitiker, besonders gegen Franz-Josef Strauß.
Schlötterer wirft dem bayerischen Ministerialapparat und der Justiz jahrelange Rechtsbeugung und miese Tricks vor, um Affären zu vertuschen und rechtstreue Staatsdiener kaltzustellen. Im Zentrum steht der 1998 verstorbene Strauß. Der Ex-Ministerpräsident habe sein Millionen¬vermögen zum Teil kriminell erwirtschaftet. „Zu prüfen wären auch die rechtlichen Möglichkeiten, von Strauß illegal erworbenes Vermögen auch heute noch einzu¬ziehen“ schreibt Schlötterer. Andere Vorwürfe richten sich auch gegen Strauß‘ Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber. Schlötterer: „Das Buch richtet sich nicht gegen die CSU insgesamt, sie werde aber als Schutzschild für ihre Affären missbraucht“. Und da meinte Horst Seehofer: Die Familie Strauß müsse rehabilitiert werden!
Der ehemalige Steuerfahnder Schlötterer war 1998 nach langem Streit aus dem Finanzressort ausgeschieden und zur Landeswohnungsgesellschaft LWS gewechselt.
Die Strauß-Kinder wollen gegen das Buch klagen. Allen voran Franz Georg Strauß. Der Kölner Fackelträger Verlag reagierte ganz gelassen. Der Verlag habe das Buch vorab juristisch prüfen lassen. „Da sehen wir uns schon auf der sicheren Seite“. Die erste Auflage (Juli 2009) mit 10 000 Büchern ist bereits vergriffen. Die 2. Auflage ist jetzt im Handel. Preis € 22,95 – ISBN 978-3-7716-4434-5

 

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Bücherbesprechung

Anna Schiener: ‚Kleine Geschichte Frankens‘
Franken, das Land zwischen Spessart und Fichtelgebirge, zwischen Donau und Main, war stets ein umkämpfter Raum. Könige und Fürsten, Bischöfe und Bürger, Ritter und Herren rangen hier um die Macht. So entstand ein Gebiet mit vielen Zentren, aber ohne zentrale Herrschaft. Franken war ‚vielherrig‘, bis es zu Beginn des 19. Jahrhundert seine schon im Namen angelegte Freiheit an Bayern verlor. Dank seiner wirtschaftlichen Kraft konnte es sich behaupten und hat nun als Metropolregion seinen Platz in Europa gefunden. Die ‚Kleine Geschichte Frankens‘ nimmt den Leser mit auf eine ebenso informative wie kurzweilige Zeitreise durch die Jahrhunderte.
Dr. phil. Anna Schiener M.A., geb. 1955, studierte Geschichte, Alte Sprachen und Archäologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist heute als freiberufliche Autorin und Historikerin tätig und lebt in der Nähe von Nürnberg. Urteil: Man erfährt viel Unbekanntes. € 14,90
Verlag Friedrich Pustet – ISBN 978-3-7917-2131-6

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Thomas Fischer/Erika Riedmeier-Fischer:
Der römische Limes in Bayern – Müsste eigentlich Limes in Franken heißen – Geschichte und Schauplätze entlang des UNESCO-Weltkulturerbes zeigt auf, dass Franken frei war von römischer Besetzung. Auch mit aktuellem Wanderführer ab Dinkelsbühl bis Eining an der Donau. ISBN 978 3-7917-2120-0

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Petitionen als Hilfsmittel für die Sache Frankens:

Nach den Kulturgütern jetzt die Frankenfahne

Wir Franken streiten ja ganz gerne um die eine oder andere Sache. Und natürlich auch um den einen oder anderen (rechten) Weg zum richtigen (?) Ziel. Das ist so. Sonst wären wir ja nicht frank, also frei.
Aber: Wo sich etwas als richtig oder effizient oder zielführend zeigt oder gar sicher erwiesen hat, sollte dies außerhalb des frankentypischen Streits gestellt werden. Zu Frankens Nutz und Wohl!

Vor diesem Hintergrund plädiere ich nachdrücklich für einen tüchtigen Gebrauch des Mittels ‚Petition an den Bayerischen Landtag‘. Dieser Weg garantiert eine schriftliche, inhaltliche Stellungnahme der Bayerischen Staatsregierung, eine zwangsweise Stellungnahme verschiedener Abgeordneter verschiedener Parteien (Protokoll, öffentliche Sitzung) und, wenn man ein wenig dazu tut, auch eine gewisse (presse)öffentliche Beachtung.

Natürlich ist meistens mit all’ dem die jeweilige Sache, das jeweilige Anliegen nicht abschließend positiv abgehakt. Aber vorangebracht ist es oft. Jedenfalls meistens mehr als durch irgendein anderes Mittel mit vergleichbarem Aufwandsbedarf. Inflationär oder gar nur zum Spaß taugt das Instrument freilich nicht. Soviel zum Allgemeinen. Jetzt konkret: Nach all’ den Versuchen, die viele unternommen haben, um der Frankenfahne, also dem Fränkischen Rechen, wenigstens am Tag der Franken zum ehrenvollen Wehen auch an bayerischen Staatsgebäuden zu verhelfen, ist es Zeit zur angemessenen Renitenz durch Petenz in dieser causa, odder?

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Ziel sollte sein, die Abgeordneten dazu zu bewegen, durch ‚Berücksichtigung‘ (maximales Zustimmungsvotum für eine Petition gemäß Geschäftsordnung) des Petitionsan¬liegens die Bayerische Staatsregierung aufzufordern, von ihrer bisherigen Praxis abzulassen, wonach sogar am Tag der Franken ein Beflaggen von Staatsgebäuden in Franken nicht nur nicht gewünscht, sondern aktiv untersagt wird. Vielmehr soll die Staatsregierung aufgefordert werden, ein Beflaggen von Staatsgebäuden in Franken am Tag (Wochenende) der Franken anzuordnen. Die bisherige Begründung, ein Beflaggen sei grundsätzlich unzulässig, weil die Frankenfahne (Fränkischer Rechen) keine Hoheitsflagge sei und deshalb in der Bayerischen Flaggen-Verwaltungsanordnung (VwAoFlag) gar nicht gelistet sei bzw. sein kann, diese spitzfindige ‚Begründung‘ würde dann wegfallen. Wenn, ja wenn die Mehrheit der Abgeordneten durch das Votum ‚Berücksichtigung‘ der Petition dieses Verhalten der Bayerischen Staatsregierung dringend anempfiehlt und wenn, ja wenn die Bayerische Staatsregierung dann dieses Mehrheitsvotum (einstimmiges Votum??) befolgte.
Viele wenn’s, gewiss, aber nix g’macht is a bloß bleed dahergred, odder? Also noched! Wolfgang Hoderlein

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Höchste Zeit, dass sich Fränkische Arbeitsgemeinschaft e. V., Frankenbund e. V. und Fränkischer Bund e. V. über ihre gemeinsame Liebe verständigen.

Franken ist ihrer aller Herzensangelegenheit. Ob es dabei um Geschichte und Geschichtspflege, um Kunst und Kultur, um Brauchtum, Tourismus oder die regionale Interessenvertretung gegenüber der Politik geht, ist von Organisation zu Organisation und von Fall zu Fall verschieden. Gut so, warum auch nicht. Und dass man in den vielen Fragen, die um die Kernfrage ‚Wohin soll sich Franken entwickeln, soll es gebracht werden‘ drehen, unterschiedlicher Meinung ist und sein kann, ist auch nicht wirklich verwunderlich. Bei selbstironischer Betrachtung ließe es sich sogar als ‚fränkisch sui generis‘ bezeichnen.
Dies alles wären keine Hindernisse, nun zu tun, was bisher dennoch nicht geschieht, nämlich sich einmal zusammen zu setzen und zu besprechen, was gemeinsam ist und was trennt, wo man ein gemeinschaftliches Ziel oder Anliegen hat, das man dann mit gemeinschaftlichen Kräften auch erreichen will und wo es Unvereinbarkeiten gibt. Auch in Ordnung. Jedenfalls will ich nicht glauben, dass sich drei Organisationen nicht auf ein Minimalprogramm über ihre gemeinsame Liebe verständigen können sollten.

Wie wär’s im späteren Herbst 2009? Wie wär’s mit Themen wie ’20 Jahre Mauerfall – Franken mittendrin‘, mit einer Reflexion über die bisherigen Tage der Franken und die künftigen ab 2010, mit der Frage Rückgabe der Kulturgüter, Verwendung der Frankenfahne, Tourismus in Franken? Ziel sollte sein, eines Tages eine ‚Fränkische Versammlung‘ zu haben, ebenso jährlich und ebenso selbstverständlich und vielleicht auch mit ebensoviel öffentlichem Interesse wie etwa der ‚Sudetendeutsche Tag‘ dies seit Jahren hat. Diese fränkische Versammlung könnte eine Reminiszenz an den Fränkischen Reichskreis darstellen, eine Veranstaltung in der Selbstbewusstsein demonstriert, Vielfalt dargestellt und Zukunft diskutiert werden könnte – unter allen Franken, aber auch zwischen Franken und allen anderen.
Bei aller Pflege der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der drei fränkischen Vereine – der demografische Wandel ist auch hier zu spüren und die Zahl derer, die aktive Arbeit in einem Verein leisten, wird bekanntlich auch nicht größer. Also: Frankensynergie durch Frankengipfel!
Meine herzliche Bitte an die Vorsitzenden und Vorstände geht dahin, sich über diesen Vorschlag ins Benehmen zu setzen. Miteinander plaudern war noch nie verkehrt, das weiß auch der Franke.

Wolfgang Hoderlein

 

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Solange gibt es schon den Fränkischen Bund!

1926

Als wir 1990 unseren neuen Verein Fränkischer Bund e.V. nannten, hatten wir keine Ahnung davon, dass es in den 20er Jahren, also zu demokratischen Zeiten, einen Bamberger Verlag mit dem gleichen Namen gab.

 Auf-Bayern-stolz-nein-danke..

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Thema: Wir in Franken

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