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193. Wir in Franken 20.Jahrgang Nr.1/2010 Zeitschrift des Fränkischen Bundes

Dienstag, 26. Juni 2012 | Autor:

Frankenlied

 

 

 

 

Feige Kehrtwendung der FDP in Sachen Rückgabe fränkischer Kulturgüter

Ein Kommentar aus fränkischer Sicht von Joachim Kalb

Wieder einmal reisten wir (Sabine Welß und ich) nach München in den Landtagsausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur! Die Schlacht in Sachen Rückgabe unserer Kulturgüter ist noch nicht gewonnen, aber Nervosität, blinder Aktionismus und Erklärungsnöte im gegnerischen Lager nehmen zu und der Mangel an neuen Argu­menten nimmt sichtlich ab. Es sieht aus, als ob unser Etappenziel erreicht wird. Will heißen, dass unser Anliegen im Parlament evtl. sogar auf der Grundlage einer Gesetzesinitiative in naher Zukunft behandelt wird. So heftig und so wütend wurde im Ausschuss noch nie über unser Thema diskutiert.

Bayrischer Landtag Foto Rolf Poss (3)

Die Mittelfränkin, Regierungsdirektorin Elisabeth Geuß, musste die von Kulturminister Wolfgang Heubisch (FDP) 54-seitige Ablehnung der Herausgabe unserer Kulturgüter dem Kulturausschuss erklären. Nachdem die Akteure innerhalb der Kulturabteilung durch den Ministerwechsel nicht ausgetauscht wurden, haben auch die gleichen Leute die Ablehnung mit den gleichen Argumenten wie unter Goppel geschrieben: Besitz Wittelsbach, redlich erworben, Weltgeltung Münchner Museen, nicht transportfähig …. Heubisch geht in seiner einseitigen Darstellung sogar noch etwas weiter, was Dr. Rabenstein (SPD) in seiner Stellungnahme regelrecht in Rage brachte. ‚Dieser Bericht spricht von einer altbayerischen Über­heblichkeit, und zwar in allen Zeilen.‘ Er betonte, kein Mensch fordere ja die Rückgabe aller fränkischer Kulturgüter. Er wolle sich aber auch nicht mit Dingen wie dem Guckkasten ‚Schäferspiel‘ begnügen! ‚Wir wollen das Herzogsschwert, wir wollen den Domschatz. Es könne nicht sein, dass von den wichtigen Sachen nichts an Franken zurückgegeben werden solle.‘

Wikipedia Matthias Kabel _Krone_Heinrich_II_1270

Ebenso aus dem fränkischen Herzen sprach uns der Beitrag von Dr. Jürgen Fahn (FW): ‚Wir sind der Auffassung, dass Kulturgüter dort die meiste Aufmerksamkeit erhalten, wo ihr historischer Ursprung ist.‘ Ganz wichtig auch sein Beitrag zu den Gesetzen von 1923 (Wittelsbacher Ausgleichsfonds), aufgrund derer die Verlagerung abgelehnt wurde:

‚Gesetze kann man auch ändern.‘

Der Oberbayer Dr. Sepp Dürr (Bündnis 90 / Die Grünen) warf dem Kunstminister bürokratisches und zentralistisches Denken vor. Es sei kein Wille erkennbar, den Wunsch der Bürger entgegenzukommen! ‚Und was für die Franken identitätsstiftend ist, sollten die Franken schon selbst entscheiden dürfen.‘

Besser hätten wir selbst vom Fränkischen Bund unsere Argumente nicht formulieren können als diese drei Oppositionspolitiker. Verheerend feige die Haltung der FDP in dieser denkwürdigen Sitzung, aber leider von der dpa München, welche die Pressemeldungen in Bayern mehr und mehr vorgibt, nicht erkannt. Nicht nur FDP-Minister Heubisch übertraf Goppel, sondern Frau Dr. Bulfon (FDP), die sich bei der letzten Sitzung 2009 im Petitionsausschuss noch voll für unser Anliegen ins Zeug gelegt hatte, rief ungläubiges Kopfschütteln hervor. WiF 1/2009 O-Ton vom 8.7.2009: ‚Ich bin eine Zugezogene, aber ich spüre, dass dieser Antrag auf Rückführung fränkischer Kulturgüter aus der innersten Seele der Franken kommt. Es muss alles getan werden, dass dieser Wunsch der Franken soweit wie möglich umgesetzt wird.‘ Damals war die FDP auch schon in der Regierung. Fraktionschef Hacker forderte den Domschatz, die FDP wurde vom Fränkischen Tag als Domschatzpartei ausgerufen! Nun, am 10.3.2010, Herr Hacker war nicht anwesend, Frau Dr. Buflon war körperlich anwesend. Bei der Sitzung aber sprach sie kein einziges Wort dazu, nicht ein einziges. Unglaublich!

Nachdem Karl Freller (CSU) sich nicht so eindeutig geäußert hatte und sowohl für die eine als auch für die andere Seite Verständnis zeigte, sprang Hardliner Dr. Goppel ein. Obwohl in unserer Petition ja klar und deutlich steht, dass wir keine ‚Enteignung‘ der Wittelsbacher wollen, sondern nur einen Ortswechsel, polemisierte er wie gewohnt. Man könne nicht über fremdes Eigentum verfügen und die Franken wollen es ja zum Teil gar nicht. Nochmals für alle, Herr Goppel, bitte herhören!! Wir wollen den Domschatz in Bamberg, das Herzogsschwert in Würzburg, den Hofer Altar in Hof und Albrecht Dürer in Nürnberg. Innerhalb eines Bundeslandes muss das doch möglich sein. Besitzer bleibt das Haus Wittelsbach oder der Bayerische Staat! Ist das so schwer zu verstehen? Abschließend wurde einstimmig beschlossen, dass die Diskussion weitergeht. Angesichts der Einigkeit der brei­ten Opposition, der Selbstverleugnung der FDP und der inneren Zerrissenheit der CSU in dieser Frage ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis eine Gesetzes­initiative oder eine namentliche Abstimmung im Parlament zustande kommt. Dann muss Farbe bekannt werden, und zwar von allen. Ich freue mich schon darauf.

 Joachim Kalb

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Entgegen aller journalistischen Gepflogenheiten hat die dpa München bei der letzten Ausschusssitzung des Landtages am 10.3.2010 die Meinung der ‚klagenden Partei‘ (wir), gestützt durch 13.000 + 24.000 Unter­schriften nicht interessiert. So bleibt die Haltung von FDP und CSU unkommentiert in der Öffentlichkeit. Deshalb bitte ich Sie, mischen Sie sich in die Diskussion ein, z.B. Einklicken in Internetforen, Schreiben von Leserbriefen, Herantreten an die Journalisten vor Ort usw. Mit der dpa München hatten wir schon am Tag der Franken in Bad Windsheim Probleme. Damals wurde von Seiten der Agentur einzig und allein die Seehofer-Rede verschickt, andere Meinungen kaum erwähnt. Das Ergebnis war eine total einseitige Berichterstattung, die viele Leserbriefe herausforderte.

Joachim Kalb

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Der Tag der Franken

Wir hatten gehofft, Ihnen in dieser Ausgabe bereits einen Programmablauf zum Tag der Franken präsentieren zu können. Leider Pustekuchen! Gehen Sie mal ins Internet und googeln: ‚Tag der Franken Kulmbach‘ – Sie werden staunen! Da ist der letzte Eintrag noch von 2009! (Stand: 23.3.2010). Da heißt es: Der Tag der Franken 2010 wird am ersten Juliwochenende unter dem Motto ‚Franken genießen‘ in Kulmbach begangen. In einem ersten Ab­stimmungsgespräch haben sich Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner und Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm auf den Rahmen der Veranstaltung geeinigt. Auf Grund der mangelhaften Vorplanung gab es ein Hin und Her in der Tagespresse. Vielen sind die Kosten zu hoch, vor allem auch, weil völlig unklar ist, wofür die 211 000 Euro ausgegeben werden sollen.

Harsche Worte vom Fränkischen Bund

Fest steht: Bis dato ist noch kein Programmablauf veröf­fentlicht worden. Nur noch einige Wochen sind es zum Tag der Franken! Der Fränkische Bund übt in einer Stellungnahme deutlich Kritik an vielen Punkten aus dem Bereich der Programmgestaltung. Ärgerlich ist auch, dass gerade fränkische Verbände, wie der Fränkische Bund und die FAG im Vorfeld diesmal nicht eingebunden worden seien. Auch die Tatsache, dass als Festredner Horst See­hofer angefragt ist, will der Fränkische Bund so nicht hinnehmen: Beim letzten Tag der Franken in Bad Windsheim wurde von Herrn Seehofer der Tag als Wahlkampfauftritt missbraucht.

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auf Steuerzahler Kosten

Hier müssen auch klare Worte zu einem möglichen Festakt gesagt werden: Wir lehnen ein teures Bankett im Rahmen eines Empfangs von etwa 350 ‚Ehrengästen‘ wie im letzten Jahr vehement ab. Vom Steuerzahler finanziertes Essen und Trinken für viele meist CSU-nahe Parteipolitiker und häufig auch Leute, die mit fränkischen Interessen nichts am Hut haben: Nein danke!

Die Staatsregierung an ihre Pflichten erinnern

Zur Erinnerung: Der Tag der Franken wurde schon Jahre vorher, exakt im Juli 2000, von der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft und dem Fränkischen Bund e.V. gefeiert und wurde durch einen einstimmigen Landtagsbeschluss am 16.3.2006 eingeführt. Der, der so etwas einführt, ist generell auch für die Finanzierung zuständig, also demnach die Bayerische Staatsregierung als ausführendes Organ. Wir hier in Franken zahlen Steuern, von denen z.B. die vier Münchner Landestheater finanziert werden. Umgekehrt sollen nun der Bezirk, der Landkreis, die Stadt Kulmbach und die Oberfrankenstiftung den Tag der Franken alleine finanzieren.

Schon im letzten Jahr sollten für eine Replik der Heinrichskrone, die als Beutekunst während der Säkularisation nach München ‚verbracht‘ wurde, 100 000 Euro von der Oberfrankenstiftung ausgegeben werden. Wir zahlen für das, was uns gestohlen wurde. Wir vom Fränkischen Bund e.V. halten eine solche Verhaltensweise für skandalös und appellieren an die Parteipolitiker, besonders an die Adresse der CSU (OB Kulmbach und Bezirkstagspräsidenten), diesbezüglich die Staatsregierung an ihre Pflichten nachdrücklich zu erinnern.

Joachim Kalb, Norbert Gramlich

copyright www.Frankenland-versand.de

 

Manche Städte Frankens feiern 200 Jahre Zugehörigkeit zu Bayern!

 

Z. B.: Bayreuth:

Am 9. Januar 2010 war der ‚Ball der Stadt Bayreuth‘ unter dem Motto: ‚Unter weiß-blauem Himmel‘, die Stadt will auch das Bürgerfest Anfang Juli unter dieses Motto stellen.

Man gibt zwar zu, dass die Schlösser der Markgrafen nach Beginn der bayerischen Herrschaft eine beträchtliche Abwanderung von Gemälden und Mobiliar nach München zu verzeichnen hatte. Der Zuwachs an Kunstgegenständen aller Art kam dem neu geschaffenen bayerischen Königshaus gerade recht, aber….. ‚was wäre Bayreuth ohne Bayern? Richard Wagner wäre niemals nach Bayreuth gekommen, es gäbe keine Festspiele, König Ludwig II von Bayern sei Dank! Bayreuth wäre ein Städtchen in der Provinz geblieben.‘

Der emeritierte Universitätsprofessor Helmut Schaller verwies auf den ‚gescheiterten Versuch patriotischer Franken‘ (der FB?), 1997 einen ‚eigenen Freistaat Franken‘ von Bayern abzutrennen. Das Bundesverfassungsgericht “habe den Sezessionisten damals eine Absage erteilt‘.

Schaller zitierte ein Wort des Bayern-Königs Ludwig I: ‚Außerhalb Bayerns gibt es kein Leben, und wenn es ein Leben gibt, so ist es nicht so wie das bayerische….‘

Anm. des Verfassers NG: Bayreuth hätte nicht in der Provinz verschwinden müssen. Sein Opernhaus, das jetzt in die Unesco Welterbeliste aufgenommen werden soll, seine Eremitage, sein Altes und Neues Schloss mit dem Hofgarten, die evang. Stadtkirche, die kath. Schlosskirche. In mittelbarer Nähe das Schloss und die Parkanlage Fantaisie, und Sanspareil, alles Kulturgüter, die vor der Bayern-Zeit entstanden sind und die auch viele Besucher nach Bayreuth gebracht hätten. Und nicht nur die paar Wochen in der Festspielzeit, sondern das ganze Jahr über!

z. B. Erlangen:

In den ‚Die amtlichen Seiten‘, Mitteilungsblatt der Stadt Erlangen, steht es: Vor 200 Jahren stellte das Schicksal für die Erlanger eine wichtige Weiche: Die Hugenottenstadt fällt am 28. Februar 1810 durch den Vertrag von Paris an das junge Königreich Bayern.

„Im Unterschied zu vielen anderen Gebietserwerbungen, die von den neuen Machthabern gründlich ausgebeutet wurden, gehörte Erlangen zu den Gewinnern dieser Phase, in der das ‚moderne Nordbayern‘ entstand. Und wie durch ein Wunder blieb die Stadt von den militärischen Auseinandersetzungen in der Region praktisch unbehelligt.

Dafür gelangten wertvolle Kulturschätze nach Erlangen, u.a. die Bibliotheken der 1809 aufgehobenen Nürnberger Universität in Altdorf“                            (sieh einer an! NG)

z. B. Kulmbach:

Bekanntlich findet der “Tag der Franken“ dieses Jahr in Kulmbach statt. Da wurden schon Stimmen laut, die diesen Tag mit einer 200-Jahrfeier zur Zugehörigkeit Bayern evtl. mit einem Festzug verbinden möchten. Da müssen wir aber gewaltig aufpassen. War schon im letzten Jahr  der ‚Tag der Franken‘ fast eine reine CSU-Veranstaltung!

Quellen: Nordbayerischer Kurier vom 10.12.2009 (Bernd Mayer) – Termine der Stadt Bayreuth, Amtsblatt der Stadt Erlangen (Andreas Jakob).                       

Norbert Gramlich

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Stoiberland ist abgebrannt

So titelt der Stern in seiner Ausgabe 53/2009 – ‚Jahrelang protzte die CSU mit ihrer wirtschaftlichen Kompetenz. Doch der Milliardenskandal um die Bayerische Landes­bank und ihre Tochter Hypo Alpe Adria ruiniert nun den Ruf der einstigen Staatspartei‘. So weit der Stern. Alle Misere hatte doch ihren Anfang im Größenwahn Stoibers gefunden!

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Wikipedia Foto JJ55 – Hypo_Group_Alpe_Adria_Gebäude

Mit dem Niedergang der Hypo-Vereinsbank ging der erste Traum Stoibers den Bach hinunter. Seine Träume, ja, er hatte mehrere, davon waren: München zu einem der größten Finanzplätze Deutschlands, zum größten Versicherungs- und zum 1. Medienplatz zu machen. Die 1972 gegründete Landesstiftung und die Forschungsstiftung waren beide einst steinreich. Doch die Bayern-Regenten setzten beinahe das gesamte Vermögen auf eine Aktie: die der Bayerischen Vereinsbank. Am Ende verfügte der Freistaat über 27 Mio. Aktien und einen Aufsichtsratsposten, den bis 1995 der damalige Ministerpräsident Stoiber einnahm. 1998 übernahm die Bayerische Vereinsbank die schwächelnde Bayerische Hypotheken- und Wechselbank – den Deal hatte Stoiber eingefädelt. Er wollte München zum größten Finanzplatz machen und richtete dadurch nicht nur die Bayern-LB zu Grunde (1998!), auch die Hypobank und die Bayerische Landesaufbaubank kamen ins Schleudern. Er ließ durch die Bayern-LB noch einige Milliarden an Medienmogul Leo Kirch überweisen, obwohl der de facto schon pleite war.

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Die AZ vom 13.1.2010 titelt: Bayern LB – neue Vorwürfe gegen Edmund Stoiber – Interview zeigt ihn als treibende Kraft hinter dem katastrophalen Landesbank-Deal.

Frontal 21 hat ein Interview von Stoiber mit dem kroatischen Fernsehen ausgegraben: ‚Wir sind außerordentlich daran interessiert, dass diese Übernahme erfolgreich ist‘.

Stoiber dagegen hatte stets versichert, am Kaufvertrag nicht beteiligt gewesen zu sein. Darauf der kroatische Bankchef: Stoiber hat gelogen! (AZ vom 28.12.2009)

Und: Am 12.1.2010 berichtet Frontal: Stoiber habe der Regierung von Kroatien gedroht: ‚Entweder die HGAA an die Bayern LB oder kein Beitritt zur EU‘ (!!!).

Die SPD-Abgeordnete Inge Aures hat mit ihrer SPD und den Freien Wählern Strafanzeige gegen Verantwortliche der Bayern-LB gestellt: Diese Leute versenken zehn Milliarden Euro und keinen interessiert das – da müssen einige von denen hinter Gitter‘.

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Wikipedia Foto Benson.by – BayernLB

Der Bund der Steuerzahler kritisiert: ‚Die CSU-Granden, die zahlreich in den Gremien ihrer Landesbank vertreten sind, sind totale Nullen. Sie müssen sich in ihren Wahlkreisen vorrechnen lassen, wie viele Kindergärten, Schulen und Straßen man mit den verlorenen 3,7 Milliarden hätte bauen können‘.  (Stern 53/2009 – Die jetzige Krise der Bayern LB ist also nur eine Fortsetzung jahrelanger Fehlpolitik.

Stoiber ist politisch für das Debakel verantwortlich“

Joachim Herrman lt. AZ vom 13.1.2010

Es ist schon merkwürdig, wie vielen Leuten man die Schuld an diesem Desaster geben will: Günter Beckstein, Erwin Huber, Kurt Faltlhauser, Michael Kemmer, Siegfried Naser, Hans Schaidinger, Werner Schmidt und noch einige mehr, nur EINER ist nicht dabei: Edmund Stoiber! Schon sehr sonderbar!

Norbert Gramlich

 

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Landesbank und Hypo Alpe Adria:

…und für die Fehler haftet, wer sie nicht begangen hat – der Steuerzahler

Eine Betrachtung von Wolfgang Hoderlein

Ein Scherzbold sagte kürzlich, er wisse jetzt, warum der Bürger Bürger heiße – er bürge.

So ist das geregelt in einem Land, in dem Demokratie herrscht in Kombination mit Marktwirtschaft, was andere auch Kapitalismus nennen. Geht ‚es‘ gut, so wandern Erträge, Zinsen, Tantiemen, Boni und Profite in die privaten Taschen von Anlegern, Aktienbesitzern und Boni-Bankern. Geht ‚es‘ aber schief, so zahlt am Ende immer ‚der Staat‘, und sei es, um noch Schlimmeres zu verhindern. Dieser ‚Staat‘ aber ist nicht anonym. Er hat Leute, die ihn sozu­sagen bezahlen. Das sind alle Bürger, die Steuerzahler sind. Sie baden immer aus, was sie nicht verursacht haben, wovon sie aber niemals profitiert hätten, wenn ‚es‘ gut gegangen wäre.

Ich bin mir sicher: Wenn dieses System der Privatisierung von Gewinnen und der Vergesellschaftung von Verlusten nicht geändert wird, dann kann das eines Tages eine ernste Bedrohung für die Akzeptanz von Demokratie und Rechtsstaat sowie für die Marktwirtschaft werden. Eine Systemkrise also durch Verweigerung der Zustimmung ihrer Mitglieder, der Bürgerinnen und Bürger.

In Bayern herrschte die CSU 50 Jahre alleine, ehe sie vor einem Jahr die FDP mit an Bord nehmen musste, zwecks Mehrheits- und damit Machtsicherung. In dieser gesamten Zeit stellte die CSU die politischen Verwaltungsratsmitglieder (gleich Aufsichtsrat): in den letzten Jahren Stoiber, Beckstein, Huber, Faltlhauser, Schmid, Schaidinger. Und mit dem Sparkassenpräsidenten Naser noch einen weiteren früheren CSU-Politiker. Die unglaubliche Summe von 10 Milliarden Euro, das ist ein Fußballstadion mit 10 000 Men­schen, von denen jeder eine Million bekommt – machte die Bayerische Landesbank – ‚eine Partei der CSU‘, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, Miese. Und weil das gerade mal ein Jahr her ist, setzte man bei der Hypo Alpe Adria jetzt noch eins drauf: 1,7 Mrd. Kaufpreis sind verloren, 1,1 Mrd. Finanzspritzen und 825 Mio. Liquiditätshilfen macht gut 3,75 Mrd. Euro, zahlbar wiederum von der Bayerischen Staatskasse. Etwa 13,75 Mrd. Euro binnen zwei Jahren für Geschäfte, die der Bankvorstand und der von CSU-Politi­kern gespickte Aufsichtsrat/Verwaltungsrat zu verantworten haben, sonst niemand. Gerade stehen müssen jetzt aber die Summe dieser ‚Niemand‘, alle Bürger und Steuerzahler. Vor diesem Hintergrund ist es sachgerecht, ja pflichtschuldig, wenn nicht nur politisch über diese Vorgänge debattiert wird, sondern durch Strafanzeigen gegen die handelnden Akteure eine Überprüfung der Haftbarmachung erfolgt. Denn die Haftbarmachung des Bürgers/ des Steuerzahlers, die ist automatisch und unausweichlich gegeben. Wenn aber die Opfer haftbar gemacht werden, wieso soll es dann für die Täter dafür ein Verbot geben?

Man versteht die Sorgen von Ministerpräsident Seehofer, der da sagt, die ganzen Vorgänge nagten am Ansehen der CSU als kompetenter Partei für Wirtschaft und Finanzen. Ja, selbst in Bayern ist es inzwischen vorstellbar, dass man zur Erkenntnis kommt, wonach große Macht auf lange Zeit zu Ämterpatronagen, Filz, Vetternwirtschaft und Korruption führen. So ist es. Vor allem aber zu unbegrenzter Gier und Größenwahn. Und spätestens da ist Schluss mit lustig.

 

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Aus den Regionen: „Main statt Isar?“ von Günter Geißler

Unter diesem Motto fand am Samstag, den 20. Februar 2010 ein 10. Immobilien-Marktplatz in Würzburg statt. An verschiedenen Marktständen konnten sich die Besucher über Eigentumswohnungen, Baugrundstücke und Bausparen informieren. Die Beteiligung war für Würzburger Verhältnisse zahlreich, etwa 300 Interessierte hatten sich eingefunden. Mein Interesse war nicht wegen einer Immobilie geweckt, sondern wegen des Mottos ‚Main statt Isar?‘ – vom Veranstalter sofort in typisch fränkischer Manier relativiert:

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Wikipedia Christian Horvat- St_kilian_marienberg_würzburg

‚Natürlich wollen wir mit dieser Fragestellung keinen direkten

Vergleich mit München wagen.‘

Als würden sich Franken etwas wagen! Eine junge Dame aus München (!), Frau Katja Meqdam, sollte in ihrem Vortrag hinterfragen, ‚ob der Immobilienstandort Würzburg über Potenziale weit über das Jahr 2010 hinaus bietet‘. Tut er, der Standort. Zwar ist die Region Mainfranken und damit Würzburg kein A-Stand­ort, allenfalls ein B-Standort, aber die Universität und das Beamtentum werden auch in naher und mittelfristiger Zukunft für ein Wachsen und damit für eine Steigerung der Immobilie sorgen. Der Immobilienwert sei in München natürlich weitaus größer, aber in der Rendite gleichen sich die beiden Standorte an, nur dass im Münchener Raum wesentlich mehr in die Anschaffung investiert werden muss. Der Begriff ‚Region Würzburg‘ wurde nicht näher erläutert. Karlstadt und Kitzingen wurden mehrere Mal mit einbezogen, nicht jedoch Städte wie Schweinfurt oder Aschaffenburg. Die Kurven, die Frau Meqdam uns präsentierte (gemeint sind natürlich die Bilanz- und Entwicklungskurven) wiesen stets einen Aufwärtstrend dar – nicht weiter verwunderlich, denn letzten Endes will man Immobilien verhökern bzw. an den Mann/ die Frau bringen.

Im Übrigen wurde des Öfteren jene Karte verwendet, die die Entwicklung innerhalb Bayerns in den nächsten Jahren darstellt: Die Großräume Würzburg, Nürnberg und München prosperieren, der Rest (Nord- und Mittelfranken, Oberpfalz und der südliche Bayerische Wald bluten aus.

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Noch kurz vor Redaktionsschluss hereingekommen:

Die Bayerische Landesbank hat neben dem deutlich überteuerten Kaufpreis für die Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) zusätzlich 2,38 Millionen Euro als Sonderdividende an eine Gruppe von rund 50 privaten Investoren um den Vermögensverwalter Tilo Berlin gezahlt. Die Gruppe hatte 2006 kurz vor dem Einstieg der Bayern LB bei der HGAA 25 Prozent Anteile an der Kärntner Bank erworben und diese im Mai 2007 mit Millionengewinn an die Bayern LB weiterverkauft. AZ 18.3.

 

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Wussten Sie eigentlich…..

dass der Haushalt von Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber heute noch mit 422.920 Euro jährlich vom bayerischen Steuerzahler finanziert wird? Vorher waren es sogar noch 496800 Euro. Er residiert mit seinem Hofstaat in einer 13-Zimmer Suite hinter der Staatskanzlei. Und das alles noch neben seinem Büro in Brüssel. Dass es auch bescheidener geht, beweist Stoiber-Nachfolger Günter Beckstein: Er kostet dem Steuerzahler 62.400 Euro. Quelle: AZ                         Norbert Gramlich

EU Städteranking – Die TOP 25 und Würzburg im Jahr 2010

Stadt

Jahr

  2010 2007
  Platz Platz
Luxemburg 1 1
München Landkreis 2 26
Ingolstadt 3 35
Warschau Landkreis 4 11
München 5 71
Riga 6 2
Hauts-de-Seine 7 20
Regensburg 8 77
Starnberg 9 112
Trmava Landkreis 10 59
Altötting 11 129
Rosenheim 12 103
Freising 13 68
Dublin 14 5
Paris 15 25
Schweinfurt 16 62
Stockholm 17 15
Koninski 18 331
Stuttgart 19 187
Rosenheim Landkreis 20 149
Ciechanowsko Landkreis 21 55
Bratislava Landkreis 22 29
Aschaffenburg 23 78
Keski-Pohjanmaa 24 44
Bad Tölz-Wolfratshausen 25 186
Würzburg 96 237

Das Schweinfurter Tagblatt brachte am 9.2.2010 die Tabelle des Städterankings in Europa. Dazu ein Leserbrief von Heribert M. Reusch:

Man kann der Stadt Schweinfurt nur gratulieren, dass sie beim EU-Städteranking auf Platz 15 liegt, noch vor Stockholm.

Auffällig ist allerdings, dass sich unter den ersten 25 Plätzen zehn Regionen aus Altbayern, neun davon in Oberbayern befinden, während Schwein­furt und Aschaffenburg die einzigen aus Franken sind!Dieses Verhältnis ist signifikant für das – immer wieder in Abrede gestellte – Süd-Nord-Gefälle im Freistaat. Mit anderen Worten: Das so genannte ‚Landesentwicklungsprogramm‘ ist – nach wie vor – stark südlastig ausgerichtet. Auf Grund über Jahrzehnte verfehlter Strukturpolitik entfernt sich Franken stets weiter von diesem Ziel. So befinden sich die meisten staatlich geförderten Forschungsinstitute im Raum München. Dies hat zur Folge, dass sich dort moderne Industrien niederlassen, während in Franken ganze Industriezweige verschwinden.‘

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Franken massiv benachteiligt

Fränkischer Bund kritisiert Staatsregierung und fordert Eigenständigkeit

In der Mainpost vom 8.1.2010 bemängelte der Autor Norbert Hohler manche Aktivitäten des Fränkischen Bundes e.V.: Standpunkt: Aufs Wesentliche konzentrieren

„Besteht der Fränkische Bund aus ein paar separatistischen Spinnern, oder hat der Verein ein ernst zu neh­mendes Anliegen? Wer sich dieser Frage nähert, findet für beides Argumente.

Ein selbstständiges Bundesland Franken zu fordern, ist freundlich ausgedrückt Kokolores. Ist ja hübsch vorzu­rechnen, dass Franken im Mittelfeld der dann 17 Bundesländer liegen würde, größenmäßig. Kleinstaaterei ist von vorgestern, nicht mehr, sondern weniger Bundesländer wären sinnvoll. Und glaubt wirklich einer ernsthaft, Würzburg, Ansbach und Bayreuth wollten ihren Status als Bezirkshauptstadt für einen neuen Großbezirk Franken aufgeben? Soll es wirklich wichtig sein, statt der 736. Folge von ‚dahoam is dahoam‘ ähnlich geistigen Flachsinn  auf fränkisch zu produzieren, ‚dahem is dahem‘ auszustrahlen?

Genau solche Nebengefechte sind es, die den Verein angreifbar machen. Und das macht es ihm unnötig schwer, bei berechtigten Anliegen Gehör zu finden. Dass immer noch fränkische Kunst in irgendwelchen Münchner Kammern lagert, ist so ein besonders ärgerliches Beispiel.

Richtig ist auch, Benachteiligungen anzuprangern, sich für die Pflege fränkischen Kulturguts und Brauchtums einzusetzen, meinetwegen sogar in Kindergärten und Schulen. Viele Franken hegen Sympathie für solche Themen, tragen entsprechende T-Shirts, beflaggen rot-weiß. Aber letztlich geht es uns in Bayern so gut, dass der Leidensdruck fehlt, sich ernsthaft für andere Konstellationen einzusetzen.

Deshalb hat der Verein ja auch gerade mal 500 Mitglieder, bei 4,2 Mio. Einwohnern in Franken. Nur wenn der Frän­kische Bund sich künftig aufs Wesentliche konzentriert, könnten es in Zukunft nennenswert mehr werden.“

Das ließ unser Mitglied im Ältestenrat, Heribert M. Reusch nicht einfach so stehen:

‚Der Verfasser des Artikels spricht im ‚Standpunkt‘ von ’separatistischen Spinnern‘ und ‚Kokolores‘. Wer sich einer solch deftigen Ausdrucksweise bedient, der sollte sich schon die Mühe machen etwas tiefer in die Materie einzu­steigen, das heißt, auch Basiswissen zu vermitteln. Deshalb ist folgender Nachtrag angebracht: Der Begriff ‚Separatismus‘ kann, staatsrechtlich gesehen, nicht mit dem Fränkischen Bund e.V. in Verbindung gebracht werden. Er bedeutet nämlich den Austritt eines Landes oder Landesteiles aus einem Staatsverband, zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland. Ein Vorhaben, mit welchem in Deutschland einzig und allein die Bayernpartei liebäugelt und uns Franken dabei ‚den Status einer autonomen Region innerhalb eines selbstständigen bayerischen Staates‘ verspricht. Zum Zweiten ist der Ausdruck ‚Kokolores‘ völlig unangebracht, wenn es um Art. 29 des Grundgesetzes geht. Dieser regelt nämlich die – längst überfällige – Neugliederung des Bundesgebietes. Dabei ist es unerheblich, ob es in Zukunft mehr oder weniger Bundesländer gibt. Natürlich wäre eine Reduktion der Anzahl sinnvoll.

Diese könnte zum Beispiel durch die Eingliederung der Zwergländer Bremen, Hamburg und Saarland, evtl. auch Berlins, erreicht werden. Die Region Franken hat hingegen optimale Voraussetzungen für einen eigenständigen Weg im Rahmen der Bundesrepublik Deutschland.‘

Heribert M. Reusch, 97453 Schonungen

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Pressespiegel

Kommentar von Peter Engelbrecht im Nordbayerischen Kurier vom 13.3.2010

Kleine Franken-Revolution – Thema: Neue Partei

Lange hat die Volksseele gekocht, jetzt ist er da: Der oberfränkische Bezirksverband der Partei der Franken, der in Weidenberg bei Bayreuth gegründet wurde. Der Slogan der neuen Gruppierung dürfte vielen aus dem Herzen sprechen: Mehr staatliche Hilfe für den Norden des Freistaates und weniger für den ohnehin wachsenden Süden rund um München.

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Da liegt fürwahr vieles im Argen, das sich jedes Jahr wieder mit statistischen Zahlen belegen lässt: Oberfranken hat die höchste Arbeitslosenquote im Freistaat, das geringste Bruttoinlandsprodukt, den höchsten Bevölkerungsverlust aller sieben Bezirke und massive Schwierigkeiten, junge Leute zu halten. Das Fatale ist: Die Probleme sind seit mindestens 25 Jahren bekannt, doch die lange allein regierende CSU-Staatsregierung fand es nicht für notwendig, hier einen Ausgleich zu schaffen. Dabei steht im Landesentwicklungsprogramm schwarz auf weiß drin: Gleiche Lebens- und Arbeitsbedingungen im ganzen Land. Die seit Jahrzehnten wiederkehrenden Mahnungen aus Oberfranken schüttelten die Regierenden arrogant wie ungerührt ab, nach der Devise: Unser schönes weiß-blaues Bayern-Bild lassen wir uns doch nicht von den murren­den Franken kaputt machen. Verständlicherweise wuchs das Unbehagen: der Eindruck, die Franken als fünftes Rad am Wagen, steigerte sich in Empörung. Und eben dieses Gefühl der Ohnmacht führte zur Gründung der Partei für Franken.

Einige CSU-Landtagsabgeordnete spielen hier eine unrühmliche Rolle: Während sie in der Heimat auf Versammlungen und am Biertisch vordergründig für fränkische Interessen kämpfen, verhalten sie sich im Landtag ganz anders. Dort enthalten sie sich bei Anträgen auf eine Vorfinanzierung der Franken-Sachsen-Magistrale der Stimme (MdL Martin Schöffel aus Wunsiedel). Oder sie lehnen eine Startfinanzierung für das Institut für Kraftstofftechnik an der Fachhochschule Coburg ganz ab, wie es die Abgeordneten Jürgen Heike (Coburg) und Heinrich Rudrof (Bamberg) getan haben. Es gäbe noch weitere Beispiele, wie mit ‚gespaltener Zunge‘ gesprochen wird.

Sich für mehr Chancengleichheit für Franken einzusetzen, ist ehrenwert und notwendig. Doch wie groß sind die Chancen der neuen Partei? Da die Gruppierung nur in Ober-, Mittel- und Unterfranken bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen 2013 antreten will, müssen hier gute zweistellige Ergebnisse geholt werden, um auf ganz Bayern gerechnet die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Das wird nicht einfach sein, zumal bislang prominente Zug­pferde fehlen. Und: Mit der Franken-Forderung allein, wird sich eine Partei auf Dauer nicht profilieren können. Die Wähler erwarten, dass auch andere Punkte wie Sozial– und Steuerpolitik in das Programm mit einfließen.

Kommentar aus unserer Sicht:

Es wurden immer wieder (wenige) Stimmen laut, der FB möge sich doch in eine Partei wandeln. Und genau so oft haben wir das mit großer Mehrheit bei den Mitgliederversammlungen abgelehnt. Und das hat auch seine Gründe. Eine Partei muss bayernweit die 5% überspringen, nur so hat sie Chancen, gehört zu werden. Werden diese 5% nicht erreicht, ist eine Partei schnell wieder vergessen. Dass wir als glaubwürdiger Verein in der Lage sind etwas im Land zu bewegen und das gesunde Regionalbewußtsein zu stärken, erkennt man schon an der Tatsache, dass man im Gegensatz vor 20 Jahren in Franken kaum noch Wittelsbacher Rauten sieht. Es sei denn, sie wurden angeordnet. Noch deutlicher wird unser ‚gesamtfränkisches Wirken‘, wenn wir die Diskus­sion um die Beutekunst verfolgen, die einzig von uns allein angestoßen worden ist (1997). Mit der 4. Petition sind wir nun so weit gekommen, dass wir mit den Umfragewerten selbst in Landtagsforen bei 91% Pro liegen und es geschafft haben, durch langjährige, auch persönliche Überzeugungsarbeit Kommunalpolitiker, Landtagsabgeordnete aller Parteien von einer Rückführung zu überzeugen. Dass sich das Imperium mit aller Gewalt wehrt, ist klar, (siehe Seite 1), aber die Volksmeinung und die der gesamten Opposition ist auf unserer Seite. Wäre die FDP nicht umgefallen, könnte der Domschatz in diesem Jahr schon zurück kehren. In Demokratien entscheiden nun mal Mehrheiten und Entscheidungen dauern manchmal lange.

Norbert Gramlich, Joachim Kalb

Kommentar aus meiner Sicht:

Ich bin sowohl Mitglied im Fränkischen Bund als auch in der Partei für Franken, weil beide Organisationen erforderlich sind.

Zur Stellungnahme meiner Vereinskollegen Kalb und Gramlich möchte ich doch einige Worte verlieren. Natürlich hat ein Verein seine Vorteile, weil er unabhängig agieren kann. Aber sind wir doch mal ehrlich, was hat es für jeden Franken wirtschaftlich gebracht – ich meine damit in Cent und Euro – wenn man die Petition für die Frankenfahne erfolgreich abgeschlossen hat und jetzt mehr Fahnen in Franken wehen als vor 20 Jahren? Den Bürger in Franken bringt dies doch keinen Euro mehr in die Tasche. Der Fränkische Bund der nun über 20 Jahre besteht hat zweifelsfrei eine gute Arbeit für die Moral in Franken geleistet. Aber, die in München lachen nur dazu, weil dies Ihnen bisher keine einzige Stimme gekostet hat.

Aufgepasst!!!!!! Nachdem die Partei – gegründet am 31.10.2009 – in Bamberg gegründet wurde und mit einigen Zahlen an die Öffentlichkeit ging, kam postwendend von München(Bayerisches Wirtschaftsministerium) eine schriftliche Reaktion. Man wollte wissen woher man die Zahlen für die Benachteiligung Franken habe, und wie man denn dazu komme so etwas zu veröffentlichen.

Merken Sie hier etwas lieber Leser?

Jetzt hat man in München plötzlich erkannt, man kann es konkretisieren bei der CSU gemerkt, dass hier eine Gruppe ist, die Stimmen in Franken „rauben“ könnte. Es besteht die Gefahr, dass einige Franken zum Nachdenken kommen und in 2013 dann nicht mehr die „Bayernpartei“ sprich die CSU wählen könnten. Jetzt wurde wochenlang besonders von fränkischen Spitzenpolitikern Jagd gemacht auf die Partei für Franken. Die Partei mit 51 Mitgliedern wurde plötzlich als Gefahr angesehen, und wurde von der „christlichen“ Partei CSU als die Separatisten beschimpft.

Der Fränkische Bund konnte 20 Jahre lang alle möglichen Aktionen veranstalten, aber niemand nahm groß Notiz bei der CSU. Denn, der Fränkische Bund konnte ja keine Stimmen abziehen. Die CSU verstand es in den letzten 50 Jahren immer wieder den fränkischen Wähler vor jeder Wahl so einzuschleimen, dass die Franken diese Partei mit über 50% der Stimmen gewählt haben. Dies, obwohl die gesamte Benachteiligung von dieser Partei ausging und mit den Karrierjägern aus Franken – den fränkischen Abgeordneten – immer ihr Ziel erreicht hat.

Jetzt endlich nach 150 Jahren war hier wieder einmal ein kleiner Haufen, der sich ernsthaft für die fränkischen Interessen stark machen will, und sofort von der „Christlich *Schizophren Union“, * (Quelle: BR-Quer H.Süß)als auch von den eigenen Landsleuten beschossen wurde. Eben typisch fränkisch.

Wenn man jetzt das Argument anführt, dass man die 5% Hürde nur erreicht wenn die fränkischen Wähler mit hohen zweistelligen Prozentzahlen die Partei für Franken wählen, dann ist dies doch mit Verlaub bemerkt nicht sehr hilfreich. Eben wieder typisch fränkisch. Hätten die „Grünen“ vor 30 Jahren genauso gedacht gäbe es diese Partei bis heute nicht. Meine Frage hier ist: Warum muss der Franke alles immer wieder mies machen????????

Wenn wir etwas gegen die „mia san mia“ Fraktion in Oberbayern erreichen wollen, dann bitte mit mehr Geschlossenheit und Einigkeit. Sonst werden wir von den Seppl Bajuwaren noch in weiteren 200 Jahren belächelt und ausgebeutet.

Eine weitere Frage die sich mir aufdrängt:

Warum hat die CSU in Franken über 40.000 Mitglieder und die „Partei für Franken“ in knapp 3 Jahren nur etwas über 200 Mitglieder. Ist der Franke wirklich die Elite Bayerns? Oder ist dies nur ein dummer Spruch.

Ich lass mich bei der Wahl 2013 gerne vom Gegenteil überzeugen. Aber dies mußte einmal gesagt werden.

Martin Treml

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Nürnbergs neue Superschau Kunst für eine Milliarde Euro

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg zeigt 1000 erlesene Exponate aus drei Jahrhunderten.

Man hat extra das Germanische Nationalmuseum für 5 Mio. Euro saniert und umgebaut, denn ohne diese Maßnahmen wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen. Der Einbau einer neuen Klimaanlage sowie Verbesserung der Bau­physik waren nötig. 23 Kilometer Starkstromleitungen und 25 Kilometer Schwachstromleitungen für Datenübertragung und Sicherheitstechnik wurden neu installiert. Und nun sind wirklich sensationelle Gegenstände zu besichtigen: Die Nürnberger Madonna ist ein Beleg für die meisterhafte Technik mittelalterlicher Kunsthandwerker und viele Millionen wert. Wertvolle Bilder von Albrecht Dürer, Rembrandt und Lucas Cranach, das ‚Schlüsselfelder Schiff‘, ein Meisterwerk aus der Spätgotik, die Kapelle des ‚Ebracher Hofes‘ wurden komplett installiert, der ‚Trienter Altar‘ aus der Mitte des 17. Jahrhunderts überragt mit 4,20 Metern Höhe alle anderen Stücke.

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Die wertvollsten Ausstellungsstücke sind die Kaiserbilder von Albrecht Dürer und das Exponat des ersten Globus‘ von Martin Behaim. Viele Gegenstände aus drei Jahrhunderten, von der Renaissance bis in die Zeit der Aufklärung sind zu bestaunen. Ab sofort für die Öffentlichkeit geöffnet, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 21 Uhr. Am Sonntag finden auch geführte Rundgänge statt.

Norbert Gramlich

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Neuer ‚Fränkische‘ – Führer

Die Autoren Michael Müller und Hans-Peter Siebenhaar laden ein in die ‚Fränkische Schweiz‘. Seit mehr als zwei Jahrhunderten zieht die Region Touristen aus nah und fern an. Als Genussregion, aber auch die geheimnisvollen Höhlen und verfallene Ritterburgen und die Wiesenttalbahn für Eisenbahnfreunde dürften interessant sein. Reiseführer ‚Fränkische Schweiz‘ 15,90 Euro im Buchhandel.

Norbert Gramlich

Auf-Bayern-stolz-nein-danke..

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Thema: Wir in Franken

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