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13.Fakten! Fakten! Fakten!

Mittwoch, 21. Oktober 2009 | Autor:

Frankenlied

Fakten, Fakten, Fakten!!!!!!!!

Die nachfolgenden aufgeführten Anfragen, an den Bayerischen Landtag, und Daten aus benannten Zeitungsartikeln wurden uns dankender Weise von Wolfgang Hoderlein MdL a. D. zur Veröffentlichung bereitgestellt.

Fakten 1.

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Bayern 1988 – 2007, Teil 1 vom 24.06.08
(Drs. 15/10804)

1. Bevölkerungsentwicklung:

Einwohner in Mio. 1988 1999 2007 Veränderung
1999 – 2007
Oberbayern 3628 4033 4313 280000
Bayern gesamt 10949 12154 12523 369000
Oberfranken 1036 1114 1089 -25000

Oberfranken hat seit 8 Jahren eine ständig rückläufige Einwohnerzahl. Alle anderen 6 Regierungsbezirke Bayerns hingegen haben Bevölkerungszunahme im gleichen Zeitraum zu vermelden.

Interessant ist, dass Oberfranken zwischen 1988 (vor der Wende) bis 1999 einen beachtlichen Einwohnerzuwachs (+ 78.000) zu verzeichnen hatte, der seither aber deutlich abschmilzt, im Gegensatz zu allen anderen Regierungsbezirken Bayerns. Ein objektives Alleinstellungsmerkmal.
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Fakten 2.

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Entwicklung Bayern, Teil 2 vom 23.09.08
(Drs. 15/11364)

2. Entwicklung Bruttoinlandsprodukt:

Die wirtschaftliche Entwicklung wird gemeinhin am besten durch das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gekennzeichnet.

Bruttoinlandsprodukt-Ranking (jeweils in Mio. Euro):

Bayern insgesamt hat hier eine gute, Oberbayern eine sehr gute Entwicklung genommen.

Im einzelnen (Mio. Euro)

1990 2005
1. Oberbayern 93508 1. Oberbayern 165057
2. Mittelfranken 34000 2. Mittelfranken 54718
3. Schwaben 32218 3. Schwaben 50384
4. Unterfranken 22693 4. Unterfranken 36748
5. Oberfranken 19752 5. Niederbayern 32125
6. Niederbayern 18945 6. Oberpfalz 30377
7. Oberpfalz 18181 7. Oberfranken 29038

Die Fakten zeigen die Entwicklung. 1990 lag Oberfranken noch auf Platz 5.
2005 sind Niederbayern und die Oberpfalz an Oberfranken vorbei gezogen.
9.286 Mio. Euro Zuwachs in Oberfranken bedeuten die mit Abstand geringste Wachstumsdynamik. Niederbayern legt um 13.130 Mio. zu, die Oberpfalz um 12.196 Mio. Euro. Oberbayern – vom anderen Stern – legt um 71.549 Mio. Euro zu.

Fakten 3.

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Entwicklung Bayern, Teil 2 vom 23.09.08
(Drs. 15/11364)

3. Bruttoinlandsprodukt je Einwohner:

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Euro

1990 2005 €    Zuwachs
1. Oberbayern 24849 1. Oberbayern 39072 14223
2. Mittelfranken 21472 2. Mittelfranken 32015 10543
3. Schwaben 19995 3. Schwaben 28178 8183
4. Oberfranken 18494 4. Oberpfalz 27870 9711
5. Unterfranken 18185 5. Unterfranken 27362 9177
6. Oberpfalz 18159 6. Niederbayern 26844 9053
7. Niederbayern 17791 7. Oberfranken 26302 7808

Nicht nur absolut, auch pro Kopf ist das Wachstum in Oberfranken gegenüber der „restlichen“ Entwicklung in Bayern zurückgeblieben.
Das gilt insbesondere gegenüber den beiden anderen wirtschaftsschwachen Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz.

Ihre Entwicklung 1990 – 2005 ist bedeutend besser:

Niederbayern plus 9.053 Euro/Einwohner
Oberpfalz plus 9.711 Euro/Einwohner
Oberfranken plus 7.808 Euro/Einwohner
Oberbayern plus 14.223 Euro/Einwohner

– wie gesagt, vom anderen Stern.

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Fakten 4.

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Entwicklung Bayern, Teil 2 vom 23.09.08
(Drs. 15/11364)

4. Arbeitslosenquoten in den Regierungsbezirken (Jahreswerte):

Arbeitslosenquoten in den Regierungsbezirken Bayerns in Prozent

1988 1998 2005 2007
1. Schwaben 5,4 1. Oberbayern 6,8 1. Oberbayern 7,7 1. Oberbayern 5,4
2. Oberbayern 5,7 2. Schwaben 7,8 2. Schwaben 8,4 2. Schwaben 5,6
3. Unterfranken 6,3 Bayern 8,1 3. Unterfranken 8,6 3. Unterfranken 5,7
Bayern 6,3 3. Niederbayern 8,3 4. Niederbayern 8,8 4. Niederbayern 5,9
4. Oberfranken 6,6 4. Unterfranken 8,5 Bayern 9,1 Bayern 6,1
5. Mittelfranken 6,8 5. Oberpfalz 8,9 5. Oberpfalz 9,7 5. Oberpfalz 6,5
6. Niederbayern 7,2 6. Mittelfranken 9,6 6. Mittelfranken 10,3 6. Mittelfranken 7,4
7. Oberpfalz 8,5 7. Oberfranken 9,8 7. Oberfranken 11,3 7. Oberfranken 8,1

Der Vergleich zeigt, dass Oberfranken vor der Wende mit einer Arbeitslosen-quote von 6,6 % in 1988, 6,0 % in 1989 und 5,7 % in 1990 sowohl absolut als auch im Vergleich mit den anderen Regierungsbezirken da stand – 1988 auf Platz 4 von 7, 1989 ebenso Platz 4.

Seit 1996 bis heute hält Oberfranken ununterbrochen die rote Laterne der Arbeitslosigkeit in Bayern – egal ob die Konjunktur nach oben oder unten zeigt. Ob die Arbeitslosenquote steigt oder fällt – Oberfranken ist stets auf Platz 7 von 7. Betrug der Abstand zum Bayerndurchschnitt 1988 ganze 0,3 % (6,3 zu 6,6), so beträgt er 2007 volle 2 % (6,1 % Bayern; 8,1 % Oberfranken; Oberbayern mit 5,4 % wieder top.)
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Fakten 5.

Schriftliche Anfrage Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Entwicklung Bayern, Teil 2 vom 23.09.08
(Drs. 15/11364)

5. Entwicklung der Steuerkraft:

Entwicklung Steuerkraft in Mio. Euro Zuwachs

Entwicklung Steuerkraft in Mio. Euro Zuwachs
1988 (%) 1993 (%) 2007 (%)
Strauß/Streibl Streibl/Stoiber Stoiber Ende 1988 bis 2007
vor der Wende Wendeboom 17 J.nach Wende in Mio
1. Oberbayern 1.938 (100%) 2.395 (100%) 3.762 (100%) 1824
2. Schwaben 627 (32,3) 794 (33,2) 1.091 (29,0) 464
3. Mittelfranken 675 (34,8) 838 (34,9) 1.103 (29,3) 428
4. Unterfranken 420 (21,7) 533 (22,3) 757 (20,1) 337
5. Niederbayern 319 (16,5) 419 (17,5) 623 (16,6) 304
6. Oberpfalz 294 (15,2) 377 (15,7) 597 (15,1) 303
7. Oberfranken 360 (18,6) 481 (20,1) 643 (17,1) 283

Oberfranken erreicht mit plus 283 Mio. Euro den geringsten Zuwachs an Steuerkraft, selbst die Oberpfalz (+ 303 Mio) und Niederbayern (+ 304 Mio) entwickeln sich stärker.

1988 stellten die Steuerkraftmillionen Oberfrankens noch 18,6 % des Wertes von Oberbayern dar, 2007 stellen die 643 Mio. Oberfrankens noch 17,1 % des Oberbayernaufkommens dar.

Insgesamt betrug der Zuwachs 1988 – 2007 in Gesamtbayern 85 %. In Oberfranken betrug er 78,6 %.

Fazit: 1988 – 2007 Bayern spreizt sich. Differenz Oberfranken / Oberbayern heute größer als vor 20 Jahren, vor der „Wende“.
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Fakten 6.

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Hoderlein

20 Jahre Entwicklung Bayern, Teil 2 vom 23.09.08
(Drs. 15/11364)

6. Entwicklung außeruniversitäre Spitzeneinrichtungen der Forschung Erläuterung zur Frage 2, außeruniversitäre Spitzeneinrichtungen in der Forschung, regionale Verteilung in Bayern:

Oberfranken hat heute noch immer bayernweit den höchsten Anteil ungelernt Beschäftigter ( – vor 20 Jahren war er noch höher). Zugleich hat Oberfranken den geringsten Anteil an Akademiker-Arbeitsplätzen. Zugleich bleibt es Spitze beim hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes und hat einen niedrigen Anteil im Dienstleistungsbereich. Der vermutlich wichtigste unter mehreren Zukunftsparametern für die Wirtschaftsentwicklung einer Region ist der Bereich Forschung/ Entwicklung/Technologietransfer. Außeruniversitäre Spitzenforschungseinrichtungen sind hier wiederum der wichtigste Einzelparameter.

Die Verteilung dieser Einrichtungen in Bayern braucht keine weitere Kommentierung. Ob Max-Planck, Fraunhofer, Leibniz (WGL), Peter Helmholtz …:

Oberfranken (auch andere) bleibt immer außen vor. Von 25 großen Instituten der Spitzenforschung befinden sich 21 in Oberbayern, 4 im „restlichen“ Bayern, darunter 0 (in Worten: NULL) in Oberfranken. Dort, wo die mit Abstand höchste Forschungsdichte ist, gibt es die höchste Beschäftigung, die niedrigste Arbeitslosigkeit, die höchste Steuerkraft, die meiste Zuwanderung – in Oberbayern.

Dort, wo es seit anderthalb Jahrzehnten ununterbrochen die höchste Arbeitslosigkeit gibt, den geringsten Zuwachs an Steuerkraft und die einzige bayerische Region mit Abwanderung, dort gibt es auch keinerlei außeruniversitäre Spitzenforschung – in Oberfranken.

Ich finde, es ist längst überfällig, entlang der Fakten zu diskutieren und daraus die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Einer davon ist, dass es umgehend eine spezielle Oberfranken-Förderpolitik geben muss, unter anderem im Bereich Bildung und Berufsqualifizierung (Erstqualifikation, aber auch Aus- und Fortbildung), aber auch im Bereich der Ansiedlung von Spitzenforschung im außeruniversitären Bereich. Dass die gegebenen Forschungskapazitäten an den bestehenden Universitäten weiter auszubauen sind, versteht sich von selbst. Deutschlands beide „Eliteuniversitäten“, die TU und die LMU in München wissen, dass der Freistaat Bayern viel Geld für sie ausgibt. Die Uni’s in Bayreuth und Bamberg können davon nur träumen. Im Vergleich dazu erhalten sie Brosamen.
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Fakten 7.

In Ergänzung der Bereiche aus den beiden schriftlichen Anfragen sei hier noch eine aktuelle Meldung (dpa vom 3.9.2008) herangezogen. Dort wird gemeldet, was der Bayer. Ministerpräsident (Quelle ist also die Staatskanzlei) zum Thema Lehrstellenversorgung ausführt, nämlich:

100 Bewerber finden in Bayern 99 Stellen vor. „Vollversorgung“ in Bayern, tönt die CSU.
Man muss schon die Süddeutsche Zeitung lesen, um etwas anderes in einer Überschrift zu lesen, nämlich „Nord-Süd-Gefälle bei Lehrstellen“ „Überschüsse in Oberbayern, aber Defizite in Franken“

Die Zahlen lauten konkret:

Bewerber finden vor Lehrstellen
100 : 179 in Oberbayern
100 : 99 in Bayern gesamt
100 : 53 in Oberfranken

Auch wenn erfahrungsgemäß diese Lehrstellen in den folgenden Wochen noch zunehmen, ist klar, offensichtlich und nicht zu beschönigen. Dass regionale Unterschiede von 100:179 bzw. 100:52 in ein und demselben Bundesland jenseits aller Rechtfertigungsversuche liegen. Und so nimmt es nicht wunder, dass 15-, 16-jährige Oberfranken nach Oberbayern gehen, um einen Berufseinstieg zu finden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kehren sie nicht zurück. Man kann sich sein demografisches Problem auch selbst schaffen, finde ich.

Nötig:

Spezielles Förderprogramm für Unternehmen, die zusätzlich ausbilden, mehr außer- und überbetriebliche Berufsausbildungsangebote, die der Staat schaffen muss.
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Fakten 8.

FT 25.9.08 „Oberfranken häufiger krank“

Krankenstände sind Indikatoren für die Bevölkerung. Sie sind aber auch Standortfaktoren.

„Oberfranken lag auch schon in den letzten Jahren leicht über dem Durchschnitt, aber so gravierend war es noch nie“, sagt Michael Hübner, DAK-Gebietsleiter für Ober- und Unterfranken.
Tabelle Krankenstand 2007
(Angaben in % der Krankentage an den Arbeitstagen)

1. Schwaben 2,58 %
2. Oberbayern 2,60 %
3. Niederbayern 2,78 %
4. Oberpfalz 2,93 %
5. Unterfranken 2,97 %
6. Mittelfranken 2,99 %
7. Oberfranken 3,15 %
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Fakten 9.

FT/BR 17.9.08: „19 Millionen für ÖPNV in Franken“

Auch hier:

Mehr als 50 Mio. für ganz Bayern.

Für Oberfranken 3,7 Mio. Euro.


Das sind etwa 7,3 % von etwas über 50 Mio., oder?
Oberfranken hat 9,3 % Bevölkerungsanteil
.

Also: Auch beim ÖPNV eine unterproportionale Berücksichtigung. Proportional, also Gießkanne, würde bedeuten, dass Oberfranken 4,5 – 4,7 Mio. Euro erhält.

Eine glatte Million unterhalb des „Mindestgebots“.


Genug ist genug

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Thema: Wussten sie schon, dass...

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3 Kommentare

  1. [...] eine Partei “Die Franken”, die rein fränkische Interessen in München vertreten wird. Versprechungen von allen Parteien haben wir in den letzten 40 Jahren genug [...]

  2. [...] Wie wichtig es für unsere Heimat ist, ein Sprachrohr wie den Fränkischen Bund zu haben, können Sie im Buch, unter der Rubrik “Wußten Sie schon, dass….” nachlesen. Hier kommt klar und deutlich zur Sprache, wie Franken von der Staatsregierung, und insbesondere von der Quadriga – Strauß, Streibl, Stoiber, Seehofer – , in den letzten 30 bis 40 Jahren benachteiligt wurde. [...]

  3. [...] Die CSU hat in den letzten 40 Jahren FRanken ins Hintertreffen gebracht, wie keine andere Partei. Die Millionen die man hier in FRanken zur Befriedung – der Forderungen – gegeben hat, sind Milliarden an Oberbayern gefolgt. Die [...]

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